Barbier des Vertrauens
Heute habe ich mir eine Nassrasur beim türkischen Barbier meine Vertrauens gegönnt. Der Viereinhalb-Tage-Bart musste ab. Sechs Euro mit allen Schikanen (inklusive des Entfernens der Härchen in den Ohren, die bei älteren Herren wie mir unmotiviert wachsen). Ich fühlte mich danach, als wäre ich frisch geduscht und von einer Haremsdame mit exotischen Ölen gesalbt worden. Was schmieren die einem da auf’s Kinn und auf die Wangen? Bei Aldi habe das das noch nie gerochen. Jedenfalls war es extrem angenehm.
Alice, bitte weggucken!
Das ist ja wieder nur so ein frauenfeindlicher Kram, also einfach weggucken. So ein Möbelladen würde im realen Leben ähnliche Reaktionen hervorrufen wie Sarrazin…(Ja, verdammt, das ist mein Avatar, der da steht und glotzt!)
Helmut Markwort und Franck Ribérys Affären
Warum ein in Artikel über Franck Ribérys (by the way: wer ist das?) Affären nicht im “Focus” erscheinen konnte, steht hier.
Die Gewaltorgie zum Sonntag – Heranwachsende bitte wegsehen!
Wenger Schweizer Offiziersmesser Giant Messer, mit Schatulle
Unbedingte Kaufempfehlung für das Wenger Schweizer Offiziersmesser Giant Messer, mit Schatulle! Beeilen, bevor bei Amazon dieser Filter eingebaut wird!
Ein zufriedener Kunde schreibt: “Wirklich ein fantastisches und handliches Allzweckgerät. Was mich nur ein bisschen stört, ist die Tatsache, daß grundlegende Alltagsfunktionen doch teilweise etwas schwer zu erreichen, bzw. zu bedienen sind. So ist z.B. der integrierte Teilchenbeschleuniger nur dann korrekt in Betrieb zu nehmen, wenn die Nagelfeile und der Korkenzieher in einem Winkel von exakt 107,2 Grad ausgeklappt sind. Nervig ist auch das unangenehme Summen, das der Schutzschild-Generator von sich gibt, wenn der Schild von Luft-Boden-Rakten getroffen wird. Außerdem ist die Notfall-Rettungskapsel mit einer Kapazität von 6 Personen eindeutig unterdimensoniert und kann nur dann abgesprengt werden, wenn das Messer sich in waagerechter Lage befindet. Hier sollte der Hersteller eindeutig nachbessern. Wer aber mit diesen kleinen Einschränkungen leben kann, der bekommt ein Multitool an die Hand, welches man schon nach kurzer Zeit im Alltagsgebrauch nicht mehr missen möchte. Mein persönlicher Favourit ist jedenfalls neben der sauber integrierten Schlafcouch ganz eindeutig die Antigrav-Funktion, mit der sich Lasten bis 300 Tonnen in einem Meter Höhe frei schwebend spielend leicht transportieren lassen, eine unerlässliche Funktion für jeden Familieneinkauf.”
Wie die Engländer einen verschossenen Elfmeter erklären
Daily Mail: “Der kann doch kein Deutscher sein! Podolski verpatzt einen Elfmeter…aber er wurde auch in Polen geboren.”
Eurovision Song Contest
Jobangebot!
This job offer made my day. Ich werde mich mal bewerben…
Georgian Dance With Daggers – Khanjluri
Ich habe weder für Ballett noch für Folkore etwas übrig (außer echter Folklore aus den Anden). Aber dieser georgische Dolchtanz (den man leider nicht einbetten kann, deswegen ein etwas schlechteres Beispiel oben) haut die Zuschauer vor Begeisterung aus den Sesseln. Folklore kann auch mitreißende Musik sein und muss sich nicht so anhören wie der ekelhafte grauenhafte Kitsch, den man bei MDR und anderen “Regionalsendern” oder beim “Musikantenstadl” vorgesetzt bekommt.
Relax

No nipples please, we are Apple
Shinyshiny.tv berichtet: “Magazines planning to launch iPad editions for the Apple’s glossy e-Reader device will have to censor themselves to make into Apple’s No Porn app store, I heard yesterday. And we’re not just talking about Nuts; ‘edgier’ fashion magazines like Dazed & Confused and Vice will have to seriously cut back on nudity in photography and fashion shoots.”
Ceterum censeo: Die protestantische Prüderie ist manchmal schier wahnwitzig. Warum sollten Menschen keine Brustwarzen sehen? Schadet das irgendjemandem? Und wann haben wir auf deutschen Blogs oder in deutschen Medien zum letzten Mal erigierte Brustwarzen erblickt? Ach so? Die Deutschen sind immer noch fast genauso prüde wie die Amis – trotz der 69-er? Da wäre ich jetzt nicht drauf gekommen.
Wikipedia, protestantische Prüderie und Katie Fey
“Porno-Streit in Wikipedia” ist natürlich eine hübsche Schlagzeile. Ich muss also als Experte etwas dazu sagen. (Jedenfalls bin ich nicht mehr oder weniger Experte als andere).
“Löschung von Bildern mit sexuellen Darstellungen (…) Gegenstand des Anstoßes waren offenbar historische Erotika-Fotografien sowie Lolicon-Zeichnungen, die Kinder-Charaktere in erotischen Posen zeigen. Die Schlagzeile bei Fox lautete dementsprechend: “Wikipedia Distributing Child Porn, Co-Founder Tells FBI”. Da ist alles drin – so hätte es auch ein deutscher Jugendschutzwart formulieren können. Möglichst diffamieren – etwas bleibt immer hängen, wie auch bei der berüchtigten Falschmeldung vom Politmagazin “Report Mainz” über Second Life.
Es geht also nicht um Inhalte, sondern um das “Bild” in den Medien. “In einer Email begründet Wales die Aktion damit, er habe unmittelbaren Image-Schaden vom Projekt abwenden müssen: “Wir waren kurz davor in sämtlichen Medien beschuldigt zu werden, harte Pornografie zu verbreiten und nichts dagegen zu tun.’”
Das klingt nach einer Eierfrage. Es könnte doch jemandem, der weiß, was er tut und lässt und warum, völlig schnutzpiepegal sein, was “die Medien” fabulieren. Aber so ist es leider nicht, wenn nackte Haut und protestantische Moralthologie und Prüderie ins Spiel kommen. Und diese sind vor allem in den Stammländern der Bigotterie und der verkniffenen Lippen – Deutschland und die USA – der unangesprochene Mainstream.
Aktuelles Beispiel ist das ukrainische Model Evgenia Diordiychuk, auch bekannt als Katie Fey oder als “Jenya D.” (vgl. Screenshot ganz unten von Met Art). Der Artikel im englischen Wikipedia über sie wurde gelöscht, der spanische nicht. Man kann darauf wetten, dass es nicht um Relevanz geht – die appetitliche Dame, die übrigens keine Pornos dreht, hat zahllose Fans und ist weltweit bekannt.

Das Pornografie-Verdikt schwebt immer über allen, auch wenn niemand genau weiß, was das ist und ob es irgendjemandem schadet, nackte Menschen zu sehen. Erotik ist ohnehin immer kulturell definiert. In einem Vortrag heisst es:
“Einige Ältere von Ihnen werden sich noch an den Skandal um die nur sekundenwährende Nacktheit der ‘Sünderin‘ Hildegard Knef in einem Film von Willy Forst erinnern. In der AdenauerZeit wurde das als öbszön und gefährlich empfunden. Zwanzig Jahre später erschienen dann, von geachteten Pädagogen empfohlen, Sexualaufklärungsbücher mit Fotos nackter Männer, Frauen und Kinder bei allerlei sexuellen Handlungen oder Erkundungsversuchen. Gerade die Fotos von kindlichen ‘Doktorspielen’ wurden als Ausdruck gesunder Sexualität empfunden, die den Familien bei der Erziehung zu einem nichtrepressiven Leben helfen würden. Heute wiederum werden sie als ‘Kinderpornographie’ bezeichnet, und selbst ihr einfacher Besitz ist strafbar.”
Der heutige Hype um “Kinderpornografie” ist also nichts anders als der mediale Ausdruck eines gesellschaftlichen Rückschritts und der politischen Restauration. “Dodgsons [der Autor von 'Alice im Wunderland'] Fotos von nackten kleinen Mädchen galten vor hundert Jahren als rein und rührend sentimental, und die ‘erwachsenen’ Pornofotos wurden mit wütendem Eifer unterdrückt. Heute dagegen gelten umgekehrt diese letzteren als harmlos, während die Kinderfotos als hochbrisant und sittlich verderblich bei vielen Betrachtern Angst und Entrüstung auslösen.”
Schon vor vierzig Jahren plädierten Wissenschaftler für die völlige Freihabe von Pornografie. Dem stand – genau so wie heute – das gesunde Volksempfinden dagegen. Dieses “Volksempfinden” wird von der so genannten “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” medial orchestriert: Die unsäglich bräsigen und feigne deutschen Medien würde es nie wagen, die Existenz dieser fragwürdigen Institution an sich in Frage zu stellen. Gleichschaltung ganz freiwillig – wir haben schließlich nicht nur den Obrigkeitsstaat, sondern auch den Untertanen perfektioniert. Journalisten sind keine Ausnahme.
“Bereits im Gründungsjahr der Bundesrepublik 1949 regte F. J. Strauß ein ‘Bundesgesetz gegen Schmutz und Schund’ an, aus dem 1953 das ‘Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften’ (GjS) hervorging. 1954 wurde dann die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPJS) gegründet.” [Quelle] “Schmutz” und “Schund” – darum geht es also damals wie heute.
Man sollte sich aber keinerlei Illusionen hingeben: Ein rationaler Diskurs über Pornografie ist nicht möglich, weder bei den Grünen oder der Linken noch bei der Piratenpartei. Oder hat schon jemand auf deutschen Polit-Blogs nackte Haut gesehen? Wo kämen wir denn da hin. Die Emma lässt grüßen. Das Thema ist igitt. Was sollen denn die Leute und die Medien von uns denken? Nur darauf kommt es an. Das gesunde Volksempfinden ist immer der Maßstab.

Mysterie-Burger oder: Konsum im Kapitalismus
Lesenswert: Ein abgrundtief zynisches Interview mit Adam Fletcher. Spiegel Offline sagt leider nicht, wer dieser “Konsumkritiker” ist (ist das ein neuer Beruf?) – ich musste es selbst recherchieren. “Verbraucher sind froh, wenn man sie entmündigt”. Recht hat er. Ich habe bei der Lektüre schallend gelacht.
Internet-Ausdrucker Wolf Schneider
Heute saß ich in meinem Stamm-Café in Rixdorf und las fahrlässigerweise den Tagesspiegel (weil ich mich wieder ärgern musste). “Die meisten Blogs sind Geschwätz” sage Wolf Schneider im Interview.
“Ich benutze gar keinen Computer, aber meine Frau verfolgt ein Dutzend Blogs und Twitter und druckt mir das aus. Kein Tag, an dem ich nicht mindestens zwei Blogs lese!” Aha. Seine Frau druckt ihm das Internet aus, und er erdreistet sich, eine Meinung über Blogs zu haben. Unglaublich und dreist.
Ergo: Ignoranz hat nichts mit Wissen zu tun oder mit dem Alter. Meine Eltern sind fast genau so alt wie Wolf Schneider und nutzen das Internet rege. Sie haben sogar schon ihre E-Mails verschlüsselt. Ignoranz ist eine Haltung und das, was Schneider von sich gibt, ist nur saudummes Geschwätz.
Shampoo Thief and his Faith

Brasilian Spam
Das musste ich einfach kaufen, obwohl es so schmeckt wie es aussieht. Aber wer kauft schon Spam….
Die sechste Todsünde – ja, bitte!



An ihren Tellern werdet Ihr sie erkennen
Ich mag Leute mit Attiude, gleich welcher Art, auch der bourgeoisen, und Stil. Don Alphonso hat beides, und das hat er auch gemeinsam mit Hermann L. Gremliza, den ich ebenso mag, aus ganz anderen Gründen. Ich empfehle daher einen Artikel Don Alphonsos auf faz.net über das Buffet an sich, die gefühlt bessere Gesellschaft und über das Verschwinden sozialer Hierachien bei der Aufnahme von Sättigungsbeilagen der gehobenen Art.
Der Rücken meiner Nachbarin
Der Knoten in meiner Story, an der ich schon seit Wochen sitze, hat sich gelöst. Die Sätze flutschen wieder. Liegt es am Frühling? Daran, dass ich mit Laptop auf dem Balkon sitze? Oder am Rücken meiner hübschen jungen Nachbarin gegenüber, die sich sonnt?




















