Stell dir vor, es ist Krieg und 100000 Personen spielen das

kriegsspiel

Unter Polygonen

Landa

Passiert irgendwo etwas? Ist irgendwo etwas relevant für mein Leben? Man kann sich stundenlang durch die Medien und die sogenannten sozialen Netzwerke wühlen, oder es auch lassen – es macht keinen Unterschied. Dann treibe ich mich doch gleich in noch sinnloseren Welten herum.

In meiner wenigen Freizeit baue ich gerade wieder einmal eine Gor-Sim in Secondlife. Die Besitzerin – eine US-Amerikanerin – zahlt natürlich dafür. Das “Honorar” ist aber eher symbolisch gemeint, wurde frei ausgehandelt, und bewegt sich auf Mindestlohn-Niveau.

Virtuelles Bauen – das meint: Ich habe zunächst eine riesige leere, von “Wasser” umgebene platte Platte vor mir. Und die virtuelle Erde war wüst und leer und mein Geist schwebte noch über den Wassern. Auf diese Erde passen 16000 Polygone in beliebiger Form. Jede Seite eines Polygons kann mit einer unterschiedlichen Textur ausgestattet werden – etwas wie ein Würfel, der sechs verschiedene Seiten hat. Man kann also jede denkbare Grafik hochladen und ein virtuelles Objekt damit realistisch aussehen lassen. Auf den Screenshot sieht man noch viele gelbe Flächen, die eine Art Maserung haben – bei diesen Prims fehlt noch eine Textur. Die Brücke auf dem unteren Bild habe ich natürlich auch gebaut, sie hat rund 50 Prims. Der gebildete Italien-Reisende wird auch gleich erkennen, welches Bauwerk mich inspiriert hat. (Um ein solches Objekt zu bauen, braucht man mehrere Stunden. Da es in Secondlife keine “Gravitation” für Prims gibt, schweben unfertige Gebäude noch in der Luft.)

Das alles ist eine (sinnfreie) Wissenschaft für sich, wenn man Mesh und “Sculpted prims” dazunimmt. Man darf auch nur rund 10000 “Prims” (Polygone) verbauen, weil sich sonst die Avatare, die dort herumlaufen sollen, nicht mehr bewegen können – der Rechner, der eine Sim “handeln” muss, kann das dann nicht mehr rendern, was zur Folge hat, dass alles nur noch ruckelig oder in Zeitlupe abläuft.

Die Stadt, die ich baue, muss auch für Herumballern und virtuelle Hauereien geeignet sein, da Raids, also Angriffe bewaffneter Avataren auf andere, ein wesentliches Element des Rollenspiels sind. Das bedeutet: Die Verteidigungsanlagen müssen so gut sein, dass Angreifer es nicht allzu leicht haben (man beachte die “Wehrgänge” der Stadtmauer), andererseits dürfen sie auch nicht chancenlos sein – dann käme niemand mehr und es wäre langweilig. Das “Bauen” kann man nicht lernen – man muss eine große Erfahrung haben, um gut zu sein.

Für eine ganze Stadt – wie die obige – brauche ich, da ich nur wenig Zeit habe, ungefähr vier Wochen. Es gibt – finde ich – schlechtere Hobbys…

Du warst immer für mich da

Fahrrad

Ich weiß nicht, welches der Winora-Fahrräder ich besitze, da die Website des Unternehmens mich zwingen will, weniger auf die Sicherheit meines Browsers zu achten, wenn ich navigieren möchte – was ich verweigere (“Webdesigner”-Pappnasen am Werk!). Ich muss es aber loben: Ich sitze schon fast zehn Jahre darauf und fahre zur Zeit fast immer rund eine Stunde täglich zur Arbeit und zurück oder sonstwohin (Leibesübungen!).

Was ich an Frauen Menschen schätze – aber selten bekommen -, gilt auch für Fahrräder: Loyalität, Zuverlässigkeit, nur wenig Beziehungsgespräche, sportlich und tough sollten sie sein, aber dennoch geschmeidig.

Ich lebe polygam: Wenn es sich ergibt, werde ich auch meine beiden anderen Fahrräder wieder mal erwähnen.

Krieg im Bett und keinen Sex mit Anwältinnen

war

Fefe über den Plan, das Sexualstrafrecht zu verschärfen: “Ich befürchte, dass man in Zukunft auch keinen entspannten Sex mehr haben können wird. Denn wie sehr sich rückblickend die Einstellung zu einer anderen Person ändern kann, dass kann sich jeder tagtäglich beim Scheidungsrichter live anschauen. Die durchschnittliche Ehedauer beträgt 14 Jahre. Vergewaltigung verjährt nach 20 Jahren.”

Ich kann angesichts dieses Gesetzes nur raten, bei jedem Anzeichen von Streit auf Sex ganz zu verzichten – und auf keinen Fall Sex mit Anwältinnen zu haben.

Genießbar

Kuchen

Kein Genuß ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er zurückläßt, ist bleibend. (Johann Wolfgang von Goethe)

Ab in die blaue Zone!

essen

Lesenwertes Interview mit dem Ernährungswissenschaftler David Katz im Zeit-Magazin:
Katz: Auf der japanischen Insel Okinawa isst man Reis. Die Griechen essen Weizen. Im Nahen Osten gibt es Gerste und Weizen. Südamerikaner essen Hirse, Amaranth und Quinoa. Das sind übrigens einige der sogenannten “blauen Zonen”. (…) “Blue Zones” ist eigentlich ein anthropologisches Projekt, das aber der Ernährungswissenschaft wichtige Erkenntnisse bringt: Man untersucht die Regionen der Welt, in denen die Menschen am längsten leben, also viele über 100 werden. Die Menschen dort bekommen seltener Herzinfarkte, leiden weniger häufig an Demenz und sind bis ins hohe Alter fit. Dazu gehören Ikaria in Griechenland, Sardinien in Italien, wie gesagt Okinawa in Japan, Costa Rica und die kleine Gemeinde der Adventisten in Kalifornien.

Was ich mir für das Jahr 2045 vorgenommen habe

Hill Climb Racing, revisited

hill climb racinghill climb racing

Hill Climb Racing” für Android hatte ich hier schon lobend erwähnt.

Ich wollte schon immer mal mit einem dröhnenden LKW durch ein Atomkraftwerk brettern und strahlende Fässer durcheinanderkegeln… Das Spiel hat einen hohen Langzeit-Spaßfaktor.

10 Easy Steps To Become A German!

Germanize yourself! 10 Easy Steps To Become A German…

Blumenkohl mit Pampe und genderpolizeilich inkorrekter Fleischbeilage

BlumenkohlBlumenkohl

Blumenkohl-Auflauf mit Kartoffeln, Speck, mit Käse überbacken, zudem Sauce hollandaise und Bratwurst. Ich wette, dass es so ein normales Gericht in keinem Szene-Restaurant in Kreuzberg oder Prenzlauer Berg gibt. Wahrscheinlich ist schon allein die Bratwurst genderpolizeilich verboten (obwohl sie ja weiblich ist).

Wo bleibt der Sex?

Wer den Satz mag: “Menschen, die nicht an Gott glauben, sind durchschnittlich intelligenter als religiöse Menschen”, mag auch: “Intelligente Menschen haben mehr Sex, nehmen häufiger Drogen und bleiben länger wach”.

Die Menschen orientierten sich am Sonnenstand, standen mit Sonnenaufgang auf und legten sich schlafen, sobald es wieder dunkel wurde. Heute leben wir mit elektrischem Licht, was Menschen mit höherer Gehirnleistung dazu anrege, sich auch nach Sonnenuntergang mit Dingen auseinanderzusetzen, während Menschen mit geringerer Gehirnleistung an gewohntem festhalten, glaubt der Psychologe.

Bruahahahaha. Jetzt weiß ich, warum ich noch wach bin, obwohl es dunkel ist. Aber wo bleibt der Sex?

Inspiriert durch Ihren Browserverlauf

browserverlauf

Hahaha. Falsch geraten. Ich nutze einen Browser zum Surfen (Firefox mit paranoiden, das heißt vernünftigen Sicherheitseinstellungen), und einen anderen (SRWare Iron oder Chromium) zum Einkaufen oder dort, wo ich gezwungen bin, einige Dinge zuzulassen (Cookies, Javascript).

Außerdem habe ich die gesammelten blauen Bände hier. Warum sollte ich die noch einmal kaufen?

Ananke oder: DoS-Attacke der Glühbirne [Update]

Eine kaputte Glühbirne in einem Smart home fährt eine DoS-Attacke (via Fefe). Die ursprüngliche Story, von der die Süddeutsche abgeschrieben hat, gibt es bei Fusion. (“The challenge of being a futurist pioneer is being Patient Zero for the future’s headaches.” Lesenswert und zum Kringeln – wie auch die ältere Version in Wired.)

Das Thema hat Stanislaw Lem schon 1971 hinlänglich abgehandelt – in der Geschichte Ananke.

[Update] Dazu passt: “Künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit von Geräten, vorherzusehen, zu welchem Zeitpunkt sie den größtmöglichen Ärger verursachen können.” (Peter Glaser)

Shimano Kabushiki-gaisha oder: Think global

fahrrad

Jetzt fange ich auch schon an, wie Don Alphonso die Details meiner Fahrräder zu fotografieren. Wieso verkaufen mir hiesige Fahrradhändler Teile aus Japan? Kostet es weniger, die über den Ozean zu transportieren als die hier herstellen zu lassen?

“Insbesondere bei Schaltungsgruppen für Fahrräder hat Shimano eine überragende Marktstellung und ist Weltmarktführer in allen Preiskategorien.” Wenn man das so liest, wird klar: Die sind einfach besser,

Ich musste bei meinem Fahrrad-Dealer hier in Rixdorf leider 120 Euronen hinlegen, für alles inklusive und noch ein paar Dinge mehr. Dafür bin ich jetzt wieder auf der (meistens rechten) Überholspur unterwegs (und natürlich ohne Helm).

Mal so mal so oder: Selfie mit Android

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Café Mal so mal so (ohne Komma, weil Eigenname) in Rixdorf aka Neukölln. Geheimtipp: Chili con carne. (Ja, es ist auch ein Selfie.)

Unter Proletarierern

neukölln

Was machen ich und eines meiner Fahrräder eigentlich da am frühen Morgen?

In Rixdorf ist Latina-Musike

gentrifizierunggentrifizierung

Neue Kneipe(n) am Karl-Marx-Platz in Rixdorf: Der geschulte Völkerkundler sieht sofort, dass das klassische Proletariat dort nicht hingehen wird. Für die Prenzlauer-Berg-Schickeria ist es wiederum zu pseudo-trashig. Ich werde mal testen, vor allem die Preise, und berichten.

Das Stumpfe Eck ist jetzt Rotbart

rotbart

Schweren Herzens möchte ich den dem Nachtleben zugeneigten Leserinnen und den eventuell in Rixdorf herumsumpfenden Lesern eine neue Kneipe empfehlen. Dort, wo früher meine Stammkneipe “Das Stumpfe Eck” war, ist jetzt das “Rotbart” (Vorsicht, Facebook-Link!) Das Lokal habe ich natürlich sofort getestet, zusammen mit Freunden, die auch das “Stumpfe Eck” kannten.

Die gute Nachricht: Die neuen Leute haben sich wirklich Mühe gegeben. Das Etablissement hat Stil. Man fühlt sich wohl, was das Interieur angeht. Im Gegensatz zur alteingesessenen B-Lage und zum neuen Red Lion gibt es eine große Theke, an die man sich auch allein hinsetzen kann. Man muss also nicht zwangsweise als WG oder als Jugendgruppe kommen oder sich hardcoremäßig einfach zu einer solchen gesellen. Anders als in der B-Lage ist die Musik auch zu ertragen (bis jetzt kein Techno gehört). Zudem wird man nicht angestrengt mit Veganismus-Asketismus und anderem gefühlt politisch Korrektem belästigt. Großer Vorteil für mich, aber nicht für meine Freunde: Im “Rotbart” darf nicht geraucht werden. Löblich! Ich habe also beim Nachhausegehen keine Kopfschmerzen.

Jetzt die “schlechten” Nachrichten. Ich habe gleich investigativ recherchiert, um welche Gesellschaftsform es sich beim “Rotbart” handele. Die älteste Szene-Kneipe im Kiez, das Café Linus, wird von einem Verein betrieben. Der Profit steht also im “Linus” nicht unbedingt an erster Stelle; und dort verkehrt auch eher das sich links gerierende ältere Sozialarbeitermilieu. Das “Rotbart” ist leider weder ein Kollektiv noch eine Genossenschaft, sondern wird ganz Kapitalismus-kompatibel von zwei Geschäftsführern gemanagt. [Update: Es ist eine GbR, also mit vollen Risiko – Respekt!] Im “Stumpfen Eck” kostete ein großes Bier früher zwei Euro, im “Rotbart” muss man noch 50 Cent drauflegen. Ein Gin Tonic schlägt mit sage und schreibe sechs Euro zu Buche. Gut, dass ich so etwas nicht trinke, sondern, wenn kein Bier, dann nur Whisky.

Das Publikum im “Stumpfen Eck” war extrem heterogen: Arbeitslose, Berufsalkoholiker, und mehr oder weniger linke Arbeiter (die mit Nazi-Sprüchen bekamen im “Stumpfen Eck” Hausverbot und wanderten in den “Kaktus” am Hertzbergplatz ab), aber sonst querbeet durch alle Milieus bis hin zur Gender-Professorin. Die alteingesessenen Kiez-Bewohner werden sich das “Rotbart” einfach nicht leisten können. Das nennt man vermutlich “natürliche Auslese über den Marktpreis” oder so ähnlich. Vielleicht auch “Gentrifizierung”. Keiner gibt öffentlich zu, das zu wollen, aber alle machen mit und tun es einfach (den Autor eingeschlossen).

Natürlich interessiert sich das Publikum im “Rotbart” nicht für die Geschichte des Kiezes oder für das, was das “Stumpfe Eck” bedeutete. Es hatte sich eben über Fratzenbuch herumgesprochen. Wie sich die Jugend halt verabredet, mit einer Flasche in der Hand. Und Edward Snowden hat es übrigens nie gegeben.

Im “Rotbart” trifft man jetzt jede Menge äußerst attraktive junge Damen (die den Begriff “Dame” vermutlich nicht benutzen). Über die Männer kann ich nichts sagen – nur dass man(n) offenbar gern Kapuzen trägt, auch wenn man im Haus ist (fehlt nur noch eine Sonnenbrille), und dass Wollmützen auch dann angesagt sind, wenn man gar keine Wursthaare hat. Ich habe mit jüngeren Männern meine Probleme: Ich kann sie oft nicht ernst nehmen, auch wenn ich mir Mühe gebe.

Ich hatte jedenfalls, was mein Beuteschema bei Frauen angeht, mein ästhetisches Vergnügen beim Herumstarren und Beobachten aus rein völkerkundlicher Sicht. Auch das leckere Mädel neben mir, mit dem ich mich angeregt über den sozialen Aufstieg unterhielt und warum dieser nicht stattfinde (sie studierte passenderweise Erziehungswissenschaft), war eine Augenweide. Leider stand sie nicht auf Männer, und ihre Freudin guckte schon ganz indigniert nach mir, vor allen, als ich ihr meine beste Freundin empfahl, die extrem attraktiv sei und eine angenehme Person und zu meinem Missvergnügen auch nicht das männliche Geschlecht bevorzuge, ich daher aus altruistischen Gründen sie gern an eine passende Frau verkuppeln wolle, wenn es schon bei mir selbst nicht gelänge.

Es war übrigens proppevoll. Die Leute drängten sich nur so. Mal sehen, wie es an einem normalen Werktag um Mitternacht ist.

Da wir heute schon Lifestyle-Themen behandeln: Mein Endomondo ruft, es ist sonnig und kühl, also Laufwetter, und ich habe vier Kilo zu viel für mein Idealgewicht. Auf denn! Trainiert habe ich in diesem Jahr auch noch nicht…

9 American habits I lost when I moved to Germany

Vanessa Van Doren: “9 American habits I lost when I moved to Germany”:
Germans don’t like small talk, and they don’t like bullshit. Idle comments and feel-good messages have no place here. German flirting is particularly brutal; “Your big nose looks good on your face” is about the best compliment you can expect to get in Germany.

Muahahaha. Aber es stimmt. Es ist immer wieder lustig, wie Leute, die in den USA sozialisiert wurden, und Deutsche aneinander vorbei kommunizieren und sich nicht “verstehen”.

Same deal with “forgetting” to pay your tram fare — if you get caught, the icy stares heaped upon you by an entire car full of people will be enough to freeze your blood.

Hihi. Sehr hübsch auch dieses Statement: “In Germany, smiling for no reason is considered a sign of mental weakness.”

Persischer Untergrund

My Modern Met: “Expressive Photos Reveal a Rare, Alternative View of Iran”. Ansehen!

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