Geistiges Eigentum – eine Chimäre jüngeren Datums
Der CCC hat eine Antwort geschrieben auf den offenen Brief der Tatort-Autoren. Zitat:
Für Software gibt es keine Verwertungsgesellschaften, mangels historischen Präzedenzfalls. Wenn Ihr Euch mal umschaut, werdet ihr sehen, daß auch kein einziger von uns Software-Autoren eine GEMA für Software fordert. Wir nehmen Euch nichts weg, das wir für uns fordern. Wir haben uns nur von der Idee verabschiedet, daß dieses Modell in zehn Jahren noch existieren wird. (…)
Wir sollen also die Finger von den Schutzfristen lassen. Oh bitte, es bluten einem die Ohren bei diesem ewiggestrigen Singsang, den wir uns seit Jahren anhören müssen, während alle paar Jahre die Fristen verlängert werden. Wir sind jetzt bald bei einer Länge von einem Jahrhundert angekommen, und da bringt Ihr echt das Argument, man dürfe die Schutzfristen nicht anrühren? Wir glauben, es hackt. Das ist das Digitalzeitalter, Freunde, wir wissen nicht mal, wie wir digitale Daten ein ganzes Jahrhundert lang bewahren sollen. Die Archive und Bibliotheken haben noch nicht mal annähernd ein Konzept dafür. (…)
Das von Euch als gottgegeben hingestellte sogenannte “geistige Eigentum” ist bei näherem Hinsehen eine Chimäre jüngeren Datums, gerne als unsachlicher Kampfbegriff angeführt, um gewisse grundsätzliche Diskussionen zu vermeiden.
Hacking IT systems to become a criminal offence
Das Europäische Parlament will jetzt auch eine ominösen “Hackerparagrafen” einführen:
Cyber attacks on IT systems would become a criminal offence punishable by at least two years in prison throughout the EU under a draft law backed by the Civil Liberties Committee on Tuesday. Possessing or distributing hacking software and tools would also be an offence, and companies would be liable for cyber attacks committed for their benefit..
Da “Hacken” auch bedeuten kann, die Sicherheit einer Computersystems zu überprüfen – weil dieselben Mittel benutzt werden- , stehen in Zukunft alle Admins von Rechneranlagen mit einem Bein im Gefängnis. Wer “Cyber-attack tools” schreibt, dokumentiert damit, ein Internet-Ausdrucker zu sein und vom Thema keine Ahnung zu haben.
Eine bessere Werbung für die Piratenpartei auf europäischer Ebene kann es nicht geben.
Wer hat bei der EU über das Thema “rapportiert”? “…said rapporteur Monika Hohlmeier (EPP, DE).” Bruhahahahaha. Christlich-Soziale Union in Bayern e.V.!
“Monika Hohlmeier ist die Tochter des verstorbenen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (…) Derzeit (2008) studiert sie an der Fernuniversität Hagen Volkswirtschaft.”
Eine ausgewiesene Internet-Expertin also! Da kann ja nichts schief gehen mit den europäischen Gesetzen gegen “Hacken” und dem Regenzauber gegen Anonymous et al.
Friedrichs greift durch gegen den Home-grown-Terrorismus
Heise: “Nach Ansicht des Bundesinnenministeriums ist der “Home-grown-Terrorismus” ein großes Problem.” Da muss jetzt hart durchgegriffen werden. Vor allem im Internet.
Internet-Voodoo und Computer-Mythologie
Welt online: “Er hackte ihre Konten, griff auf private Fotos und Informationen zu und verbreitete sie im Internet.”
Da wüsste man doch zu gern, wie der “gehackt” hat: Jemand, der seinen Beruf ernst nimmt als Journalist, würde das recherchieren und dem Publikum erklären.
Hat Christopher Chaney Beschwörungsformeln vor seinem Monitor gemurmelt? “Abrakadabra, jetzt onlinedurchsuche ich dich!” Oder wie?
Auf solch schwachsinniger Berichterstattung basieren die Computer-Mythen in Fernseh-Krimis und in Filmen – und in den Köpfen der DAUs.
Der Hacker ist der Schamane des 21. Jahrhunderts und wird von der ahnungslosen Journaille mit magischen Fertigkeiten ausgestattet wie der Zauberer eines Dorfes in Papua-Neuguinea. (Ja, das hatte ich vor fünf Jahren schon einmal geschrieben).
Guckst du bei Sawf News: “The photos of Christina Aguilera being leaked to the press were illegally obtained by a hacker who tapped into Christina’s personal stylist’s account”.
Aha. Ein Phishing-Angiff auf die E-Mail-Accounts des sozialen Umfelds der Opfer – technisches social engineering sozusagen.
Das funktioniert, weil DAUs mit eingeschaltetem Javascript surfen und E-Mails in HTML-Format erlauben. (Das ist leider ab Werk in den meisten E-Mail-Programmen so eingestellt, das kann man aber ändern!)
Communist Land in Mumble

Dummschwätzer Sarkozy
Heise zitiert den französischen Präsidenten Sarkozy: “”Von nun an wird jede Person bestraft, die regelmäßig im Internet Webseiten besucht, die den Terrorismus predigen, die zu Hass und Gewalt aufrufen.”
Wie dämlich muss man sein, um so etwas zu sagen? Ich bin zum Beispiel regelmäßig auf Internet Haganah – und von dort aus halte ich mit via Tor oder Jobybyn auf Websites auf, die “Terrorismus predigen, die zu Hass und Gewalt aufrufen.”
Sarkozy: Wie kann man jemandem nachweisen, wo er war, wenn diese Person die IP-Adresse anonymsiert? Kann man nicht.
Ich warte aber darauf, dass Bosbach, Schünemann und Wendt das auch fordern. Merkbefreit genug sind die ja.
Gott der HErr sagt zu allen Journalisten
“Die EU-Richtlinie verpflichtet Telekom-Unternehmen seit 2006 dazu, die Daten von Telefongesprächen, Internetverbindungen und Mails der Bürger auf Vorrat speichern, damit Fahnder später Verbrechen aufklären können.” (taz)
Damit können sie aber keine Verbrechen aufklären. Hier fehlt eine korrekte grammatikalische Form: Damit, wie die Überwachungs-Lobby behauptet, später mehr Verbrechen aufgeklärt werden könnten. Geht aber nicht.
Du sollte die Agitprop der Überwachungslobby nicht unkritisch übernehmen, sagt Gott der HErr zu allen Journalisten.
Sicherheit im Internet
Vortrag und Workshop “Sicherheit im Internet”: pdf zum Download
Cryptoportal
“Das Cryptoportal bietet Lehrern eine Plattform, auf der sie Unterrichtsmaterialien zum Thema Informationssicherheit und Kryptologie veröffentlichen und darüber diskutieren können. Dadurch sollen gegenseitige Anregungen und Hilfen sowohl für Lehrer als auch für Lernende entstehen.”
Kein grosser Schritt für die Menschheit
…aber ein großer für Burks, um mit vmware klarzukommen.
Gnome läuft immer noch nicht richtig oder ich sehe es nicht (ich vermute, es gibt ein Problem mit der Grafikkarte), aber immerhin kann ich normale Ubuntu-Programme wie gedit oder auch Firefoy mittlerweile im Fenster lassen, warum auch immer. (Wenn gedit funktioniert, dann müsste doch Gnome eigentlich installiert sei?)
Frage: Es wäre doch eine lustige Idee, mit vmware einen Truecrypt-Container zu erzeugen, oder?
Vmware und Gnome: Cannot open display
Ich habe grad Gnome für Ubuntu per Vmware installiert, komme aber nicht weiter. Gnome will nicht starten. Hat jemand eine Idee? Das hier versteh ich nicht wirklich auf Anhieb.
Zeigt her die Sprechblasen und Lichterketten
Newsletter der Linken: “Der Landesvorstand unterstützt den Aufruf fileadmin/download/2012/5_vor_12_handzettel.pdf »Handeln. Jetzt. Es ist 5 vor 12!« der dazu aufruft am internationalen Tag gegen Rassismus, dem 21. März 2012, 11.55 Uhr, Flagge gegen Rassismus zu zeigen.”
Soll ich mich in deren Rechner hacken, um an den Handzettel zu kommen? Pappnasen… Lernt. Computer. E-Mail-Schreiben. Ten-Standard. Jetzt.
Unter Fernwartern
Zwei hübsche Meldungen bei Heise, die irgendwie zusammenpassen:
“Sämtliche Windows-Versionen via Remote Desktop angreifbar” – das ist natürlich eine irreführende Schlagzeile, aber das hier erklärt alles:
Zwar ist der Remote-Desktop-Server (alias Remotedesktopverbindung) standardmäßig nicht aktiv, die praktische Fernwartungsfunktion erfreut sich jedoch großer Beliebtheit und ist in vielen Fällen auch über das Internet erreichbar.
LMAO.
Zwar ist die unverschlossene Haustür standardmäßig nicht aktiv, die praktische Funktion erfreut sich jedoch großer Beliebtheit und ist in vielen Fällen auch über öffentliche Straßen erreichbar.
Und hier: Studie: Mangelnde IT-Kenntnisse hemmen Unternehmenserfolg.
Nicht nur den Unternehmenserfolg, aucn die Berichterstattung der Medien über alles, was mit dem pöhsen Internet zusammenhängt.
Digitales Aikido: Wie schütze ich meine Daten im Internet?
Der DJV Berlin richtet in Kooperation mit der German Privacy Foundation am Mittwoch, 21. März 2012 um 19 Uhr in der Geschäftsstelle des DJV Berlin (Taubenstr. 20, Berlin-Mitte), ein Seminar aus zum Thema:
Sicheres Surfen – Verschlüsselte E-Mail: Wie schütze ich meine Daten im Internet? – Vortrag und Workshop mit Burkhard Schröder
Was ist zu beachten, um Daten auf einem Computer zu schützen? Wie kann man E-Mails verschlüsseln und wann ist es nötig? Wie kann man sicher surfen?
Angesprochen sind vor allem Kolleginnen und Kollegen, die sich bisher nicht für das Thema Sicherheit interessiert haben. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Laptops können mitgebracht werden.
Zur Person: Burkhard Schröder ist stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses Online beim DJV Berlin und Mitbegründer der German Privacy Foundation.
Die Teilnahme ist kostenlos, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich an: info@djv-berlin.de, Sie erhalten eine Bestätigung.
Comparison of disk encryption software
Comparison of disk encryption software
Fremde Netze
“Die zwischen zwei Skype-Clients geführte Kommunikation wird auf skype-fremden Netzwerken geführt und baut auf einer 256-Bit-AES-Verschlüsselung auf. Die eingesetzten Verschlüsselungscodes werden unter Zuhilfenahme des RSA-Verfahrens (1536 bis 2048 Bit) übermittelt.” (Heise)
Skype. Ach.
Runtergefahren
Ein Artikel von mir im Tagesspiegel: “Sie nennen sich “browsergamer”, “antifant”, “zensursula”, “semperfidelis” oder “The Dude”. Wer die deutschen Sympathisanten der amorphen Protestbewegung “Anonymous” im Internet verstehen will, muss sich mit der Folklore des Netzes vertraut machen. Nur so kann man die subtilen Anspielungen und indirekten Zitate verstehen, die sich auch in den gewählten Pseudonymen widerspiegeln.” (mehr… )
Die Schamanen des 21. Jahrhunderts
Ein Kommentar von mir in der taz:
“Als sich der Chaos Computer Club 1981 in den Redaktionsräumen der taz gründete, wurde ‘die Verlängerung eines Telefonkabels schlimmer bestraft’ als ‘das Auslösen einer atomaren Explosion’.
Das ist heute in Deutschland nicht mehr so; in den USA wandern Hacker jedoch schnell zehn Jahre oder mehr hinter Gitter, wenn sie Banken oder das Privateigentum, die heilige Kuh des Kapitalismus, angreifen, also das Urheberrecht in Frage stellen oder umgehen.” [mehr...]
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Très chic. Das war auch dringend nötig.
Just another mere IRC-Channel
Ein Artikel von mir auf taz online: “Neues Projekt in der Anonymous-Szene: Nur ein weiterer Chat-Kanal?”















