Stilleben mit: The Masculine Soul et al

breakfast

Ja, ich habe euch darben lassen. Daher jetzt um so mehr Relevantes und weniger Relevantes. Ich bin in der Laune, das obige Frühstück in ein paar Tagen nachzustellen. Ich kenne die Zutaten, außer dem fast schwarzen dunklen Zeug (unten in der Mitte). Was ist das?

linkwood

Endlich habe ich auch wieder eine Flasche meiner Whisky-Hausmarke ergattert: Linkwood, ihr wisst, was ungetorft gut schmeckt! Whisky mit Literatur, was gibt es Schöneres (ausser Beischlaf natürlich)?

Dazu läuft Antti Martikainen im Hintergrund. Wenn man das hört, wachsen Männern automatisch Haare auf der Brust. Warum sind die Finnen eigentlich so gut in Musik? Nightwish, Tarja Turunen, Ensiferum? Weil es da so oft kalt und dunkel ist und man ausser Sex und Komponieren nichts tun kann?

shakespeare

Shakespeare hatte wir hier neulich schon. Wenn ihr jemals Macbeth lesen wolltet: Besser ist der Film Polanskis mit dem Original-Text. Einfach großartig, inklusive Gänsehaut-Faktor. Ein Bloody masterpiece for sure.

schockwellenreiter

And now for something completely different. Kennt ihr die bescheuertste deutsche „Internet“-Firma? Lan1 Hotspots GmbH heisst die und sitzt in Hamburg. Die zensieren (nach irrationalen Kriterien sowieso) und antworten nicht auf E-Mails. Eine deutsche Internet-Firma eben. Schade, dass man das Problem nicht wie in Wikinger-Filmen lösen kann oder persönlich.

Wenn man die entsprechende Pressemeldung liest, platzt einem fast der Kragen ob der Heuchelei, die aus allen Zeilen trieft: „Berlins Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Dilek Kolat und die Vorsitzende der Geschäftsführung von Vivantes Dr. Andrea Grebe haben heute im Vivantes Klinikum Am Urban kostenfreies WLAN für alle Patientinnen und Patienten in Betrieb genommen und damit einen wichtigen Punkt aus dem 100-Tage-Programm des Senats erfüllt. (…) Für die technische Aufrüstung, die für ein freies WLAN notwendig ist, wurden am Klinikum Am Urban rund 300.000 Euro aufgewendet. Die Kapazität der Datenübertragung konnte damit von vorher 6 Mbit auf jetzt 100 Mbit aufgestockt werden.“ So viel Geld, um Websites zu zensieren. Gutes Deutsch können die auch nicht.

altertumswissenschaft

And now for something completely different. Ich musste heute in alten Papieren kramen. 44 Jahre nach einem Seminar, das ich an der Universität Münster belegt hatte, erfahre ich jetzt, dass mein damaliger Professor Gottlieb Prachner in der DDR ein „Störenfried“ war und es deshalb vorgezogen hatte, dort nicht weiter zu lehren. Ich kam mit ihmwunderbar klar, und er mit mir offenbar auch. Das waren noch Zeiten: Er hat die Studenten seines Seminars zu Semesterende in eine Kneipe eingeladen. Und genau dort lernte ich andere Studenten kenne, deren Erzählungen von Streiks, Besetzungen und Demonstrationen usw. mich dazu bewogen, von Münster an die FU Berlin zu wechseln.

Jetzt breche ich abrupt ab und esse (ausnahmsweise) meine Pizza.

Adblocker. Add-ons et al

javascript

Wie allgemein bekannt, surfe ich auf Medienseiten, die mir Javascript aufzwingen wollen, nicht. Ich will auch keine Werbung sehen. Ich breche auch nicht in Tränen aus, wenn ich die Medien im Kapitalismus wegen entgangener Profitchancen jammern und lügen höre. Fefe hat dazu das Nötige gesagt. Die Werbung auf der Website des ehemaligen Nachrichtenmagazins will sogar Malware uploaden.

Es gibt auch noch andere Methoden, das zu umgehen (vgl. oben). Just saying.

Nicht oder doch ist hier die Frage

Frage an die sprachkundigen Leserinnen und an die des Deutschen mächtigen Leser: „Das liegt unter anderem daran, dass Bundestagsabgeordnete und ihre Mitarbeiter Smartphones und Tablet-Computer verwenden, die nicht zentral verwaltet und gegen potenzielle Angriffe abgeschirmt sind.“ (Sueddeutsche.de)

Bedeutet das: Die Smartphones und Tablets sind gegen potenzielle Angriffe abgeschirmt oder nicht gegen potenzielle Angriffe abgeschirmt?

Mittelwelle per Javascript

javascript

Hatte ich nicht hier schon mehrfach etwas über Javascript geschrieben? Hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier.

Heise legt nach: „PC und Notebook senden per JavaScript auf Mittelwelle“.

Unter Beschuss

Lesenswert: Richard Gutjahr über Mobbing und Verschwörungstheoretiker:
„In unzähligen YouTube-Videos, Postings auf Facebook und auf Twitter wurden meine Frau, meine Tochter und ich aufgrund meiner Berichte (und vielleicht der Tatsache geschuldet, dass meine Frau Jüdin ist) bezichtigt, Teil einer internationalen Verschwörung zu sein, der sog. New World Order (NWO). Ziel dieser geheimen Organisation: durch inszenierte Terrorakte (‚Hoaxes‘ oder auch ‚FalseFlag‘-Angriffe) die Weltherrschaft zu erlangen. Haben wir anfangs über diesen Irrsinn noch gelacht, ist meiner Familie und mir das Lachen nach und nach im Hals stecken geblieben.“

Mit Mobbing habe ich ja auch diverse und intensive Erfahrungen gemacht, auch seitens von Leuten, die andere für seriös halten. Es ist natürlich ein Unterschied, ob mal allein gegen alle steht, was mir – auch wegen meiner Biografie – noch nie etwas ausgemacht, sondern mich eher angestachelt hat, oder ob die Familie mit darunter leidet.

Gegen Idioten wie die von Gutjahr erwähnten Verschwörungstheoretiker (die auch allesamt Antisemiten sind) würde ich vermutlich nicht vorgehen, aber welche, die man in Maßen ernst nehmen kann, dürfen mit meinem Gegenmobbing rechnen.

Alles überflutet

internet

Ich sollte auch „Zukunftsforscher“ werden…

Sich selbst kultursensibel geißeln

Anna Muzychuk
Source: „Gott und die Welt“ (Felix Kruppa auf Facebook)

Ich muss wieder etwas zum obigen Foto-Ausriss zitieren:
„Im Gegensatz zur ‚ersten feministischen Regierung‘ Schwedens oder beispielsweise Claudia Roth hat die Ukrainerin Anna Muzychuk mit ihrer Entscheidung, an den diesjährigen Schachweltmeisterschaften in Saudi-Arabien nicht teilzunehmen, echte Courage bewiesen. In einem Statement begründet sie, dass sie sich in Riad als Mensch zweiter Klasse fühlen würde.

Zwar hätte sie sich während des Turniers nicht verhüllen müssen, außerhalb aber sollen die Teilnehmerinnen eine Abaya (ein islamisches Überkleid) tragen. Anna Muzychuk kann das nicht mit ihren Prinzipien vereinen, was als Frau die einzig logische Haltung mit Bezug sowohl auf die Frauenrechte in Saudi-Arabien als auch auf die islamische Verschleierung sein kann. Alles andere wäre Selbstgeißelung, die im Falle einiger PolitikerInnen oft als Zeichen der Toleranz oder Kultursensibilität verkauft wird.

Sich als emanzipierte Frau den islamischen Kleiderordnungen zu beugen, bedeutet allerdings auch, Repräsentantin ihrer Symbolik zu werden. Die Tatsache ignorierend, dass die absolute Mehrheit der muslimischen Frauen weltweit nicht in der Lage ist, freiwillig darüber zu entscheiden, ob sie sich verhüllt oder nicht, unterwerfen sich freie Frauen einem patriarchalischen Symbol, das sie zum Besitztum des Mannes degradiert.

Dass die Anbiederung an frauenfeindliche Symbole und Kulturpraktiken nichts mit Offenheit und Toleranz, sondern mit dem Verrat an der eigenen Freiheit und den eigenen Prinzipien einhergeht, hat die 27-jährige Anna Muzychuk hervorragend verstanden, regierende Politikerinnen hingegen nicht.“

Vermutlich ist dem Stammpublikum auch bekannt, dass mir Beifall von der falschen Seite an einem Körperteil vorbeigeht, das ich hier nicht näher bezeichnen will. Ich stimme dem oben Gesagten zu. Es ist mir aber schleierhaft (!), warum kluge und emanzipierte Frauen (Claudia Roth gehört nicht dazu) sich derart zur Äffin machen und vor dem puritanischen und reaktionärem Islam einknicken. Ich versteh’s einfach nicht.

And now for something completely different. Leider habe ich in diesem Jahr nicht viel von dem geschafft, was ich mir vorgenommen hatte. Die E-Book-Ausgabe der Konquistadoren steht immer noch auf meiner To-Do-Liste, dazu auch noch eine ebensolche Version meines Seminars über „Investigative Recherche im Internet“.

In diesem Jahr sind mir Themen über den Weg gelaufen bzw. auf die Füße gefallen, die keinen Aufschub duldeten. Vom Schockwellenreiter habe ich eine Liste bekommen, die ich abarbeiten muss und will: Es geht um Auszeichnungssprachen, die die Welt überdauern etwas dauerhafter sind als das jeweils aktuelle HTML oder WordPress und dergleichen. (Pandoc sieht interessant aus.)

Wenn ich meine Forschungen zu den Vorfahren – also auch zur polnischen und russischen Lokalgeschichte – abgeschlossen haben werde, muss ich die Ergebnisse in irgendein Format bringen, das auch noch in ferner Zukunft lesbar sein wird, sonst machte das keinen Sinn. Das muss ich im Jahr 2018 auf die Reihe kriegen, wie auch immer.

Ja, ich habe auch noch zwei Buchprojekte im Sinn, aber Details verrate ich (noch) nicht.

Ich wollte im nächsten Jahr nach Israel reisen und zudem mein Paddelboot in Klein-Venedig ausprobieren. Auf meiner Wunschliste stehen jetzt auch Montevideo und das Land der Guaraní. Warum hat mir die Vorsehung oder wer auch immer nicht drei Leben geschenkt?

Ich verbringe heute, Silvester und Neujahr wie gewohnt im Krankenhaus (nein, ich bin nicht krank). Mir schwant nichts Gutes.

Guten Rutsch!

Static Site Generators

Der Schockwellenreiter brachte mich auf die Idee, mich mit Static Site Generators zu beschäftigen. StaticGen hat eine Übersicht („Top Open-Source Static Site Generators“). Auf den ersten Blick schien mir Building a simple static page generator with Node.js interessant.

Die Idee ist: Da ich auf zweien meiner vier Blogs, die alle mit WordPress laufen, nicht viel schreibe, könnte ich die auch statisch machen und lernte etwas dazu. Ich habe eigentlich keine Lust, mir noch einmal ein CSS-Tutorial durchzulesen.

Ideen und Tipps der technikaffinen Leserinnen und programierenden Leser dazu?

Google, Noscript und uMatrix

Ich habe ein merkwürdiges Problem, das zu lösen ich den technikaffinen Leserinnen und computerkundigen Lesern überlasse.

Das Add-on Noscript für Firefox Quantum (57.0) gibt es jetzt wieder, aber es arbeitet nicht korrekt. Ich habe das für Ubuntu und Windows 10 getestet.

Falls ich bei Google Advcanced Search (engl., bei allen Browsern meine Startseite) eine exakte Zeichenkette (phrase eingebe, sehe ich für einen Bruchteil einer Sekunde mehrere Ergebnisse, werde aber dann weitergeleitet und das Browserfenster ist leer.

Ich dachte zunächst, dass Google mich jetzt auch zwingen würde, Javascript bei der Suche einzusetzen, aber ich benutze zusätzlich auch uMatrix, das ebenfalls Skripte blockiert. Wenn ich Noscript deaktiviere, ist alles so, wie es sein sollte.

Hat jemand eine Idee? Oder kommen sich nur die beiden Add-ons in die Quere?

Firefox Quantum, update revisited

firefox

Nachdem mir auch unter Linux Firefox 57.0 angedreht wurde, musste ich mich nach neuen Add-ons umsehen. Hier sind Vorschläge. Oder wissen die des sicheren Surfens kundigen Leserinnen und die Technik-affinen Leser mehr und weisen mich darauf hin? Was fehlt?

Ich habe noch Probleme, ein Tool zu finden, dass mir eine Website im Pdf-Format anzeigt (zum Ausdrucken). Die angebotenen Add-ons telefonieren alle nach Hause oder machen noch Schlimmeres.

Ganz angetan bin ich von Country Flags & IP WHOIS, sogar mit eingebautem TinyURL und direktem Link zur WaybackMachine.

Ich konnte mir natürlich nicht verkneifen, meine eigene „Reputation“ anzeigen zu lassen….

Aus Spaß an der Freud‘ habe ich noch I don’t care about cookies 2.7.3 hinzugenommen.

Firefox Quantum, update

add-ons

Ein Freund wies mich auf uMatrix hin. Wenn man gezwungen ist, auf Firefox Quantum upzugraden, ist das Add-on ein guter Ersatz für Nocript. [Video] Ich empfehle aber, noch nicht zu wechseln oder auf Firefox ESR (Extended Support Release) umzusteigen.

Unter Linux ist Firefox noch bei Version 56.0. Alle Add-ons funktionieren.

Firefox Quantum oder: Sex ohne Gummi

add.ons

Screenshot: Nützliche Add-ons bei Firefox 56.02

Ich rate dringend von einem Update auf Firefox Quantum ab. Fast kein Add-on funktioniert dann mehr. Das ist wie Sex ohne Gummi. man kann das Problem lösen, indem man auf Firefox ESR (Extended Support Release) „downgradet“.

Briefkasten by tomster and erdgeist

Hat jemand hier den elektronischen Briefkasten ausprobiert? Bin mir nicht sicher, ob mir die Installation auf Anhieb gelänge. Brauche notfalls Hilfe…

Wundersame Geschichten von den Schildbürgern zu München

schildbürger

Die Stadtverwaltung von München wechselt von Linux zu Windows – ein Schildbürgerstreich, wie ihn die Schildbürger selbst nicht besser hätten ausdenken können. Eine Behörde ist eben nicht rational, sondern eine eigene Welt.

Ich aber frage euch mit Matthew D. Rose: „Wo kommt die Kohle her? Wo geht die Kohle hin?“ Damit ist alles gefragt.

Unable to Extract

Ehrenmal Kommunalfriedhof Weetfeld

Einen Rat, bitte! Kann es sein, das Youtube bestimmte Videos davor schützt, per Terminal heruntergeladen zu werden? Bei anderen geht es problemlos. Kann also nicht an der Version liegen.

Proletarischer Journalismus oder: Ehre, wem Ehre gebührt

Ehrenmal Kommunalfriedhof WeetfeldEhrenmal Kommunalfriedhof WeetfeldEhrenmal Kommunalfriedhof WeetfeldEhrenmal Kommunalfriedhof Weetfeld

Mal so ganz unter uns, liebe an Geschichte interessierten Leserinnen und historisch gebildeten Leser: Was wäre, wenn die Website Ruhr 1920 offline ginge? Ich habe nichts gefunden, was korrekt über den Austand des Proletariats im Ruhrgebiet 1920 berichtete – und was davon an Denkmälern übriggeblieben ist. Ja, ein Rapper-Video von den Grenzgängern kann man jungen Leuten empfehlen (Einfach grandios! Ich wüsste gern, woher das Filmmaterial ist. Ideen oder Tipps?) Wenn ich es nicht schon wüsste, hätte ich wieder etwas über die Arbeiterverräterpartei SPD gelernt.

Natürlich haben wir dann noch Rote Ruhrarme 1920 von Heiner Herde. Dort wird angekündigt, dass einer der Augenzeugen „aus der Distanz des bürgerlichen Journalisten“ zu Wort käme. Har har. Wer würde das noch heute sich zu sagen trauen? (Ja, ihr dürft mich gern einen proletarischen Journalisten nennen!)

[By the way: habe gerade gelernt, wie man Youtube-Videos per Terminal downloaden kann.]

Ich habe den Kommunalfriedhof Hamm-Wiescherhöfen bzw. Weetfeld, Weetfelder Straße besucht und das dortige Ehrenmal. Hier wurden gefallene Kämpfer der Roten Ruhr-Armee begraben. Der Stein ist erhalten, weil ein Bauer ihn nach der Machtübernahme der Nazis versteckte. Die Namen der Ermordeten sollen hier noch einmal genannt werden: Franz Casper, Otto Abt, Otto Probst, Theo Vehring, Albert Fusselberg, Anton Ehlert, Franz Sobeck, Wenzel Bontkowski, Johann Balake und ein unbekannter Toter.

„1920, wen juckt das schon? Die Revolution!“

Nicht weit davon ist ein weiteres „Ehrenmal“, sozusagen inhaltlich das Gegenteil (Foto unten). Für mich sind die dort „Geehrten“ keine „Helden“. Es könnte sein, dass eben diese Soldaten auch die waren, die die Arbeiter niedergemetzelt haben. Der Stein lädt auch nicht ein, zu „gedenken“. Ich habe mir die Namen gar nicht erst angesehen.

Gewählte Anfängerfehler

Heise: „Bundestagswahl: Eingesetzte Wahl-Software hat eklatante Sicherheitslücken“.

„So können Wahlergebnisse etwa auf dem Weg vom Wahllokal zum Kreiswahlleiter abgefangen oder manipuliert werden. Lokale Zugangsdaten sind zum Teil überhaupt nicht, zum Teil durch selbstentwickelte Verschlüsselung geschützt. In einem Fall werden die Passwörter lediglich als dezimal repräsentierte Hex-Werte gespeichert. Ein geheimer Schlüssel kommt nicht zum Einsatz.
Außerdem sind die Zugangsdaten für die Server, die zum Upload der Daten dienen, leicht zu erraten oder sogar öffentlich im Netz verfügbar.“

Warum wundert mich das jetzt nicht?

Freies Deutsches Internet

freies internet

Schwerer Schlag gegen blabla oder: Melden, durchführen. verbieten [Update]

censorship

Wer Zensur fordert, kriegt sie auch. Die so genannte AfD hatte gefordert: „Linksextremistische Online-Plattform „Indymedia“ abschalten!“. Jetzt hat der deutsche Innenminister geliefert. Der Schockwellenreiter hat das Nötige dazu geschrieben.

„Das Bundesinnenministerium hat heute morgen die linke Internetplattform linksunten.indymedia.org (der Link funktioniert momentan noch manchmal, manchmal auch nicht) verboten. (…) Im Verfahren gegen die Plattform wandten die Sicherheitsbehörden einen Kniff an: Förmlich soll es sich um ein Vereinsverbot handeln – die Betreiber wurden demnach von den Behörden als Verein eingestuft, obwohl es formal gar keinen gibt.“

Interessant. Das ist juristisch natürlich unhaltbar. Der Innenminister handelt offenbar nach der Devise: Legal. illegal, scheißegal. Aber das kennen wir ja. Das suggeriert auch die Website des Bundesinnenministeriums: Rechts und links seien „Pendants“.

„Das Verbot gegen die Vereinigung stützt sich auf § 3 Absatz 1 Satz 1 Alternative 1 und 2 des Vereinsgesetzes. Zweck und Tätigkeiten von „linksunten.indymedia“ laufen den Strafgesetzen zuwider und richten sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung. Es ist das erste Verbot einer linksextremistischen Vereinigung durch einen Bundesinnenminister. Das rechtsextremistische Pendant zu „linksunten.indymedia“, die Internetplattform „Altermedia Deutschland“, hatte der Bundesinnenminister bereits am 27. Januar 2016 verboten.“

Totalitarismus-Doktrin, ick hör dir trapsen. Darüber hatte ich auch schon 2003 etwas geschrieben. Weimar lässt grüßen.

Update] „Laut dem Vereinsrechtler Lars Leuschner von der Universität Osnabrück reicht es für die Definition des Vereins schon aus, wenn zwei Personen zusammenarbeiten, (…) ‚Entscheidend sind vor allem die Merkmale des Zusammenschlusses und der Willensbildung, deren Nachweis bei konspirativen Vereinigungen natürlich schwierig ist.'“ Damit könnte man praktisch alles verbieten. Interessant dazu ist ein Urteil des Bundesgerichtshofes sowie der Text (pdf): „Der Rechtsstatus nicht eingetragener Vereine und ihrer Mitglieder“.

Adblockerblockerblocker

Spiegel online: „Angesichts dieser Folgen bitten wir um Verständnis, dass wir seit August 2017 sogenannte Adblockerblocker einsetzen.“

Sagte der Igel zum Hasen: „Ich surfe ohne Javascript. Was interessieren mich Adblocker?“

Older entries