Alice, bitte weggucken!

Gor

Das ist ja wieder nur so ein frauenfeindlicher Kram, also einfach weggucken. So ein Möbelladen würde im realen Leben ähnliche Reaktionen hervorrufen wie Sarrazin…(Ja, verdammt, das ist mein Avatar, der da steht und glotzt!)

City of Rhyta

RhytaRhyta

Wie die alten Rittersleut 2.0

Tafa

Wenn mir grad nichts einfällt zum Bloggen, kann ich immer noch Screenshots posten – hier ein Schwertturnier in Tafa.

Es bleibt etwas hängen (2. update)

Jetzt habe ich endlich eine ganz eigene Verschwörungstheorie. Kinderpornografie und Bombenbauanleitungen im Internet – so was kenn ich ja schon (auch als Vorwurf meiner dünnbrettbohrigen Feinde, um mich fertigzumachen). Hier ist laut Zeit Online eine neue Version: “Wikileaks-Gründer unter Vergewaltigungsverdacht”.

Verdacht. Darum geht es. Kachelmann stand “unter Verdacht”, und schon wollte man ihn aus der Firma drängen und aus seiner Wohnung. In den Medien heisst es dann: “Wirbel um”, “umstritten”, wurde verdächtigt”.

Ich bin auch “umstritten” und stand “unter Verdacht”. Als ich meine Akten durchlas, in denen es um den Vorwurf ging, ich hätte eine “Bombenbauanleitung” ins Internet gestellt, tauchten dort zahlreiche Anzeigen von Neonazis und ähnlichen Gesellen gegen mich auf – wegen “Beleidigung” usw.. Die waren zwar alle eingestellt worden, weil nichts dran war, aber so etwas verschwindet in Deutschland nicht und macht bei einem Richter, der sich den Quatsch dann nur flüchtig durchliest, einen “guten” Eindruck. Und auf so etwas spekulieren natürlich Staatsanwälte.

Es bleibt etwas hängen. Wie bei dem “riesigen Kinderporno-Skandal” oder bei anderen Luftnummern. Nicht nur die Medien, sondern natürlich auch die Rezipienten haben ein Gedächnis wie das einer Drosophila. Man muss heute Gegner nicht bekämpfen. Man muss ihnen nur etwas vorwerfen, das emotional besetzt ist. Ungefähr in dieser Reihenfolge: Kinderpornografie, Vergewaltigung, Bombenbauanleitung, Pornografie.

Wenn mir mal wenigstens jemand Blasphemie vorwerfen würde – das machte wenigstens Spaß. Oder virtuellen Drogenhandel – in Second Life etwa. A propos: Wenn ich meinen Artikel über Gor fertig habe, kommt das bestimmt auch noch – eine Anklage wegen Vergewaltigung eines Avatars. Einem deutschen Jugendschutzwart traue ich so gut wie alles zu.

Es bleibt schon etwas hängen, auch wenn die, die sich gegen einen “Verdacht” wehren müssen, unschuldig wie ein Osterlamm sind.

Ich freu mich schon auf die Kommentare im Heise-Forum zum Thema.

Update “Schwedens Justiz hat den Vergewaltigungs-Verdacht gegen Julian Assange zurückgenommen. Die Behörde hob am Samstagnachmittag den Haftbefehl gegen den 39-jährigen Australier wieder auf, der am Vorabend ausgestellt worden war. Behördensprecherin Eva Finné erklärte: ‘Es gibt für mich keinen Grund zu dem Verdacht mehr, dass er eine Vergewaltigung begangen hat.’” (Heise)

Wikileaks? Stand der Chef von Wikileaks nicht mal unter dem Verdacht, zwei Frauen vergewaltigt zu haben? Quod erat demonstrandum.

2. update: Stockholm News: “The 30-year-old woman said that she, for her part claims to be a victim of molestation, but not a rape.” Wer hat eigentlich den Vorwurf der “Vergewaltigung” in die Welt gebracht? Spiegel Offline? oder golem.de? Die beiden betroffenen Frauen jedenfalls nicht.

Sonnenaufgang in der Wüste 2.0

Aretai

Eine deutsche Gor-Sim – die Oase Torburg – Aretai in der Tahari-Wüste. By the way: Kein deutscher Jugendschutzwart traut sich hierhin – er würde sofort virtuell erschossen (von meinem Avatar persönlich).

Amazonen von Gor

pantherpanther

Ich wundere mich immer, wie verschnarcht deutsche Medien bei der Suche nach Themen sind, wenn die nur irgendwie mit dem Internet zu tun haben. Ich habe schon vor mehr als zwei Jahren einmal versucht, einen Artikel über Frauen und Cybersex einer der größten deutschen “Frauenzeitungen” anzudrehen – vergeblich. Die wussten gar nicht, was gemeint war.

Zehntausende Frauen weltweit halten sich in der virtuellen Welt Gor, dem größten” subkulturellen Segment von Second Life mit mehr als 300 Regionen (”sims“). Gor – ein Ambiente nach den Trash-Romanen des Schriftstellers John Norman – bringt dem Anbieter Lindenlab monatlich mindestens 120.000 Dollar ein, ein Sümmchen, das schon etwas bewegen kann.

Ein “Problem: es kommen ganz viele Frauen vor, zudem noch viel mehr Sex und Gewalt. Die Lindenlabs reden nicht gern darüber. Man kann Norman eine gewisse Genialität nicht absprechen, trotz des sogar von einen glühenden Verehrern zugegebenen unterirdischen Niveaus seiner Schreibe, so den Nerv der politial correctness getroffen zu haben, dass er vom medialen Mainstream komplett ignoriert wird – ganz im Gegenteil zu vergleichbaren “niveauvollen” Machwerken wie Perry Rhodan.

Sehr viel Frauen bewegen ihren Avatar als “Panther” durch die goreanischen Urwälder 2.0 – die Amazonen von Gor, beschrieben in “Hunters of Gor” Diese Frauen sind meistens sehr gute Bogenschützen (Egoshooter, aufgemerkt!), sehen oft supersexy aus und benehmen sich in ihrer Rolle arrogant gegenüber Männern, die sie jagen, vergewaltigen und virtuell “versklaven” wollen. Sie drehen oft den Spieß um und schießen Männer nieder und erniedrigen sie. (Für die hier mitlesenden schmallippigen Jugendschutzwarte, die jetzt schon rote Ohren haben: Alles ist freiwillig, jeder kann jederzeit ausloggen.)

Hier ein Screenshot vom Eingangsbereich einer “Panter-Sim”: Diejenigen Frauen, die in strittigen Fällen das Rollenspiel moderieren, sozusagen die Ober-Amazonen, stellen sich selbst vor. Im jeweiligen virtuellen Markt der Regionen wird alles das angeboten, was der schießwütige weibliche (und oft lesbische) Avatar braucht.

Ich frage mich, warum das kein Medium interessiert, das sich an Frauen richtet? Ach ja, man müsste recherchieren – das ist in diesem Fall nicht so einfach. Eine EMMA-Redakteurin würde vermutlich gleich an die Kette gelegt oder gebannt, wenn sie nicht die passende Kleidung trüge. Aber Fell-Bikini, halb entbößte Brüste und mit virtuellen Flitzebögen herumballern, dass die Männer von den Bäumen fallen sowie jede Menge Cyberporn – passt das für eine Feministin 2.0? Ich sollte den Artikel besser selbst schreiben…

Tafa – Member of the Vosk League

counterearth

Könnte es sein, dass da mein Avatar irgendwo herumsteht? Der Kerl mit der Armbrust auf dem Rücken?

Counterearth revisited

counterearth Avatarcounterearth

Counter-Earth

counterearth

So eine Art “Google Counter-Earth“, gesehen in Serena Perseus, Second Life. By the way: Warum gibt es keinen deutschen Wikipedia-Eintrag für “Gor“, aber einen auf Französisch, Englisch, Türkisch und Spanisch? Haben da die Jugendschutzwarte ihre Finger wieder drin? (Man beachte die Online-Werbung hinten rechts! Ist das nicht schon Pornografie und gehörte gemeldet, durchgeführt und verboten?) Jede Wette, dass es so ist, oder eben das Übliche – vorauseilender Gehorsam und/oder Feigheit.

Lange kein Avatar-Bild mehr gepostet, revisited

Slave of Gor

She Urt of Gor

She Urt of Gor

Und nun zu etwas ganz Anderem. Das ist eine so genannte She Urt in Gor, einer der möglichen weiblichen Charaktere eines Rollenspiels in Second Life.

“She-urts: (noun; short for ’she-urts of the wharves’) homeless free girls – runaways, vagabonds, orphans, etc. – who live near the canals in port cities, surviving by scavenging, begging, stealing, and sleeping with paga attendants; they sleep wherever they find space, and usually wear a brief tunic instead of Robes of Concealment. I think it takes a very special, flexible individual to want to take on this role at all.”

Dieser süße Avatar spielt übrigens meine “Schwester” in Gor.

Jetzt aber eine Frau mit Gitarre

Slave of Gor

Nun, gut ihre Musik ist nicht so gut wie die von Ten Years After, Santana, Rory Gallagher oder gar Bob Marley, aber sie ist ja auch nur eine Sängerin 2.0. Dafür sieht sie ganz nett aus, oder?

Tugendpolizei gegen Anstössiges

Penis

Ja, ich gebe zu: Ich suchte nach einem Penis-Bild. Nein, ich weiß, was das ist. Der Anlass: die Überschrift eines Heise-Artikels: “Wikimedia engagiert Tugendwächter”, von der ich nicht wirklich weiß, ob sie ironisch gemeint ist.

“Gleichwohl hätten zu freizügige Inhalte zur Folge, dass viele Menschen nicht von Projekten wie der Wikipedia profitieren könnten. So wird Wikipedia beispielsweise in vielen Bildungseinrichtungen gesperrt. Wo genau die Grenze zwischen Weltwissen und vorwiegend anstößigem Material zu ziehen ist, darüber gehen die Meinungen auseinander.”

Man muss sich nur die Wortwahl ansehen: “freizügig” und “anstößig”. Was könnte das sein – das kleinste gemeinsame Vielfache aller moralischen Vorstellungen zwischen Afghanistan, Kalifornien, Nord-Korea und Guinea-Bissau?

Tugend bedeutet laut Wikipedia “eine Fähigkeit und innere Haltung, das Gute mit innerer Neigung (das heißt: leicht und mit Freude) zu tun. Im allgemeineren Kontext bezeichnet man mit Tugend den Besitz einer positiven Eigenschaft.” Worüber wacht also ein Tugendwächter?

Ich stelle sie mir vor, unsere Jugendschutzwarte, wie sie mit zusammengekniffenen Lippen und der Moral der 50-er Jahre in ihrer vertrockneten Seele “Anstößiges” suchen, also etwas, was einer puritanischen Evangelikalen oder selbst ernannten “Jugendschützern”, die vor einem Jahrhundert Heime für “gefallene Mädchen” gegründet hätten, die Schamrote ins Gesicht treiben könnte. Igitt, ein Penis! Das beeinträchtigt doch die Jugend in ihrer Entwicklung!

Die US-Amerikaner wissen zwar im Gegensatz zu den Deutschen, was Meinungsfreiheit ist, bei nackter Haut jedoch hört der Spaß auf. Was will man von einer Kultur halten, die die Prohibition und den Exorzismus der McCarthy-Ära erfunden hat. Da sind wir Deutschen ihnen dicht auf den Version.

Ich empfinde es als anstößig, wenn geistig Minderbemittelte, die an höhere Wesen glauben, mir etwas von Tugend erzählen wollen. Das ist genau so beleidigend, als wollte mir Zensursula erzählen, wie das Internet funktionere. Ja, ich bin “freizügig”, und das ist auch gut so.

Der Screenshot zeigt einen “Markt” in Second Life, auf dem für virtuelle Penisse geworben wird.

Port RarIR

Gor

Der kleine Hafen von Port RarIR bei “Sonnenuntergang” in Gor/Secondlife.

Wie im alten Rom

Ostia

Der Hafen von Ostia.

Die Avatare von Gor, neunundneunzigste Folge

Avatar

Simpler, more enjoyable, relevant, accessible, relevant and engaging

Avatar

Er hört sich bei den LindenLabs an wie eine Frontbegradigung: “Linden Lab Restructures to Generate Efficiencies and Support Investment in New Platforms”. “Restrukturierung” kann immer auch bedeuten: “Wir ziehen uns geordnet aus Stalingrad zurück”, “Deutschland muss sparen”, “Wieder mehr variables Kapital auf dem Arbeitsmarkt verfügbar” oder “Gute Nachricht: Griechische Staatsanleihen jetzt besonders günstig!” Was also ist gemeint?

“Today’s announcement about our reorganization will help us make Second Life® even simpler, more enjoyable, relevant and engaging for consumers starting with their first experience. It will also enable us to invest in bringing 3D to the web and will strengthen our profitability,” said Mark Kingdon, chief executive officer of Linden Lab. According to Kingdon, the restructuring also better aligns Linden Lab with its two longer-term goals. First, the company aims to create a browser-based virtual world experience, eliminating the need to download software. Secondly, Linden Lab will look to extend the Second Life experience into popular social networks. ‘Ultimately, we want to make Second Life more accessible and relevant to a wider population,’ he said.”

Die Berichterstattung deutscher Medien – inklusive der Mainstream-Blogs – über Second Life kann man komplett vergessen. Genausogut könnte man auch eine saudi-arabische Zeitung über die Kreuzzüge befragen. Deswegen hier ein paar Details mehr.

Auf ReadWriteWeb (”one of the most popular technology blog”) wird das noch erläutert: “Linden Lab intends to move the Second Life environment to a browser- and mobile-based platform, obviating the need to download software. It will combine its product and engineering divisions. Future plans include migration to social networks, like Facebook.” PaidContent schreibt: “The company’s financial state isn’t known. Linden Lab has raised about $19 million in funding but hasn’t raised outside cash since 2006. At least two of its backers have sold their stakes; one unnamed investor sold its holdings to late-stage investment firm Stratim Capital a year ago…”

Die “Lindens” wollen also die Hemmschwelle tiefer legen: man muss immer noch einen Client (ein Programm, das den Zugang ermöglicht) installieren, bevor man die größte virtuelle Welt der Welt betreten kann. Ich habe mich von einem guten Freund technisch belehren lassen, dass es in absehbarer Zeit möglich sein könnte, 3d-Rendering per Browser adäquat umsetzen zu können.

Das Problem von Second Life ist bekanntlich, dass eine Kommunikationsplattform nur zwei Geldquellen hat: Ausspionieren und Verkaufen des Nutzerverhaltens sowie das Geld, was die Nutzer “inworld” ausgeben. In beiden Punkten übertrifft Second World um Längen, nur eben nicht in den Nutzerzahlen. Die Zahl der aktiven Nutzer wird sich um eineinhalb Millionen Nutzer bewegen, obwohl offiziell das Zehnfach angeben wird: Sehr viele Avatare, die während des Medienhypes 2007 geschaffen wurde, sind inaktive Karteileichen, und aktive Nutzer (wie ich) haben fast immer mehrere Avatare (ich habe vier) für unterschiedliche Segmente der virtuellen Welt und deren Szenarien. (Mein ältester Avatar heisst übrigens Burkhard Schroeder, “geboren” im Januar 2007.)

Second Life

Der Sceenshot unten zeigt die Ergebnisse, die man in der Second-Life-internen Suchmaschine erzielt, wenn man “deutsch” eingibt und “erwachsene” Inhalte zulässt. Ich möchte die deutschen Jugenschutzwarte anstacheln zu jammern: “Dass muss man doch melden, durchführen und verbieten!?” Damit könnten sie sich noch lächerlicher machen, was ich bekanntlich lebhaft begrüßen würde. Aber im Ernst: Wer bei Gor In Second Life die Nase rümpft, hat eben keine Ahnung: Der Avatar ganz oben stammt aus Gor und ist wesentlicher appetitlicher als der Schund und Müll, der einem im deutschen Segment der 3D-Welt entgegenbrodelt.

The Gor Hub

Gor Hub

The Gor Hub, laut Statistik die mit Abstand aktivste Gor-Sim in Second Life. Man könnte es auch Fleischmarkt 2.0 nennen.

Lena – Germany’s Next Topmodel 2.0

Avatar of Gor

Ich habe nur leider vergessen, welche von denen Lena ist.

Panther Woman of Gor

Gor

“Panthers – the most feared women of Gor: Woman outlaws, woman that refuse to live by the laws of men. Women that do not even relay on the charity of men like the lowly she-urt.”

Ich frage mich, warum die Emma nicht ihren Leserinnen empfiehlt, mal vorbeizuschauen und den virtuellen “Laden” aufzumischen….

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