Naturerfahrungsraum

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Fantasielose Frischluftschneisendesigner

Die taz bringt es auf den Punkt: “Grolle nicht über die schnurgeraden Betonpisten, die Quadratur der Rollrasenlangeweile, die unbeschatteten Sitzpritschen neben den Rennstrecken für geräderte Zeitgenossen mit Drahteseln, Rollbrettern, Rollschuhen, Elektrorollstühlen und Stehrollern. Vergiss deinen Zorn über die Rodung von einem halben Tausend alter Wildwuchsbäume zugunsten einer schmächtigen, genormten Tausendschaft aus irgendeiner monokulturellen Stangengärtnerei.”

Das Gleisdreieck, wie es mal war, ist futsch. Da zieht mich nichts mehr hin.

Frauen und Tölchen

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Ein nettes Interview mit jemandem, der sich mit Hunden auskennt und wahre Dinge sagt:

Wenn der Hund gut erzogen ist, können Standardbefehle wie “Aus” oder “Sitz” eine Hilfe sein. Aber meine Erfahrung zeigt mir: Die Leute, die es nicht schaffen, den Hund vom Jogger abzuhalten, haben ihm auch nicht die elementaren Erziehungsregeln beigebracht. [Hört! Hört! Sehr wahr! Das gilt für 90 Prozent aller Berliner Hundebesitzer, insbesondere alleinerziehende Frauen.] (…) Wenn ich eine starke körperliche Präsenz habe und mich bedrohlich vor einem einigermaßen verträglichen Hund aufbaue, werden 99 von 100 Hunden sagen, okay, ich lasse es lieber.”

Auch wahr. Das Foto zeigt übrigens meine ehemaliges Tölchen Ajax vom Teufelslauch auf dem Gelände des Gleisdreiecks (2008), das heute leider ein Park ist. Und leider weiß ich auch nicht, wo der Hund heute ist; meine Ex-Frau, zu der ich keinen Kontakt habe, scheint ihn abgegeben zu haben. Das hätte ich ja nicht übers Herz gebracht.

Gleisdreieck, revisited

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Die wohlwollenden Stammleserinnen und die geneigten Stammleser werden sich erinnern, dass ich am 12.04.2004 und am 14.11.2004 – also vor acht Jahren – hier zum ersten Mal das Gelände am Berliner Gleisdreck beschrieben habe. Google Earth bietet noch einen nostalgischen Blick auf das wildromantische Gelände inklusive des “Wäldchens“, das ich vor Jahren mit Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch fast täglich durchstreift habe.

Heute ist das Gleisdreieck ein so genannter “Park“, das heisst Natur wird erstens kapitalisiert – wie alles im Kapitalismus – und zweitens “gestaltet”. Ich war damals einer der Sprecher der Bürgerinitiative, die genau das befürchtete. Widerstand ist zwecklos, nicht nur die Natur, sondern auch Bürgerinitiativen werden schnell assimiliert.

Ich muss zugeben, dass ich mir das Ergebnis schlimmer vorgestellt habe als es ist. Das, was früher interessant, romantisch und abenteuerlich war, ist natürlich alles weg. Quod erat demonstrandum. Der Park wird offenbar von der Bevölkerung angenommen, aber für Kinder gibt es ausser dem “Wäldchen” (“Gleiswildnis – bitte nicht betreten”) nichts zu entdecken. Alles ist kindersicher und verplant. Und natürlich sind auch alle Ruinen verriegelt und verrammelt.

Lustig war ja, dass die Planer des Parks das eigentliche Anliegen – Kreuzberg und Schöneberg zu verbinden – am Anfang gar nicht realisierten. Auch jetzt es es mühsam, nach Schöneberg zu kommen. Ich musste erst einen Zaun niederreißen (sorry). Aber immerhin gibt es “meine” Wiese noch (Bild ganz oben), auf der ich mich vor sechs Jahren oft ins Gras gelegt habe, während Tölchen auf Mückenfang ging oder sonstwie herumtollte.

Nördlich der Monumentenbrücke (unteres Bild) scheint noch ein Rest unverplanter Natur zu sein, vielleicht werde ich das Gelände südlich der Yorckbrücken bald erkunden, bevor es plattgemacht auch in einen “Naturerlebnisraum” verwandelt wird.

BI Eylauer Straße protestiert gegen Baubeginn für Luxushäuser zwischen Kreuzberg und Schöneberg

BA/Stadtentwicklungsamt Tempelhof-Schöneberg vergibt im Schatten der Neuwahlen Baugenehmigung für ein Immobilien-Großprojekt und ignoriert die Kritik von Anwohnern und Bezirksverordneten.

Die Bürgerinitiative Eylauer Straße im Viktoriakiez protestiert gegen den unangekündigten Beginn der Bauarbeiten auf dem Gelände an der Bahntrasse zwischen Monumenten- und Dudenstraße. An den Depothallen des Deutschen Technikmuseums plant der Investor Thomas Bestgen mit seinem Immobilienunternehmen UTB einen Häuserriegel, der schwer wiegende Folgen für Natur und Anwohner hätte. Heute Morgen wurde an der Monumentenstraße mit Erdarbeiten begonnen.

Ein nahezu identisches Bauprojekt der Investoren Lior Mamrud und Josif Smuskovics wurde im November 2010 von den Anwohnern, dem Kreuzberger Bezirksbürgermeister Franz Schulz und einer Mehrheit der BVV Tempelhof-Schöneberg kritisiert und verworfen. Es sei ein “brachialer Eingriff” in die Interessen der Anwohner, sagte Schulz damals auf einer Anwohnerversammlung. Der entsprechende Bebauungsplan 7-1 fand keine Mehrheit in der BVV.

Kurz vor Jahreswechsel hat Siegmund Kroll, Leiter des Stadtentwicklungsamtes im Rathaus Schöneberg, bereits eine Baugenehmigung für die Eckgrundstücke erteilen lassen – offenbar unter Umgehung aller politischen Instanzen und unter Missachtung der breiten Kritik. Herr Kroll berief sich dabei auf § 34 des Baugesetzbuches, der dies beim Einfügen in “die Eigenart der näheren Umgebung” und einer gesicherten Erschließung auch ohne Bebauungsplan zulässt. Diese Bedingungen sind nach Ansicht von Experten allerdings nicht erfüllt.

Das jede Transparenz vermissen lassende Vorgehen des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg ist für die BI zutiefst undemokratisch. Kroll sind die begründeten Bedenken und die schriftliche Einsprüche der Anwohner bekannt, er hat sich aber anscheinend entschlossen, sie einfach zu ignorieren, so die Bürgerinitiative.

Die Pläne des neuen Investors wurden erst vor wenigen Tagen ausgesuchten Interessenten vorgestellt und sind seit Donnerstag im Internet zu finden. Eine Debatte im Stadtplanungsausschuss ist für den 8. Februar angesetzt. So ist zu befürchten, dass die Bezirksverordneten mit bereits in der Zwischenzeit geschaffenen Fakten konfrontiert werden.

Die BI betont, dass Sie nicht generell gegen eine Bebauung ist – aber eben nicht in dieser Form an dieser Stelle. Denn der Bau hätte eine Reihe schwerwiegender Nachteile und würde dem gerade erst beschlossenen Stadtentwicklungsplan (STEP) Klima vollkommen entgegenstehen: Eine wichtige Klimaschneise für die Innenstadt Berlins (nicht nur für den Kiez!) würde verbaut. Der Nord-Süd-Grünzug wäre an der schmalsten Stelle durch einen Betonriegel zertrennt. Der vorhandene Grün- und Baumbestand soll nach Angaben des Investors komplett verschwinden. Die Lebensqualität der Anwohner würde sich dramatisch verschlechtern, die Mieten stark ansteigen und die Gentrifizierung weiter voran schreiten. Zudem ist fraglich, ob die Lage des Projekts an der lärmbelasteten Bahntrasse, der stark befahrenen Dudenstraße und hinter einem Discountermarkt für Käufer überhaupt attraktiv sein kann.

Kontakt www.viktoriakiez.de

Das Stellwerk, revisited

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Die älteren Leserinnen und Leser werden sich noch an meine Blog-Postings zum Thema Gleisdreieck erinnern, insbesondere an das alte Stellwerk, das ich, wenn mich mich recht erinnere, hier zum ersten Mal am 12.04.2004 erwähnte dergestalt, dass ich ankündigte, ich werde dokumentieren, wie es mit dem Gebäude weiterginge, was hiermit geschehen sei.

Nachtrag (statt “Update”): Ich habe gestern jemandem, dessen Mutterspräche neuseeländisches Englisch ist, versucht zu erklären, warum der deutsche Satzbau, wendete man ihn an wie Thomas Mann, nicht nur einen Dolmetscher verzweifeln, sondern auch den des Deutschen noch nicht Kundigen zum Fernglas greifen ließe, da der der erste Teil des Verbs oft – am Anfang des Satzes stehend – seinen zweite Teil verspräche alsbald folgen zu lassen, dass dieses jedoch oft nicht geschehe, sondern dass man das, was den Sinn und Zweck des Gesagten erst verständlich werden lässt, nur am Ende der Wortgirländen, die einen deutschen Satz so ungemein logisch, ja sogar dem Lateinischen ähnlich machen, erblicken könne.

Berliner Zustände: Wie gewohnt wieder mal Millionen futsch

Berliner Morgenpost: “Die vom Land Berlin eingerichtete und finanzierte Stiftung Naturschutz hat durch die Finanzkrise Millionen verloren. Die Stiftung gehört zu den Opfern des amerikanischen Großbetrügers Bernard Madoff. Als das Schneeballsystem des früheren Finanzmaklers aus New York 2008 aufflog, büßte die Stiftung 430 000 Euro aus dem Stiftungskapital ein. Und 1,6 Millionen Euro aus den von ihr verwalteten Mitteln für den Bau des Parks am Gleisdreieck, die aus Ausgleichszahlungen der Investoren vom Potsdamer Platz stammen.” (nur für Abonnenten)

Die Wirtschaftsprüfer von Röver Brönner stellen in einem Bericht für die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die die Rechtsaufsicht über die Stiftung hat, dem Finanzgebaren ein schlechtes Zeugnis aus. Die Berliner hätten Anlagen der höchsten Risikostufe gezeichnet und dabei sogar einen möglichen Totalverlust des Treuhandkapitals und des Stiftungskapitals in Kauf genommen. (…) Im Stiftungsrat sitzen auch Politiker aus dem Abgeordnetenhaus, Vorsitzender des Kontrollgremiums ist der SPD-Abgeordnete Holger Thärichen. (…) Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Vorgang nicht äußern. Dabei hat der Wirtschaftsprüfer auch die Rolle der Behörde kritisiert, die die Aufsicht aus der gleichen Abteilung erledigte, die auch die Zuwendungen ausschüttet.

Gleisdreieck, revisited

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Heute habe ich mein Mountain-Bike wieder auf’s Gleisdreieck in Kreuzberg geführt. Dort bin ich zahllose Male herumgestreift, mit Hund und ohne Hund, wie auf einem Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Leider machte mein Fahrrad mittendrin schlapp, sodass ich nur einen Teil dokumentieren kann. Wo früher der riesige Sandhaufen war, ist jetzt ein Platz für Beachvolleyball. Sobald es meine Zeit zulässt, werde ich nachsehen, was aus dem Wäldchen und der östlichen Seite geworden ist – ob die so genannten “Landschaftsplaner” noch etwas übriggelassen haben. Deren Motto ist bekanntlich: Die Bäume stehn’ in Reih’ und Glied, ein Anblick, den man gerne sieht. Mein Motto ist das nicht.

Flaschenhals am Gleisdreieck

Als ich noch in Kreuzberg wohnte, habe ich mich um das Gleisdreieck gekümmert und um die wunderbare städtische Wildnis. Das wird alles verplant und vernichtet. Selbstredend, wie man es hätte vorhersagen können, kommt zudem auch noch grober Unfug dabei heraus, wie man auf dem Gleisdreieck-Blog schön nachvollziehen kann: “Endet der Fahrradweg Berlin-Leipzig in einer Sackgasse?”

Buddelei am Gleisdreieck

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Heute war ich mit Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch wieder einmal am Gleisdreieck. Dort türmen sich mittlerweile die Sandberge. Tölchen jagte sie hinauf und hinunter und buddelte, dass der Sand nur so flog. Obwohl alle Türen in unser Wäldchen mit Vorhängeschlössern verrammelt waren, haben wir einen Weg hineingefunden. Mir gelang es auch, Tölchen in vollem Galopp mit der Kamera zu erwischen (s. Bild 2).

This used to be our playground

Gleisdreieck

Gestern war ich mit Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch wieder mal auf dem Gleisdreieck. Dort ist das Hundchen aufgewachsen (daher die Überschrift). Mittlerweile haben die umstrittenen Arbeiten begonnen – das historische Pflaster ist schon fast vollständig verschwunden. Am Stellwerk haben wir ein paar junge Herren überrascht, die sich als Graffiti-Künstler entpuppten. Das Tor ist wieder verschlossen, aber man kann durch den kleinen Anbau der Stellwerks-Ruine hindurchgehen, weil freundliche und sich den Interessen der Allgemeinheit verflichtet fühlende Menschen die Türen aufgebrochen haben (letzten Bild). Leider ist auch das Wäldchen wieder mit einem Vorhängeschloss versperrt. Das erinnert mich daran, dass ich das Handbuch zur Schloßöffnung noch einmal durchlesen wollte, weil ich ungern etws zerstöre, sondern behutsam vorgehe. Tölchen hat jedenfalls das Gelände sofort wiedererkannt und ist freudig herumgetollt, vor allem auf seiner Lieblingswiese.

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Ball im Fuchsbau

Tölchen

Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch hat seinen Ball versehentlich in einen Fuchsbau gekullert und bekommt ihn trotz eifrigen Buddelns nicht wieder heraus. Jetzt muss Herrchen aka Burks beim nächsten Mal seinen Globetrotter-Klappspaten mitbringen. Tölchen ist erschöpft und sauer.

Akira und die Ackerkratzdistel

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Heute habe ich eine kurze Runde auf dem Gelände des Gleisdreiecks gedreht, ausnahmsweise ohne Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch. Die Bauarbeiten haben begonnen und, wie ich es immer vorhergesagt habe, die Wünsche der Anwohner wurden weitgehend abgeschmettert. Der geplante “Volkspark” wird auf die Pflanzen keine Rücksicht nehmen. Die Ackerkratzdistel und andere Pionierpflanzen werden vermutlich einem gepflegten Einheitsrasen und Sportanlagen weichen, damit es so mainstreammäßig aussieht wie in den Köpfen der verantwortlichen Architekten und lokalen Polit-Apparatschiks. Ich werde auch den Niedergang des Wäldchens dokumentieren. Noch ist es intakt und vom Dach der Stellwerk-Ruine aus (vgl. Selbstportrait) gut zu überblicken. (An die Nachgeborenen: Nicht da draufklettern, es ist gefährlich!)

Last Exit Gleisdreieck

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Heute habe ich mich “offiziell” vom Gelände am Gleisdreieck verabschiedet. Jemand hat freundlicherweise das Schloss, das das Tor an der Stellwerks-Ruine versperrte, wieder entfernt. Ich war’ s nicht. Ich hätte das professionell gemacht – das Werkzeug dazu besitze ich. Man kommt auch bequem samt Hund unter dem Zaun zwischen dem Stellwerk und der Bahn hindurch; jemand hat dort mit einem Spaten ein genügend großes Loch gebuddelt. Hier die vorläufig letzten Aufnahmen – u.a. die zweite Stellwerkruine und die Rückseite der ehemaligen Werkstätten.

He shot the Sherriff

Graffiti

Graffiti am Gleisdreieck

Stellwerk an Wäldchen und Abendsonne

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Über das Wäldchen am Gleisdreieck habe ich so oft geschrieben, dass die wohlwollenden Stammleserinnen und geneigten Stammleser schon Bescheid wissen. Langsam nehme ich mental Abschied vom einzigen innerstädtischen Urwald Berlins, denn ab Juli werde ich hier wohl nur noch selten sein können. Und der Wald wird vom Senat zugunsten eines “Volksparks” platt gemacht werden. Vor ein paar Tagen bin ich zum ersten Mal auf das Dach der Stellwerk-Ruine geklettert, so dass Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch mich zwar rufen hörte, aber nicht orten konnte. Der Wasserturm gehört übrigens zum Technikmuseum.

Gleisdreieck

Gleisdreieck
Gleisdreieck

Credits und Copyright: Burks (oben, aus der Sicht eines Tölchens), Alex Friedrich (unten). Beide Aufnahmen wurden von hier aus gemacht.

Ghost Train

Ghost train

Credits und Copyright: Alex Friedrich.

Naturnahes Gleisdreieck | Tölchen an Buschrosen

Gleisdreieck

Das Leitbild des zukünftiges Gleisdreiecks sollte ursprünglich (im Bürokraten-Jargon) sein: “Der natürliche Prozess der Selbstwerdung einer Parklandschaft soll ein wesentliches Gestaltungselement bleiben und kostenaufwändige Umplanungen vermieden werden. Zonen, in denen sich Natur regeneriert, sollen geschützt und als Naturerlebnisräume ausgewiesen werden.”

“Naturnah” – das klingt nach romantischem Antikapitalismus, zurück zur Natur und Rousseau. Naturerlebnisräume. Kühe sind also nicht lila oder so ähnlich. Das Gleisdreieck ist insofern einzigartig, als die Relikte der Technik, Schienentränge, sogar alte Loks, Bahnanlagen, von der Natur zurückerobert worden sind. Die meisten Leute merken davon aber gar nichts. Sie wollen nur Ball spielen, die Hunde ausführen oder ihren Müll gleichmäßig verteilen.

In der Tat kann man jetzt noch wild wachsende Natur dort erleben. Das wird aber nicht mehr lange dauern. Wenn erst “Schmuckkanten” und zahllose Wege und Sportstätten eingezogen werden, ist es vorbei mit dem “Naturerleben”. Aber was will man vom Senat anderes erwarten…

Gestern traf ich eine Gruppe Biologie-Studenten im Wäldchen beim Pflanzen- und Käfersammeln. Ich habe ihnen gesagt, dass es ein Umweltgutachten über das Gleisdreieck gebe und dass sie sich über die Geschichte des Geländes informieren könnten.

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Dort, wo Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch herumsteht (2. Bild), gibt es wieder zwei Öffnungen im Zaun, um vom Flaschenhals zum Gleisdreieck und zurück zu kommen. Nur ein aktueller Hinweis für einschlägig Interessierte.

Im Wälchen wird es immer bunter und exotischer. Wilde Erdbeeren, Buschrosen, wild wucherndes Gesträuch – ich hoffe inständig, dass nicht mehr Leute dort herumvandalieren. Ich habe vor ein paar Tagen eine Frau mit drei Kindern samt Fahrrädern samt Anhänger getroffen, die ganze Büsche und Baumaterial entwendeten, vermutlich für ihren eigenen Garten. Und der Müll, den die Techno-Fans hinterlassen haben, liegt selbstredend noch immer da und verschandelt die Gegend. Aber was solls. Bald werde ich nur noch selten dort herumlaufen. Tölchen wird sich aber an das Gelände gern und immer wieder erinnern: Das Hundchen ist dort praktisch aufgewachsen.

Gleisdreieck

Stellwerk, revisited

Stellwerk

Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch hat jetzt zwangsweise auch das den hiesigen Stammleserinnen und Stammlesern wohlbekannte Stellwerk auf dem Gelände des Gleisdreicks erkundet, das ich zum ersten Mal im Dezember 2004 fotografiert habe. Die Ruine ist mittlerweile völlig leer und verwüstet und mit Müll übersät.

Voller Müll ist auch der “Flaschenhals”, das kleine wäldchen südlich der Yorckbrücken. Dort fand vor drei Tagen eine private Techno-Party statt, in die ich mit Tölchen zufällig hineinplatzte. Ich sah es der dort anwesenden Jugend schon an, was geschehen würde – jeder zweite telefonierte mit dem Handy, und der Rest warf leere Flaschen und Pappe durch die Gegend.

Das Hundchen hatte schreckliche Angst, die enge Wendeltreppe der Ruine hinaufzusteigen und wieder hinunter, wunderte sich oben über den Ausblick und wurde unruhig, als Herrchen allein auf dem Dach herumturnte. Aber alles ging gut. “Unser”Wäldchen ist von dort aus gut zu überblicken.

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Ältere Fotos vom Stellwerk auf spiggel.de gibt es hier (12.04.2004), hier (26.09.2004), hier 814.11.2004), hier (30.06.2006), hier (24.10.2006), hier (07.01.2007), und hier (12.08.2007).

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