Nguyen Ai Quoc aka Ho Ho Ho

Mein Neffe hat mir ein wunderbares Andenken von einer Vietnam-Reise mitgebracht, das einen Ehrenplatz in meiner Bibliothek einnehmen wird und das ich den wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern nicht vorenthalten will… Wäre eine nette Quizfrage: Welche asiatische Präsident war zeitweise Mitglied einer Freimaurer-Loge in Paris?

Welt am Draht reloaded

WeltManchmal erschrickt man, wenn man wirklich gute Nachrichten liest. Das kommt ja kaum vor. Hier ist eine von Spiegel Offline: “‘Welt am Draht’, Welturaufführung der restaurierten Fassung am Sonntag, den 14. Februar um 20 Uhr im Berliner Kino International; als DVD erhältlich ab dem 18. Februar”. Kaufen ist angesagt – Karten kriegt man eh’ nicht, ich stelle mich nicht frierend in irgendeine Schlange.

Welt am Draht ist ein Science-Fiction-Klassiker der allerfeinsten Sorte und – was den Plot betrifft – besser als “Matrix” oder “Tron“. Man kann kaum glauben, dass Rainer Werner Fassbinder im Jahr 1973, also neun Jahre vor “Tron”, die Idee virtueller Welten vorweggenommen und “realistisch” beschrieben hat. Erst 35 Jahre später wurde das Thema digitalisiert in Second Life umgesetzt. “Matrix” ist zwar technisch gesehen um Lichtjahre besser, aber die Idee ist von Fassbinder geklaut. Wer “Welt am Draht” nicht kennt, hat eine echte Bildungslücke und etwas verpasst.

“Wenn wir eine künstliche Welt erschaffen können, warum sollte unsere Welt dann nicht künstlich sein?” Quod erat demonstrandum.

Sherlock Holmes

sherlock homesNeulich war ich mit meiner Lieblingsfreundin im Kino und habe mir auf ihre Empfehlung hin Sherlock Holmes angesehen. Sehr gute Unterhaltung, besser als die etwa altertümlichen und für den heutigen Geschmack langweiligen Bücher oder älteren Verfilmungen; dennoch hat der Film recht eng und originell die Vorlage adaptiert. Die Rezensionen auf film.zeit sind in Ordnung.

Die Charaktere ähneln mir jedoch ein wenig zu sehr dem Comic Strip. Man erfährt so gut wie nichts über die Motive der Personen. Sie entwickeln sich nicht. Man ahnt schon die Fortsetzung – alles bleibt wie es war, nur die Fälle sind anders. Zwei “halbe” Love Stories zwischen den Helden und ihren jeweiligen Freundinnen sind auch nicht elegant. Die Action Story kann sich daher nicht entscheiden, was wichtiger ist. Zudem ist das Original als typischer Männerfreundschaft angelegt (wie auch die männlichen Paare im “Tatort”), und da stören Frauengeschichten nur, außer sie enden tragisch.

Ausstattung und Kostüme allein sind es schon wert, sich den Film anzusehen – sehr liebevoll gemacht, auch die Kleinigkeiten. London im vorletzten Jahrhundert – man glaubt die Stadt vor sich zu sehen. Fazit: Das Eintrittsgeld lohnt sich.

Digital Natives

Filmtipp – gleich auf 3sat: “Digital Natives – Die Ureinwohner des World Wide Web”: “Grob gesagt handelt es sich bei den Eingeborenen des Netzes um die nach 1980 Geborenen. Es sind diejenigen unter uns, die nie in einer Welt ohne Internet, Handys, Videospielen und all den anderen Werk- und Spielzeugen des digitalen Zeitalters gelebt haben. Es sind diejenigen unter uns, die man als ‘digitale Muttersprachler’ bezeichnen könnte und genau das ist es, was sie von all den anderen unterscheidet – von den ‘Digital Immigrants’. Die Digital Natives – wie on- und offline leben sie? Sind sie wirklich so anders als ihre analogen Vorfahren, den Digital Immigrants?”

Der Titel sagt ja schon alles. Wer das Internet (das ist gemeint) nicht vom Word Wide Web unterschieden kann, der sollte einfach zu Hause bleiben, ein gutes Buch lesen und das Maul halten. Ich bin übrigens seit 1994 online (im Internet – nicht im World Wide Web) und bin auch ein digitaler Ureinwohner.

Hemmungloser Sex

Antje Mönning

Bild.de klärt auf: Die Schauspielerin Antje Mönning spielt nicht nur Nonnen wie in “Um Himmels Willen, sondern auch in Sex-Filmen mit.

Was müssen wir darüber dringend wissen? Ab 4. März 2010 in ausgesuchten Kinos “geht es richtig zur Sache: Oralsex, Masturbation und Dildo-Spiele! Titel des Werks: ‘Engel mit schmutzigen Flügeln‘. ‘Meine Orgasmen im Film waren echt. Manche Szenen wurden mehrfach gedreht, und jedes Mal waren meine Orgasmen echt’.”

Gut zu wissen. Jetzt fühle ich mich schon viel aufgeklärter. Das Wichtigste fehlt aber noch: “Hemmungslos lässt sich die beliebte Schauspielerin beim Sex mit mehreren Männern filmen, masturbiert mit einem Dildo auf der Bühne eines Sexclubs!”

Liebe bild.de: Das ist ja schön und gut – aber warum lasst ihr mich auf Eurem Bildchen noch nicht einmal die Nippel der Dame sehen? Ist das jugendgefährdend oder beeinträchtigt der Anblick weiblicher Brustwarzen die “Entwicklung”, wohin auch immer?

“Klostertauglicher Jugendschutz” in Deutschland – das bekommt jetzt einen ganz neuen Beigeschmack.

Bladerunner – The Final Cut

Blade Runner

Lob und Preis dem SWR für sein heutiges Fernsehprogramm. Vor ewigen Zeiten hatte ich irgendwo die passende Musik auf meiner Website gepostet. “‘Blade Runner’ ist der Science-Fiction-Film schlechthin, neben ‘2001 – Odyssee im Weltraum.’” Und nicht zu vergessen: Outland.

Mixriot

Mit freundlichen Empfehlungen der Piratenpartei:

Mixriot ist ein Archiv für DJ Remixes mit Schwerpunkt auf elektronischer Musik. Fast alle der über 4.000 Mixe auf der Webseite sind über zwei Stunden lang und können kostenlos als Stream gehört werden”.

(Leider nur mit Javascript abrufbar. Musiker verhalten sich bekanntlich zu Sicherheit im Internet wie Klaus Störtebeker zum Handelsrecht.)

Man muss Techno, (minimal) House und so ein Zeug mögen. Als jemand, der noch weiß, was gute Musik und guter Rhythmus sind, empfehle ich trotzdem Christopher Lawrences Album: The Gallery Podcast at Ministry of Sound 001.

Auch wenn die Jugend oft bescheuert spießig aussieht, langweilige Frisuren hat und bescheuert langweilige Musik hört: Es sei alles vergeben, wenn es in den Hörsälen der Unis so aussieht wie bei uns damals, wenn sie die richtige Partei wählt und, wenn es angebracht ist, auf die richtigen Parolen hört: “Legal? Illegal? Egal!” Vor dreißig Jahren hieß das letzte Wort aber noch anders.

Hitler als Manga-Comic [Update]

Hitler

Bisher berichten nur Reader’s Edition und Spiegel Offline: “Mein Kampf” Adolf Hitlers wird jetzt in Japan als Manga-Comic verkauft. Auch die japanische Amazon-Website bietet es an. (580 Yen = 4.33 Euro)

Die Meldung stammt vom “Massen”-Blog Global Voices (vgl. Screenshot unten: “Two scenes from the manga 我が闘争 (Mein Kampf)”. Reader’s Edition hat den Text dankenswerterweise ins Deutsche übersetzt.

“The 190 page volume, which sold some 45,000 copies in the first printing, tells in a very simple way the story of Adolf Hitler, from his childhood to his rise as the leader of the National Socialist Party.” Zahlreiche Blog in Japan haben das Thema schon diskutiert.

Ein Beispiel: ‘On the other hand, the publishing company argues as reason for such a choice the fact that ‘It’s a famous book but very few people have read it. We think this Manga will provide clues to Hitler both as a human being and also to his way of thinking which led to such tragedy, though he is now dismissed as a ‘monster’”.

Falsch ist die These, “Mein Kampf” sei in Deutschland “verboten”. Ein Blick auf Wikipedia hätte das geklärt: Das Buch darf nicht nachgedruckt werden, weil der bayerische Staat die Urheberrechte besitzt. Eine wissenschaftliche Ausgabe existiert daher nicht.

Das lächerlichste Argument gegen das Hitler-Comic: “The widespread fear that its content might encourage neo-Nazi sentiment”. Wie sollte das geschehen? Wer durch die Lektüre des kruden Machwerks zum Rassisten oder Antisemiten wird, trotz aller Informationen über die Fakten, die im Internet abrufbar sind, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Mich erstaunt eher das merkwürdige Titelbild: Ausser dem Schnurrbart ähnelt das Gesicht auf dem Cover Hitler überhaupt nicht. Ich würde das Comic aber gern besitzen, um zu untersuchen, wie man politische Inhalte so umsetzen könnte. Der Screenshot unten suggeriert eher eine naive Sicht der Dinge und unterscheidet sich nicht von der Ästhetik Leni Riefenstahls. Falls also eine wohlwollende Leserin oder ein geneigter Leser demnächst nach Japan reist: Bitte mir ein Exemplar mitbringen!

Hitler

Die bildschöne Leiche heisst Hadar Ratzon

Hadar Ratzon

Foto: Perry Kafri – Actors Agency

Gestern twitterte ich beim Fernsehgucken: “Heiner Lauterbach als Kommissar in Jerusalem ist wie Mosche Dayan als Bundeswehrgeneral. Wer ist die schöne Tote?”

“Die Seele eines Mörders” war der “Fernsehfilm der Woche” vom ZDF – nach dem Roman “Denn die Seele ist in deiner Hand” von Batya Gur. Ein Krimi, der in Israel spielt, und israelische Schauspieler für die Nebenrollen, für die Hauptrollen Deutsche. Na ja, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.

Auf die Gefahr hin, das Publikum mit einem running gag zu langweilen: Wer glaubt, auf der Website des ZDF zum Film auch nur einen einzigen externen Link zu finden, der irrt. Man erfährt nur wenig über die Bücher Batya Gurs (”Bis zu ihrem Tod 2005 schrieb sie sechs Jerusalem-Krimis”) und auch nichts darüber, wer die atemberaubend schöne Frau ist, die gleich zu Anfang umgebracht wird. Deutscher “Online”-Journalismus at its best eben.

Also musste ich kurz recherchieren. Das erste Ergebnis war zwar auch eine umwerfend schöne Frau, aber das ist in Wahrheit Zineb Oukach – das Foto ist falsch benannt.

Nach ein paar Minuten hatte ich dann, was ich wollte – die Frau, für die ich vielleicht sogar Megan Fox von der Bettkante stoßen würde. Sie heisst Hadar Ratzon (zuerst wusste ich nicht, was der Vor- und was der Nachname ist) und ist eine israelische Schauspielerin. “Languages: Hebrew, English, Arabic”.

Ich schreibe bewusst “israelische” und nicht “jüdisch” – sie könnte auch arabischer Herkunft sein. Ein Fünftel aller Staatsbürger Israels sind keine Juden. Hätten Sie’s gewusst? Ist doch nett, wenn man am Beispiel einer schönen Frau etwas lernt…

Liebe ist für alle da ist nicht für alle da

Gulli: “Trotz Porno-Video und Sado/Maso-Texten schaffte es das aktuelle Rammstein-Album ohne öffentlichen Aufschrei bis auf Platz eins der Longplay-Charts. Das war Familienministerin Ursula “Zensursula” von der Leyen dann wohl doch zuviel, jetzt kommt die Platte auf den Index.” (Originalquelle: laut)

Von Rammstein Werbung lernen heisst Verkaufszahlen steigern lernen. By the way: Wann verbietet Zensursula die Lieblingsmusik Adolf Hitlers? Die Frau ist einfach nur noch irre.

Dusselmann, Heine und Himbeertorte

Heine

Da liegt Harry Heine neben der Himbeertorte, ganz neu und frisch und billig, billig, Reclam, obwohl das auch nicht mehr stimmt. Die ersten Bücher in diesem Jahr gekauft, drei für 20 Euro und hasserfüllte Blicke von Verkäuferinnen in der Kaufhalle für Kultur. Ich bin vor dem Regen da hineingeflüchtet, weil ich einen meiner Anwälte aufgesucht hatte, der très chic in Berlin-Mitte residiert.

Nach dem Bloggen über Heine fiel mir unangenehm auf, dass ich dessen gesammelte Werke gar nicht besitze, sondern nur das, was eindeutig politische Titel trägt. (Dafür aber alles von Ernst Bloch, Tucholsky, Brecht, Thomas Mann, Hermann Hesse, Lessing, Shakespeare, Oskar Maria Graf, Stefan Heym, Schiller und Goethe. Nur falls jemand nicht weiß, was zu lesen wäre.) Vor rund 35 Jahren, als ich Heine zum ersten Mal las, legte ich noch Lyrik unbesehen beiseite. Im Alter wird man weiser.

Zugegeben: Mir fällt es leicht, mich in Buchhandlungen unbeliebt zu machen. “Ich bin’s gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen, mein Sinn ist auch ein bischen starr und zähe; wenn selbst der König mir ins Antlitz sähe, ich würde nicht die Augen niederschlagen.” Ich weiß meistens mehr über Bücher als die, die sie verkaufen. “So ein bisschen Bildung ziert den ganzen Menschen.” Manchmal haben Verkäuferinnen auch einfach Pech mit mir: “Warum wir hemmungslos verblöden” schrie es mir am Eingang des Kulturkaufhauses entgegen. Gute Stimmung garantiert. Stimme prophylaktisch “vollinhaltlich” zu.

Ich suchte also zwischen “Bestsellern”, Büchern wie “Frauen atmen selbst” und gefühlt drei Milliarden Schundromanen nach Heine. Sehr dünn, das Sortiment – das “Wintermärchen” gab es nicht oder es war ausverkauft. “Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus, ärgert dich deine Hand, so hau sie ab, ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ärgert dich deine Vernunft, so werde katholisch.” Nein, Harry, das muss jetzt nicht sein.

Heine gekauft: “Romanzero“, “Neue Gedichte” und “Buch der Lieder“. (An die Nachgeborenen: Heinrich Heine liest man nicht als pdf. Tori Udon isst man auch nicht mit Messer und Gabel.)

Dann wollte ich noch eine literarische Sättigungsbeilage erstehen: “Inspektor Saitos kleine Erleuchtung” von Janwillem van de Wetering. (Natürlich besaß ich das schon, ich hatte es aber offenbar verliehen und nicht wiederbekommen.) Ich fand ihn nicht, fragte also nach. “Er sprach mit jener stillen, impertinenten Zurückhaltung, die noch unerträglicher ist als die vollauteste Aufschneiderei.” Fünf Verkäuferinnen bei Dussmann, und keine kannte van de Wetering. Nun gut, er ist erst seinem einem Jahr tot, aber nach Chandler der beste Kriminalschriftsteller der Neuzeit. “Gott wird mir verzeihen, das ist sein Beruf,” murmelte ich vermutlich, “aber nicht euch.” Ich bin nicht Gott, und selbstverschuldete Dummheit und mangelnde Bildung verzeihe ich selten. “Ja, man muß seinen Feinden verzeihen, aber nicht früher, als bis sie gehenkt worden.” Sie sahen nach: “Den führen wir nicht, und der wird auch nicht mehr aufgelegt.” Kann denn das wahr sein? Gut, dass wenigstens Heine noch gedruckt wird, obwohl sich die Düsseldorfer zwei Jahrzehnte stritten, ob denn ihre Universität seinen Namen tragen dürfe. Muss ich jetzt van de Wetering bei ebay ersteigern?

By the way: Die Tasse auf dem Foto ist kein Stilbruch, sondern ein eklektizistisches Einzelstück mit der Aufschrift “Gesundheitswesen”, die mir eine liebe Freundin aus einem Krankenhaus …äh.. mitgebracht hat.

Censoren und Geistesriesen

“Kein Kopf war vor ihm sicher. Ja, manchen Schädel hat er sogar aus Übermut heruntergeschlagen, und dann war er dabei noch so boshaft, ihn vom Boden aufzuhaben und dem Publikum zu zeigen, daß er inwendig hohl war.”

Sagt das irgendjemand über Henryk Modest Broder? Nein, das sagt Christian Johann Heinrich Heine über Gotthold Ephraim Lessing.

An die lahmarschige junge Blogger-Generation: Der Frankfurter Bundestag verbot 1835 die literarische Gruppe “Junges Deutschland“, zu der auch Heine gehörte, aus folgendem Grund: Die Mitglieder dieser Gruppe zielten darauf ab, “in belletristischen, für alle Classen von Lesern zugänglichen Schriften die christliche Religion auf die frechste Weise anzugreifen, die bestehenden socialen Verhältnisse herabzuwürdigen und alle Zucht und Sittlichkeit zu zerstören”. Nehmt Euch ein Beispiel an denen! Die Censoren von damals leben immer noch!

Heine im Wintermärchen über den Koalitionsvertrag 2009:
Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Heine gehört zu den Dichtern, die ich nur von unten ansehe: Sie sind Geistesriesen. Heine steht in meinem privaten atheistischen Götterpantheon, der gähnend leer ist, gleich neben Georg Christoph Lichtenberg. Nimm dies, Focus-Weimer: “Unsere Welt wird noch so fein werden, daß es so lächerlich sein wird, einen Gott zu glauben als heutzutage Gespenster.”

Kabale und Sarrazin zum vielleicht Letzten

Ich mag die FAZ nicht, aber zum Thema Sarrazin hat sie den besten Artikel von allen geschrieben: “Kabale unter Bundesbankern”. Gut ist der Artikel, weil er die Hintergründe erklärt. “Kabale” bedeutet Intrige. Das weiß nur jemand, der Goethe, Schiller und das Feuilleton für’s gefühlte Bildungsgroßbürgertum liest.

“Weber hat getan, was er konnte, um öffentlichen Druck gegen Sarrazin aufzubauen, ihn zum Rücktritt zu pressen. Entlassen kann er ihn nämlich nicht. Da spielt man dann über Bande. Das Mittel ist die Skandalisierung, auf die sprungbereite Intoleranz öffentlicher Meinungsbildner ist in solchen Fällen unbedingt Verlass. Sie sind im Allgemeinen für die Meinungsfreiheit, aber im Einzelfall nie um Gründe verlegen, anderen das Maul zu verbieten.”

Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland

Ulrich Herbert: Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland.

“Saisonarbeiter, Fremd- oder Gastarbeiter: Jeder dieser Begriffe markiert eine Etappe in der Geschichte der deutschen Ausländerpolitik. Ausländer waren niemals nur willkommene Arbeitskräfte, stets waren sie auch Objekte wirtschafts- und bevölkerungspolitischer Kalkulationen sowie Zielscheibe völkischer und rassistischer Diffamierungen.

Der Autor, Professor für Neuere und Neueste Geschichte, zeichnet erstmals vom Zweiten Kaiserreich bis zur Ära Kohl in der Bundesrepublik Deutschland die Geschichte einer Politik nach, deren tief greifende Ambivalenzen bis heute wirksam sind. Dieses Buch ist eine wichtige Orientierungshilfe für alle, die sich mit der Frage auseinander setzen, wie eine zeitgemäße Ausländerpolitik gestaltet werden kann.”

Das Buch ist absolut zu empfehlen – und als pdf kostet es nur zwei Euro. [Nachtrag zu "Sie werden assimiliert"]

Shatilis Asulo – Georgian Legend

Da wir heute dem Osten im Allgemeinen und Besonderen freundlich gesonnen sind, empfehle ich den wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern georgische Folklore. Eine mehr “volkstümliche” Version ist hier.

Victoria de un Pueblo en Armas

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Eine Weltpremiere auf burks.de: Ich biete den ersten Teil des Films “Patria Libre o Muerte – Victoria de un Pueblo en Armas” der FSLN (die Sandinistische Nationale Befreiungsfront in Nicaragua) zum Download an (ca. 207 MB, mpeg-Format). Ob ich den zweiten Teil von meiner DVD noch konvertiere, wird sich zeigen…

Ich war kurz nach der Revolution in Nicaragua und habe viel mit eigenen Augen gesehen, stehe der FSLN jedoch kritisch gegenüber. Ich werde auch durch selbst erlebte Revolutionsromantik nicht bestechlich. In meinem alten Blog spiggel.de habe ich 2003 meine privaten Fotos veröffentlicht. Der Film zeigte weitgehend unbekannte Szenen aus der Geschichte Nicaraguas, der Gründung der Guerilla und Bilder vom bewaffneten Kampf gegen das damalige Somoza-Regime.

Der Film (in spanischer Sprache) ist natürlich Propaganda. Aber die FSLN gehörte damals eindeutig zu den Guten: Eine Guerilla, die einen Diktator erfolgreich stürzte, die sich anschließend den durch die USA unterstütztem reaktionären Contras gegenübersah und die sich auch untereinander zerstritt. Die FSLN hat sich sogar abwählen lassen – das ist ihr zweitgrößter Sieg. Heute stellt sie wieder die Regierung in Nicaragua.

“Viejo documental sobre la insurrección sandinista en el 79 de nuestro hermano pueblo Nicaragüense. En él se muestran valiosas imágenes que van desde los primeros años de la formación y consolidación del frente sandinista de Liberación Nacional hasta la victoria. También breves cortes de la solidaridad internacional ante la inminente invasión Yanky. También en él se pueden ver aviones bombardeando civiles, la contra y sus masacres y otras agresiones del imperialismo. Además, enseña como un pueblo con limitados suministros militares salió avante con la insurrección, un verdadero ejemplo de lucha Latinoamericana.”

Titulo Original: Victoria de un pueblo en armas. Dirección: Jorge Denti, Bertha Navarro, Carlos Vicente Ibarra. Duración: 40 min. Año de producción: 1980

Den Film gibt es offenbar (ungeprüft!) auch bei Rapidshare und Taringa.

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I had a dream…

Ein sehr stimmungsvolles Bild – erinnert mich irgendwie an Edward Hopper. [Via Erotica Curiosa]

Missa Criolla reloaded

Habe ich gerade entdeckt auf der Suche nach der Missa Criolla: Aufnahmen von Ariel Ramirez. Gänsehautfaktor garantiert, auch bei Heiden wie mir. Geht aber nichts über die Aufnahmen mit Mercedes Sosa.

Mercedes Sosa ist tot

Die Stimme Lateinamerikas ist tot. Muere Mercedes Sosa, la Voz de América Latina. Ihre Lieder brachten mich zum Weinen, ich konnte sie deshalb nicht so oft anhören. Ich wurde immer wehmütig. Sie hat auch dem Kampf gegen die Militärdiktaturen in Lateinamerika eine Stimme gegeben. “La Negra” war das musikalische Symbol meiner zweiten Heimat Lateinamerika, in der ich oft lieber wäre als hier.

Ich hatte Weihnachten 2006 schon etwas über Mercedes Sosa gebloggt (mit Übersetzung des Liedes): “Solo le pide a Dios (1978) wurde unter anderem von Mercedes Sosa gesungen und war der Protestsong des demokratischen Argentiniens.” Deshalb heute und hier noch einmal ihr zu Ehren. (Ich singe immer laut mit..)

Auch hören (nicht ansehen): Señor ten piedad de nosotros, La Misa Criolla, Duerme Negrito.

“…Mercedes, salmo en los labios
amorosa madre amada
mujer de América herida
tu canción nos pone alas y hace que la patria toda
menudita y desolada no se muera todavía,
no se muera porque siempre cantarás en nuestras almas…”

Ausnahmsweise kann man sogar einer etwas sehr verkitschten Version der Missa Criolla von José Carreras lauschen. Diese Version (ohne Sosa) gefällt mir aber viel mehr.

Ich bin traurig.

Der letzte Tag der Schöpfung

Lese gerade zum wasweißichwievielten Mal einen der besten Science-Fiction-Romane aller Zeiten: “Der letzte Tag der Schöpfung” von Wolfgang Jeschke. By the way: Der Wikipedia-Eintrag zum Buch ist ja grauenhaft, den muss ich bei Lust und Laune mal umschreiben.

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