#Negergate, Update

negergate

Update: „Antirassistische Aktivisten wollen verhindern, dass aus einer Rede, dass aus der Rede von Martin Luther King zitiert wird. Sie kreischen den Moderator (immer mich) an: ‚Sag das Wort nicht! Sag das Wort nicht!'“ (Deniz Yücel in der taz über Zwangsneurotiker und inquisitorischen Furor):
Nur haben die Critical-Whiteness-Spinner an einigen Fachbereichen die Nachfolge des trotzkistischen ‚Linksrucks‘ oder der K-Gruppen noch früherer Tage angetreten: geschlossenes Weltbild, Auftritte in Rudelform, uniforme Redebeiträge und die totalitäre Unfähigkeit, etwas zu ertragen, das nicht der eigenen Weltanschauung entspricht.

Full ack.

También la lluvia

und dann der Regen ‚Die Filme, die ich mir auf DVD gekauft habe, kann man an zwei Händen abzählen: „Avatar“, „Bladerunner“, „Der 13. Krieger„, „Der Adler der neunten Legion„, und – ich muss es verschämt zugeben: „300„.

Irgendwann muss ich noch Roman Polański „Macbeth“ und Werner Herzogs „Aguirre“ erwerben – den Konquistadorenfilm schlechthin. Ich meinte Filme, die ein Thema so abhandeln, dass man mehr nicht mehr dazu wissen muss, epochale Werke eben. „Odysee im Weltraum“ und „Shining“ habe ich so oft gesehen, die kann ich auswenig und muss sie nur ein mal pro Jahrzehnt sehen – Kubrick ist ohnehin ein Genre für sich. Das gilt auch für „Einer flog über das Kuckucksnest“ und die „Alien“-Trilogie. „Solaris“ fehlt noch, aber natürlich in der Version Andrei Tarkowskis. Vielleicht noch „Outland“ – einen besseren Weltraum-Western kenne ich nicht. Auf jeden Fall kaufe ich irgendwann noch die komplette „Spartacus: Blood and Sand„-Serie.

jetzt habe ich mir „Und dann der Regen“ von Icíar Bollaín zugelegt (den ich schon kannte). Wenn es die Kategorie „mit-auf-eine-einsame-Insel-nehmen“ gäbe, gehörte „Und dann der Regen“ auf jedenfall dazu. Der Film behandelt das Thema „Revolution in Lateinamerika und wie wir sie sehen und darstellen können oder auch nicht“. Halt: So sehe ich das, die meisten sehen das anders. (Die deutschen Kritiken sind ein Witz, ich empfehle Rotten Tomatoes.)

Ich war mehrfach in Cochabamba (Bolivien 1980 und 1982), wo der Film spielt, und bin natürlich auch positiv befangen, weil ich das Ambiente ein bisschen kenne. Man müsste noch einen Film mit ähnlichem Plot drehen, der die Revolution in Nicaragua zeigen will, aber der dann zu einem Film über die Filmemacher wird (wie „Und dann der Regen“ auch).

World Elephant Day

elefanten

Über das Foto könnte ich fast genauso lange räsonnieren wie über das meistdiskutierte Gemälde in der Geschichte der Malerei.

Ten books that changed the world

The Guardian: „Ten books that changed the world“. lesenswert. Leider ist keines meiner Bücher darunter, aber was nicht ist, kann ja noch werden. SCNR

Ein Kessel Buntes

panama

Foto: Panama 1982

Man kann dem so genannten „Sozialismus“ der DDR vieles vorwerfen, aber wer zweifelt, dass das heutige Beitrittsgebiet genauso oder noch viel mehr typisch deutsch gewesen sei, alle Versuche, die breite Masse des Volks von Befehlsempfängern, Untertanen, Hobby-Blockwarten und grauslichen Spießern zu aufrecht gehenden und mündigen Citoyen zu machen, demgemäßg zwangsläufig scheitern mussten, dem muss man nur die Zeichenkette „Ein Kessel Buntes“ zum feuilletonistischen Fraße vorwerden und abwarten, ob dieser Zweifler dann das Würgen begönne, was gemeinhin ein eindeutiger Hinweis darauf ist, die Sinne noch einigermaßen beisammen zu haben. Das erklärt auch den Titel dieses Postings. Mir fiel keiner ein, und „miscellaneous“ wollte ich nicht schon wieder schreiben.

Ungefähr ein Mal im Jahr ändert ein journalistischer Artikel meine Meinung zu diesem und jenen – oder meinen Blickwinkel auf ein Thema. Heute geschehen mit Deniz Yücels Kommentar in der „Welt“: „Es geht nicht um Kurden, sondern um den Islam“. Lesenswert.

Der tschechische Präsident Milosh Zeman sagt ganz richtig: Die Flüchtlingswellen nach Europa seien das Ergebnis der westlicher Militärinterventionen im Irak, Libyen und Syrien, die dazu beigetragen hätten, dass sich Terrororganisation im Nahen Osten ausbreiten haben ausbreiten können (Grammatik und Satzbau auf burks.de sind korrekter als bei RT Deutsch; es ist aber – zugegeben! – im Deutschen nicht ganz einfach, den Konjunktiv der indirekten Rede zu unterscheiden vom Konjunktiv irrealis, geschweige denn, dessen Formen zu kennen und korrekt zu verwenden).

By the way: Meine Verschwörungstheorien zum Fall netzpolitik.org bestätigen sich schon wieder. Alle wussten vorher Bescheid, also auch der Justizminister. „Das Justizministerium will von dem Verfahren eindringlich abgeraten haben.“ Pofalla-Syndrom, ich sag’s ja.

Unsere bekannteste Expertin für die Brechung des Zinsknechtschaft das raffende Kapital, welches sie angreift, weil sie das eigentliche Kapital nicht attackieren möchte, verkasematuckelt die deutsche Sprache: „Die Bundesregierung führt ihre Aktivitäten zur Beschaffung von Kampfdrohnen trotz deutlich ablehnender Meinung in der Bevölkerung fort.“

Aktivitäten fortführen“ – das stärkste Verb, seit Schiller die „Glocke“ schrieb. (Ja, verdammt noch mal, die „Glocke“ gdehört immer noch zum Bildungskanon, allein wegen der dortigen Tuwörter und wie man sie verwenden sollte.)

Es wäre so einfach: Äten und Ungs und Keits verbieten. Was bliebe übrig? Die Bundesregierung beschafft weiterhin Kampfdrohnen, (wer tat was und tut es immer noch?) obwohl die Bevölkerung das mehrheitlich ablehnt. Da wäre ein verständlicher deutscher Satz ohne Geschwurbel. Damit kriegte man aber eine Pressemeldung nicht voll.

Das Neue Deutschland schreibt über den aktuellen Stand des Klassenkampfs in Griechenland. Man sollte dort zur Zeit nicht mit der Bahn fahren, sondern stattdessen immer ein Ersatzfahrrad mitführen – oder ein Ersatz-Schiff, falls die Griechen mal dort streikten, wo es wirklich weh täte.

Und nun zum Feuilleton: National Geographic zeigt wieder mal „most popular“ Reisefotos. Da kann ich aber mithalten (vgl. oben). Alternative dortselbst: Katzenfotos oder Gürteltiere, die zurückschießen.

„Kassieren und blamieren“ – Der Freitag berichtet, dass das Bundesarchiv „historisches Filmmaterial laufend und in großem Stil“ vernichte.

Ich muss heute arbeiten. Der Guardian kommentiert das.

Germany vs. Greece

Ta Taaa! Ta Taaa!

Mal ein bisschen Klassik gefällig?

Who’s the alpha? Oder: Miscellanous greek-chinese Indominus

jurassic class truggle

Am besten wäre das Bild eines griechischen Tyrannosaurus Rex, der den Klassenkampf in China unterstützt. Nur so kann ich drei unterschiedliche Temen in ein Posting pressen.

Das Neue Deutschland listet die Vorschläge der griechischen Regierung an die Gläubiger auf. Ich muss zugeben, dass ich das bisher nicht im Detail wusste. Stand das in irgendeiner anderen deutschen Zeitung? Wenn nicht, bestätigt das meine Vorurteile über die hiesigen Medien. Ergänzend dazu die Washington Post: „Europe is destroying Greece’s economy for no reason at all“.

Jacobin hat eine ganz wunderbare Rezension über Spielbergs „Jurassic World“ (in einem ganz wunderbaren grimmig-schlankem Englisch): „Dreams of the Fifties – Channeling Steven Spielberg, Jurassic World sets the ‚bad‘ forces of social upheaval against the “good” traditional values.“ Sollte man in jedem Fall lesen. Selten hat mir ein Artikel im Feuilleton über ein ganzes Genre so viele neue Aspekte geboten. Außerdem habe ich mich köstlich amüsiert: „Becoming a child of divorce in a Spielbergian world is almost as bad as being gnawed to death by velociraptors.“ Ich wundere ich immer über die wenigen, aber dafür intelligenteren „linken“ Artikel in US-ameranischen Medien, die so gar nicht zu dem unfassbar dämlichen Mainstream der gemeinen US-Bürger und den dazu passenden christlichen Politikern dazu passen. Gegenüber den republikanischen Passnasen in den USA ist Pofalla eine Intelligenzbestie.

Worüber werden unsere Medien nie berichten, ganz und gar nie? Über den Klassenkampf in China (Jacobin). Ja, das meint: Über den Widerstand des chinesischen Proletariats. „Few in the West are aware of the drama unfolding in today’s “epicenter of global labor unrest.“ In Wahrheit sind unsere Herrschenden und die in China doch Kumpane im Geiste, nur dass sie sich jeweils anders kostümieren. „Far from triumphant victors, Chinese workers are facing the same brutal competitive pressures as workers in the West, often at the hands of the same capitalists.“

Nicht fürchtet man hierzulande mehr als Arbeiter, die die Fäuste heben, ganz gleich wo. Deswegen schreibt niemand darüber – die übliche freiwillige Selbstkontrolle. Der Sozialismus, den es als Embryo in China gab, ist schon längst abgeschafft, verraten und verkauft. Warum, das muss man den Historikern zukünftiger Generationen überlassen herauszufinden. „While there are no official statistics, it is certain that thousands, if not tens of thousands, of strikes take place each year. All of them are wildcat strikes — there is no such thing as a legal strike in China.“ Wenn das Mao wüsste…SCNR. „More importantly, workers are winning, with many strikers capturing large wage increases above and beyond any legal requirements.“ (Mit Grüßen an die Postler in Deutschland!)

Wann ist Nacht im Internet?

e-books

Boersenblatt.net (via Heise): „Jugendgefährdende E-Books fallen unter die Telemedien und dürfen nur zwischen 22 und 6 Uhr angeboten werden.“

Ich dachte erst, das stammte aus der Titanic oder dem Postillion. Dazu Kommentare aus dem Heise-Forum: „Wann ist Nacht im Internet? Oder sind die Shops ausschließlich in Deutschland aufrufbar per Geo-Block?“ Oder: „Wenn ich mir so ein Buch auf Papier bestelle, kommt der Postbote dann auch nach 22:00?“

Die meinen das ernst. Der klostertaugliche deutsche „Jugendschutz“ ist ohnehin Comedy pur, vergleichbar mit einem Ausflug nach Absurdistan oder einer Visite in einem Heim für gefallene Töchter aka „Besserungsanstalt“.

Mein Rat: Auch burks.de sollten Sie nur nach 22.00 Uhr aurufen, wo auch immer Sie sich auf der Welt gerade aufhalten.

Neu in meiner Bibliothek

bücher

Freu mich auf eine spannende und unterhaltsame Lektüre.

Antiamerikanisch

Harry Rowohlt (1945-2015) im Interview (2006): „Vor zwei Jahren, bei Ausbruch des zweiten Irak-Krieges, wurde mir immer nicht die Frage gestellt: ‚Sind Sie eigentlich antiamerikanisch?‘ Dann hat das eine Kollegin vom WDR doch endlich gemacht. Und ich hab gesagt: ‚Ich – antiamerikanisch?? Ich hab geweint, als Winnetou starb!'“

Polyrhythms or: Beethoven’s African Origins

Dazu lesen und hören wir gemeinsam Beethoven was African sowie Are Beethoven’s African Origins Revealed By His Music?.

Deutsche

oberprechtal

Oberprechtal, Schwarzwald. – Wir glitten und rutschten den steilen Waldhang hinunter und traten aus dem Schatten der Fichten auf eine helle Lichtung hinaus, wo eine Sägemühle und ein weißverputzes Gasthaus in der Sonne schmorten. Ein deutscher Schäferhund bellte uns an, ein Mann steckte seinen Kopf durch die Gasthaustür und sah herüber. Wir waren nicht sicher, ob es das Haus war, zu dem man uns geschickt hatte, und so gingen wir die Lichtung noch ein Stück weiter hinunter, um zu sehen, ob es noch ein anderes gebe, aber da war nur das Tal und die staubige Straße, der Fluß und die steilen, waldigen Berge. Wir waren seit dem frühen Morgen unterwegs und hatten Hunger.

In der Gaststube fanden Bill Bird und ich den Wirt und seine Frau am Tisch sitzen und Suppe essen.

„Könnten wir bitte zwei Doppelzimmer haben?“ fragte Bill. Die Wirtin wollte etwas sagen, aber der Wirt blitze sie an, während ihm die Zwiebelsuppe aus dme Schnurrbart rann. „Ihr könnt hier überhaupt keine Zimmer bekommen, heute nicht und morgen nicht und nie, ihr Ausländer….“

(Ernest Hemingway: „Deutsche Gastwirte„, erschienen in „The Toronto Daily“, 5. September 1922)

Romane für Männer

Romane für Männer

Heute undenkbar, weil genderpolitisch unkorrekt. Gesehen in B. Traven: Die Rebellion der Gehenkten, meine Ausgabe ist aus dem Jahr 1974. (Immer wieder lesenswert und aktuell!)

Red Army Choir (Überraschung!)

Überraschung!

The Definitive Collection

Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie?

Fabrik

Fabrikgelände im Morgengrauen und im Kapitalismus (der Zusatz nur, damit das Bild irgendwie zum Thema passt, und Kapitalismus geht immer), Foto: Burks

Die zentrale Aussage der aktuellen Heute-Show: Die Regierung lügt (Drohnen von Ramstein, BND-„Skandal“). Die Deutschen sind im Arsch der USA. Die Deutsche Bank ist eine kriminelle Vereinigung. Die AfD ist eine Partei von Apologeten der Volkswirtschaftslehre Spinnern und rechten Spinnern. Undsoweiter.

Hm. Irgendwie wusste ich das schon. Aktueller Literaturtipp:
„Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ (Bertold Brecht: Die Dreigroschenoper)

Beat it!

Ich empfehle ausnahmeweise mal ein Musik-Video von shanghaiist.com auf Facebook.

Ilsebill salzt immer noch nach

Grass, ey.

Throat Singing oder: Klingonische Oper

Etwas für anspruchsvolle Musikliebhaber… (via >b’s weblog)

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