Passport

Passport” und Doldinger – so hieß die erste Schallplatte, die ich mir in meinem Leben gekauft habe – irgendwann in die 70-ern…

Noch viel mehr gute Musik, reloaded

Noch mal gute Musik, reloaded

Schreiben, was sie sie schreiben dürfen

“Was wir treiben, ist keine Wissenschaft, sondern Ansichtssache, sagte er dann, außerdem nimmt uns sowieso keiner ernst. Wir bilden Journalisten aus, die später ohnehin nicht das schreiben dürfen, was sie schreiben wollen, und nach dreißigjähriger Berufserfahrung wollen sie nur noch das schreiben, was sie sie schreiben dürfen.” Ich lese gerade Michael Krüger: “Die Turiner Komödie”.

Easy Livin’

So hörte sich gute Musik 1972 an… July Morning hat auch den Gänsehautfaktor für die ältere Generation.

Mal ganz kurz zwischendurch gute Musik

…aber der Film dazu ist natürlich Schwachsinn. Einmal im Schnelldurchlauf ansehen und die letzte Viertelstunde ganz weglassen reicht.

Die Gespenster des Krieges

“The Ghosts of World War II’s Past -Taking old World War II photos, Russian photographer Sergey Larenkov carefully photoshops them over more recent shots to make the past come alive. Not only do we get to experience places like Berlin, Prague, and Vienna in ways we could have never imagined, more importantly, we are able to appreciate our shared history in a whole new and unbelievably meaningful way.” (via Fefe)

Sehr interessante Fotomontagen – Kunst vom Feinsten.

Arabische Tage bei burks.de

Aicha

Eindeutig das schönste Liebeslied aller Zeiten…

Blues Guitar Jam

Damn: Perfect Blues Feeling

Jetzt aber eine Frau mit Gitarre

Slave of Gor

Nun, gut ihre Musik ist nicht so gut wie die von Ten Years After, Santana, Rory Gallagher oder gar Bob Marley, aber sie ist ja auch nur eine Sängerin 2.0. Dafür sieht sie ganz nett aus, oder?

Rory Gallagher – Going to my Hometown live

Ich wollte der nachgeborenen Generation nur mal demonstrieren, was gute Musik ist und was man mit einer Mandoline anstellen kann…1977 – enjoy!

Westerwelle gibt es wirklich in der emotionalen Pissrinne!

“Dies ist die absolute und unerreichte Sternstunde des deutschen Kabaretts. Niemand, auch nicht Hildebrandt hat je das Niveau dieser paar Minuten erreicht.” – “Einer der wahrhaft größten Momente des deutschen politischen Kabaretts.” – “Schramm ist kein Kabarettist, sondern ein Naturereignis. Da wird Satire zur kernigen Gesellschaftskritik, vorgetragen mit messerscharfem Verstand und bewerkenswerter Detailkenntnis”. – “Die Reaktionen im Publikum schwankten zwischen blankem Entsetzen, extatischem Gejohle und betretener Nachdenklichkeit. Gut, dass es Leute wie ihn gibt. Man sollte diesen Auftritt jeden Abend Punkt 20 Uhr auf den öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten senden, damit der Urnenpöbel mal aufwacht!”

Happy Birthday, Clint!

Clint Eastwood

Eurovision Song Contest

Zu viel Gewalt & Porno: Berufsverbot für Heavy-Metal-Fans

Mir verschlägt es schier die Sprache. In Telepolis lese ich, dass ein Musiker der Band Debauchery (das ist wohl eher Death Metal, nicht Heavy Metal) kein Ethik-Lehrer sein darf.

Noch schlimmer: Er wurde vor “…die Alternative gestellt, entweder sein Engagement als Musiker aufzugeben oder als Lehrer zu kündigen. Er entscheidet sich für Letzteres. Doch damit gibt sich das Stuttgarter Regierungspräsidium nicht zufrieden. Es will Gurrath erst dann wieder als Lehrer einstellen, wenn er ‘(…) den Nachweis erbringt, dass er sich von seiner bisherigen Musikrichtung (…) über einen Zeitraum von drei Jahren distanziert hat (…)’”.

Distanzieren – das ist auch so etwas typisch Deutsches. Eine Art exorzistisches Ritual des Prostantismus – die Katholiken kennen ja die Flagellation. Was dem Büßer seine Peitsche, ist dem Protestanten und Lichterkettenträger das Distanzieren. Ja, ich bekenne feierlich, dass ich meinen Musikgeschmack geändert habe und nur noch seichten Mainstream höre und produziere und dass ich alles, was ich an Geräuschen von mir gebe, zuerst dem örtlichen Jugendschutzblockwart vorlegen werden. Das ist Deutschland. Angeblich, so Telepolis, soll die Rektorin des Hegelgymnasiums Stuttgart den Delinquenten als “psychisch krank” bezeichnet haben. Vermutlich hört sie jeden Abend Musikantenstadl. Das nenne ich “psychisch krank”.

Wie berichten die Mainstream-Medien, etwa die Welt? “In einem anderen Video (hier geht es zur Homepage der Band, ACHTUNG: VIDEO AB 18!), das aus gutem Grund auf YouTube nicht frei verfügbar ist, haben zwei Frauen miteinander Sex vor dem “Pussycat”-Zeichen.” Aus “gutem” Grund? Aus welchem denn? Werden 17-Jährige irgendwie geschädigt, wenn sie verpixelten Frauen beim Sex zusehen? Übrigens küssen die sich nur. (Und es ist durchaus noch bei Youtube vorhanden, Dirk Peitz. Vielleicht haben sie nur den Kinderfilter bei Welt Online nicht umgehen können? Ich sehe auch kein “Porno”. Das ist ekelhafte und dämliche Denunziation, Herr Kollege!)

Natürlich weiß jedes, dessen Intelligenzquotient die Zimmertemperatur übersteigt, dass diese Entscheidung der hohlköpfigen Schulbürokraten in Baden-Württemberg vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte keinen Bestand haben wird: Der hat bekanntlich auch den so genannten und urdeutschen Radikalenerlass in Gänze in die Tonne getreten. Was soll der Quatsch also?

Jemand kommentierte bei Youtube: “der Kerl dürfte jederzeit meine Kinder unterrichten …denn die schlimmeren Alternativen für Kinder sind eine Waldorfschule-Gehirnwäsche oder eine mögliche Vergewaltigung in einem katholischen Internat.” Recht hat er.

Blödes Programm

Wenn ich ausnahmsweise mal die Glotze einschalte, dann müssen zwei supergeile Filmchen parallel laufen: Hooligans und Pathfinder. Also hin- und herzappen. “Hooligans” ist der einzig wahre Film über Gewalt. Den würde sich aber kein Lehrer in der Schule trauen zu zeigen.

Georgian Dance With Daggers – Khanjluri

Ich habe weder für Ballett noch für Folkore etwas übrig (außer echter Folklore aus den Anden). Aber dieser georgische Dolchtanz (den man leider nicht einbetten kann, deswegen ein etwas schlechteres Beispiel oben) haut die Zuschauer vor Begeisterung aus den Sesseln. Folklore kann auch mitreißende Musik sein und muss sich nicht so anhören wie der ekelhafte grauenhafte Kitsch, den man bei MDR und anderen “Regionalsendern” oder beim “Musikantenstadl” vorgesetzt bekommt.

Wikipedia, protestantische Prüderie und Katie Fey

Katie Fey

“Porno-Streit in Wikipedia” ist natürlich eine hübsche Schlagzeile. Ich muss also als Experte etwas dazu sagen. (Jedenfalls bin ich nicht mehr oder weniger Experte als andere).

“Löschung von Bildern mit sexuellen Darstellungen (…) Gegenstand des Anstoßes waren offenbar historische Erotika-Fotografien sowie Lolicon-Zeichnungen, die Kinder-Charaktere in erotischen Posen zeigen. Die Schlagzeile bei Fox lautete dementsprechend: “Wikipedia Distributing Child Porn, Co-Founder Tells FBI”. Da ist alles drin – so hätte es auch ein deutscher Jugendschutzwart formulieren können. Möglichst diffamieren – etwas bleibt immer hängen, wie auch bei der berüchtigten Falschmeldung vom Politmagazin “Report Mainz” über Second Life.

Es geht also nicht um Inhalte, sondern um das “Bild” in den Medien. “In einer Email begründet Wales die Aktion damit, er habe unmittelbaren Image-Schaden vom Projekt abwenden müssen: “Wir waren kurz davor in sämtlichen Medien beschuldigt zu werden, harte Pornografie zu verbreiten und nichts dagegen zu tun.’”

Das klingt nach einer Eierfrage. Es könnte doch jemandem, der weiß, was er tut und lässt und warum, völlig schnutzpiepegal sein, was “die Medien” fabulieren. Aber so ist es leider nicht, wenn nackte Haut und protestantische Moralthologie und Prüderie ins Spiel kommen. Und diese sind vor allem in den Stammländern der Bigotterie und der verkniffenen Lippen – Deutschland und die USA – der unangesprochene Mainstream.

Aktuelles Beispiel ist das ukrainische Model Evgenia Diordiychuk, auch bekannt als Katie Fey oder als “Jenya D.” (vgl. Screenshot ganz unten von Met Art). Der Artikel im englischen Wikipedia über sie wurde gelöscht, der spanische nicht. Man kann darauf wetten, dass es nicht um Relevanz geht – die appetitliche Dame, die übrigens keine Pornos dreht, hat zahllose Fans und ist weltweit bekannt.

Katie Fey

Das Pornografie-Verdikt schwebt immer über allen, auch wenn niemand genau weiß, was das ist und ob es irgendjemandem schadet, nackte Menschen zu sehen. Erotik ist ohnehin immer kulturell definiert. In einem Vortrag heisst es:

“Einige Ältere von Ihnen werden sich noch an den Skandal um die nur sekundenwährende Nacktheit der ‘Sünderin‘ Hildegard Knef in einem Film von Willy Forst erinnern. In der Adenauer­Zeit wurde das als öbszön und gefährlich empfunden. Zwanzig Jahre später erschienen dann, von geachteten Pädagogen empfohlen, Sexualaufklärungsbücher mit Fotos nackter Männer, Frauen und Kinder bei allerlei sexuellen Handlungen oder Erkundungsversuchen. Gerade die Fotos von kindlichen ‘Doktorspielen’ wurden als Ausdruck gesunder Sexualität empfunden, die den Familien bei der Erziehung zu einem nicht­repressiven Leben helfen würden. Heute wiederum werden sie als ‘Kinderpornographie’ bezeichnet, und selbst ihr einfacher Besitz ist strafbar.”

Der heutige Hype um “Kinderpornografie” ist also nichts anders als der mediale Ausdruck eines gesellschaftlichen Rückschritts und der politischen Restauration. “Dodgsons [der Autor von 'Alice im Wunderland'] Fotos von nackten kleinen Mädchen galten vor hundert Jahren als rein und rührend sentimental, und die ‘erwachsenen’ Pornofotos wurden mit wütendem Eifer unterdrückt. Heute dagegen gelten umgekehrt diese letzteren als harmlos, während die Kinderfotos als hochbrisant und sittlich verderblich bei vielen Betrachtern Angst und Entrüstung auslösen.”

Schon vor vierzig Jahren plädierten Wissenschaftler für die völlige Freihabe von Pornografie. Dem stand – genau so wie heute – das gesunde Volksempfinden dagegen. Dieses “Volksempfinden” wird von der so genannten “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” medial orchestriert: Die unsäglich bräsigen und feigne deutschen Medien würde es nie wagen, die Existenz dieser fragwürdigen Institution an sich in Frage zu stellen. Gleichschaltung ganz freiwillig – wir haben schließlich nicht nur den Obrigkeitsstaat, sondern auch den Untertanen perfektioniert. Journalisten sind keine Ausnahme.

“Bereits im Gründungsjahr der Bundesrepublik 1949 regte F. J. Strauß ein ‘Bundesgesetz gegen Schmutz und Schund’ an, aus dem 1953 das ‘Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften’ (GjS) hervorging. 1954 wurde dann die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPJS) gegründet.” [Quelle] “Schmutz” und “Schund” – darum geht es also damals wie heute.

Man sollte sich aber keinerlei Illusionen hingeben: Ein rationaler Diskurs über Pornografie ist nicht möglich, weder bei den Grünen oder der Linken noch bei der Piratenpartei. Oder hat schon jemand auf deutschen Polit-Blogs nackte Haut gesehen? Wo kämen wir denn da hin. Die Emma lässt grüßen. Das Thema ist igitt. Was sollen denn die Leute und die Medien von uns denken? Nur darauf kommt es an. Das gesunde Volksempfinden ist immer der Maßstab.

Katie Fey

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