Why the Security of USB Is Fundamentally Broken

usb

Die Karte zeigt übrigens eine Reiseroute, die ich 1982 geplant hatte. Meine damalige Lebensabschnittsgefährtin wollte dann aber doch nicht durchs Darien Gap (awesome story!) marschieren. (Ja! Zu Fuß und per Boot und nicht per Jeep! Das geht!) Wir sind (leider) von Panama nach Kolumbien geflogen. Ich weiß nicht, ob ich da jemals noch hinkomme. Allein würde ich das nicht machen, aber eine Lebensabschnittsgefährtin müsste schon sehr tough sein.

Wired: “Why the Security of USB Is Fundamentally Broken”:
Computer users pass around USB sticks like silicon business cards. Although we know they often carry malware infections, we depend on antivirus scans and the occasional reformatting to keep our thumbdrives from becoming the carrier for the next digital epidemic. But the security problems with USB devices run deeper than you think: Their risk isn’t just in what they carry, it’s built into the core of how they work.

Das wäre ja noch schöner, wenn ich USD-Sticks fremder Leute an meine Rechner ließe. Autostart via USB – ohne meine jeweilige ausdrückliche Erlaubnis? Igitt. (Und natürlich ist unter Windows auch mein BIOS verrammelt und verriegelt.)

All manner of USB devices from keyboards and mice to smartphones have firmware that can be reprogrammed—in addition to USB memory sticks, Nohl and Lell say they’ve also tested their attack on an Android handset plugged into a PC.

Das Problem haben Karsten Nohl (Security Research Labs GmbH, Berlin, und Jakob Lell (Blog) aufgedeckt. Das Thema wird auch auf der Blackhat 2014 vorgestellt werden:

This talk introduces a new form of malware that operates from controller chips inside USB devices. USB sticks, as an example, can be reprogrammed to spoof various other device types in order to take control of a computer, exfiltrate data, or spy on the user. We demonstrate a full system compromise from USB and a self-replicating USB virus not detectable with current defenses.

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die Artikel schreiben mit dem Tenor “das Ende ist nahe”. Panikmache ist fehl am Platz. Das mag daran liegen, dass ich nicht für Geheimdienste arbeite, wie mir von einigen Verschwörungstheoretikern vom CCC seit meher als einem Jahrzehnt immer wieder unterstellt wird (vermutlich arbeiten gerade die für Geheimdienste). Die meisten Artikel in deutschen Medien über das obige Thema hinterlassen Laien mit dem Gefühl zurück: Die sind schon drin in meinem Computer, und man kann eh nichts tun. Das halte ich für kontroproduktiv, defätistisch und erst recht im Sinne der Dienste.

Ich sehe gerade, dass Heise etwas zum Thema berichtet. (Hätte ich mir denken können, ich bin über Bruce Schneider zur Wired gekommen.)

Die Kommunikation zwischen PC und USB-Sticks setzt auf das altbewährte SCSI-Protokoll auf. Dabei implementieren die Controller-Chips der Sticks mehr oder weniger SCSI-konform zusätzliche Hersteller-spezifische Erweiterungen. Über die kann Software auf dem PC dann etwa die Firmware des Sticks auslesen und auch einen neue, etwas modifizierte Firmware schreiben. Sicherheitsfunktionen, die dies irgendwie absichern würden, gibt es in der Regel nicht. (…) Um dann wiederum weitere Sticks zu infizieren, benötigt der Schadcode zwar Systemrechte, doch die lassen sich in der Regel ohne allzu großen Aufwand beschaffen – insbesondere, wenn man bereits “an der Tastatur sitzt.

Also ich weiß nicht. Das ist ja alles logisch, aber funktioniert nur unter bestimmten Voraussetzungen. Wie will jemand zum Beispiel an mein System-Passwort kommen?

Der Heise-Artikel zeigt auch anschaulich, dass Antiviren-Software Schlangenöl ist. Quod erat demonstrandum.

Kolumbien: Frieden könnte möglich sein

Al Jazeera: “Colombian President Juan Manuel Santos has won a second term, beating right-wing challenger Oscar Ivan Zuluaga in a vote that will allow peace talks with FARC rebels to continue and seek an end to five decades of war.”

Endlich. Dazu america21.de: “Friedensgespräche mit ELN-Guerilla in Kolumbien”.

Lieber Bürgerkrieg als Verhandlungen oder: Die größten Kritiker der Elche sind oft selber welche

BogotaBogota

Die Fotos sind 1982 in Bogota, Kolumbien auf genommen worden. Das untere Bild zeigt mich.

Kolumbien bleibt weiterhin das einzige Land Lateinamerikas, das mehrheitlich rechts wählt. amerika21.de:

Die Abstimmung zwischen den beiden Kandidaten kommt einem Referendum über den Fortgang der Friedensverhandlungen mit der FARC-Guerilla in Havanna gleich. Präsident Santos, der die Friedensgespräche mit der FARC im September 2012 initiierte, hat den Friedensprozess zu seinem persönlichen Projekt gemacht und die Wahlkampfkampagne fast ausschließlich darauf aufgebaut. Zuluaga folgt seinem größten Unterstützer, dem Ex-Präsidenten Álvaro Uribe, und fordert einen Abbruch der Gespräche. Er spricht sich für einen militärischen Sieg über die Guerilla aus.

Die USA wird es freuen. Bei Wikipedia findet man die interessanten Sätze:

Álvaro Uribe Vélez ist der erste von fünf Söhnen des Großgrundbesitzers Alberto Uribe Sierra und seiner Frau Laura Vélez. (…) Sein Vater wurde 1983 unter unerklärten Umständen ermordet. Laut Álvaro Uribes eigenen Angaben wurde sein Vater von der FARC-Guerilla ermordet, als er versuchte, einer drohenden Entführung zu entkommen. Ein Bericht von Mitarbeitern der U.S. Defense Intelligence Agency DIA von 1991 nennt jedoch seine Verbindungen zum Drogenhandel als Grund für seine Ermordung. Der Bericht über “die wichtigsten kolumbianischen Drogenhändler, die von den kolumbianischen Drogenkartellen für Sicherheit, Transport, Vertrieb, Sammlung und Stärkung von Drogenoperationen, angestellt wurden”, führt Álvaro Uribe als Nummer 82.

Über den Klassenkampf in Kolumbien (“Leftist Extremists?”) hatte ich hier schon geschrieben.

San Andrés

san Adres

Die Insel San Andrés, Kolumbien (kein deutscher Wikipedia-Eintrag?), liegt auf der Höhe der Küste Nicaraguas, noch nördlich von Bluefields, und war 1979, als ich das Foto gemacht habe, ein verschlafenes Eiland, auf dem nur einige reiche Kolumbianer Urlaub machten. Ich war auch zum Baden auf dem Inselchen, das zwischen den Palmen zu sehen ist.

Das Foto poste ich hier völlig sinn-und zwecklos, die Zeitläufte ignorierend. Ich habe auch seit ca. drei Wochen den Fernseher auch nicht mehr eingeschaltet und vermisse nichts. Ich muss mir übrigens noch überlegen, ob man einen reaktionären Putsch gegen ein reaktionäres Regime “Revolution” nenen sollte (falls sich jemand für die Ukraine interessiert).

Zipaquirá

Zipaquirá

Straßenszene in Zipaquirá, Kolumbien (1982).

Gringa linda

Gringa

Da die geneigten Leser und die wohlwollenden Leserinnen sich gern ereifern, wenn junge und hübsche Frauen abgebildet werden, muss ich natürlich nachlegen. Hier der Blick aus dem Fenster einer sehr einfachen Pension in Bogota, Kolumbien, mit Blick auf den Monserrate. Das Mädel (har har) hatte ich 1979 in Mexiko kennengelernt, wie hier schon erwähnt, und bin mit ihr dann 1981/82 kreuz und quer ein halbes Jahr durch Mittelamerika, Kolumbien, Brasilien und die Karibik gereist.

Leftist Extremists?

Marcha Patriótica

Klassenkampf in Kolumbien – laut der Nachrichtenagentur AP hat die herrschende Klasse die Sprachregelung ausgegeben, bei den Bauern, die Straßenblockaden errichteten, handele es sich um “Linksextremisten”: “Authorities said privately that they believed leftist extremists were involved in Thursday’s unrest in the capital and Santos suggested a link.” Deswegen patrouilliert jetzt das Militar in der Hauptstat Bogotá auf den Straßen.

Auf Portal amerika21.de erfährt man, dass es sich nicht nur um aufständische Bauern, sondern um landesweite Streikaktionen handelt. Gefordert werden “grundlegende Veränderungen in der Wirtschaftspolitik”.

In einer Erklärung vom Montag Abend hat die Bewegung Marcha Patriótica, in der mehr als zweitausend soziale Organisationen zusammen arbeiten, dagegen berichtet, dass allein im Verwaltungsbezirk Valle del Cauca mehr als 50 Personen festgenommen wurden, darunter drei Journalisten ihrer Pressestelle und des Bündnisses der Medien und Journalisten für den Frieden. Ein Jugendlicher schwebe in Lebensgefahr, nachdem er mit einem Gewehrkolben auf den Brustkorb geschlagen wurde. Hinzu komme, dass die Massenmedien über die landesweiten Demonstrationen nicht berichten…

Marcha Patriótica

Das Militär und die Rechte behaupteten, Marcha Patriótica sei der verländerte Arm der Guerilla FARC und werden auch von “Terroristen” finanziert. Schon klar.

Die Linke in Lateinamerika kostümiert sich leider immer nationalistisch. Simon Bolivar dreht sich im Grab um, wenn er das hört. Aber auch in vielen lateinamerikanischen Ländern ist die Linke – wie auch in Deutschland – bei bestimmten Themen komplett merkbefreit. Man kann daher viel über die jeweilige Leitkultur erfahren.

Man stelle sich vor, die “Linke” in Deutschland organisierte eine Demonstration unter der Losung “Patriotischer Marsch”! Aber auch die Opposition in der DDR war mit der Parole “wir sind das Volk” unterwegs, um an einen vermeintlichen Konsens zu appellieren – angeblich herrschte ja das “Volk” im so genannten realen Sozialismus.

Marcha Patriótica

Eine “Linke” als soziale Bewegung gibt es in Deutschland leider nicht mehr und wird es auch in absehbarer Zukunft nicht geben. Undenkbar, dass Lenin als Ikone verwendet würde – man stellte sich ins “extremistische” und sektiererische Abseits. Auch das Wort “Klassenkampf” ist in deutschen Medien verboten. Das heißt aber nicht, dass das Thema “grundlegende Veränderungen in der Wirtschaftspolitik”, auch bekannt als “die Systemfrage”, hierzulande vom Tisch ist.

Fotos: Marcha Patriótica

Am Strand

GuaviareGuaviare

Draußen liegt immer noch Schnee, also muss ich an etwas anderes denken.

Ich habe nie verstanden, was Leute dran finden, sich zwischen gefühlt drei Millionen anderer Menschen auf einen Stand zu legen, sich nicht zu bewegen, aber einen Sonnenbrand zu holen, und ab und zu in einem Meer zu schwimmen, in das vorher auch gefühlt drei Millionen andere Leute hineingepinkelt haben.

Ich stelle mir unter “Stand” und Entspannung etwas vor wie hier in San Fernando de Atabapo im venezolanischen Bundesstaat Amazonas: Das obere Foto zeigt den Rio Guaviare in Kolumbien, der rund 1000 Kilometer westlich in den Anden entspringt, und links ergießt sich der Rio Atabapo in den Guaviare – beiden fließen einige Kilometer weiter nördlich in den Orinoco. Das Foto unten – die venezolanische Seite des Ufer – zeigt die “Standpromenade”, wenn man sich einfach mal umdreht. Außer mir was da übrigens selten jemand.

Ich hatte am 28.08.2012 (“Reise in die Aequinoctial-Gegenden des neuen Continents”), am 25.01.2013 (“An der Grenze zur grünen Hölle”), am 08.10.2012 (“Doktorspiele”) und am 22.01.2011 (“Am Orinoco (1998)”) schon etwa zu diesem Ort geschrieben.

Medellín

Medellín

Medellín ist die zweigrösste Stadt in Kolumbien. Das Foto habe ich Ende 1979 auf dem Flug nach Bogota gemacht.

Grabwächter

bus

Ein Grabwächter der San Agustín-Kultur in den kolumbianischen Anden. Die Statue ist rund 1500 Jahre alt.

So genannter freier Handel

Portal America21.de: “Das Europäische Parlament hat am Dienstag das Handelsabkommen mit Kolumbien und Peru ratifiziert. (…) Von der geplanten Senkung der Zölle auf die Einfuhr von Bananen in die EU würden vor allem multinationale Konzerne wie Chiquita profitieren, argumentierte Hänsel. Das Unternehmen musste vor der US-Justiz einräumen, dass es von 1997 bis zum Jahr 2004 insgesamt 1,7 Millionen US-Dollar an die rechtsradikalen Vereinigte Bürgerwehren Kolumbiens (AUC) gezahlt hatte.”

El Turista

el turista

Eine Straßenszene in Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens. Das Foto habe ich 1982 gemacht.

Bogota Backstage

Bogota

Bogota, die Haupstadt Kolumbiens, kurz nach Sonnenaufgang – das Foto habe ich 1979 gemacht. Ich fühlte mich recht unsicher und hatte die Kamera immer gut versteckt in der Hosentasche.

Komfortklasse

bus

Diesen Bus habe ich 1979 in San Agustín in den kolumbianischen Anden fotografiert.

In der Serranía de la Macarena

serrania de la macarenaserrania de la macarenaserrania de la macarenaserrania de la macarenaserrania de la macarenaserrania de la macarenaserrania de la macarena

Dschungelcamp? Nein, danke, darüber kann ich nur lachen. Der Dschungel ist wunderschön, wenn auch nicht für den so genannten zivilisierten Menschen ganz ungefährlich.

Die Serranía de la Macarena im Osten Kolumbiens ist heute Nationalpark und zudem Rückzugsgebiet der Guerilla FARC. Ich hatte das Glück, im Jahr 1982 das Gebiet ein wenig erforschen zu können. Ausgangspunkt war der winzige Ort Vistahermosa (vgl. unteres Bild), eine Tagesreise südlich von Villavicencio. Um den Wasserfall zu erreichen, mussten wir zwei Tage marschieren und uns den Weg mit der Machete zum Teil freischlagen. Mehr dazu auf spiggel.de: “Dschungelfieber” (27.01.2004) und “Das Cucaracha-Massaker” (28.01.2004)

Am Solimões

solimoessolimoessolimoessolimoessolimoessolimoessolimoessolimoes

Solimões wird der Amazonas von den Brasilianern zwischen dem Dreiländereck Peru-Kolumbien-Brasilien und dem Zusammenfluss mit dem Rio Negro genannt. Die Fotos habe ich 1982 in Leticia (Kolumbien, 1,2) gemacht und am gegenüber liegenden Ufer des Amazonas bzw. Solimões im brasilianischen Tabatinga (3,4,8). Die Fotos auf dem Schiff stammen von meiner anschließenden 10-tägigen Reise auf dem Amazonas nach Manaus. Seltenes Foto: meine Füße in meiner Hängematte. (Privatsphäre sieht anders aus, immerhin schliefen Männer und Frauen getrennt.)

Das grosse Flughafen-Quiz auf burks.de

airportairportairportairportairportairport

Ihr könnt es eh nicht herausfinden – nur der Flughafen in Havanna/Kuba (1984) dürfte klar sein oder das zweite Foto – das ist der Tocumen International Airport in Panama (1981). In Panama habe ich Silvester 1981/82 verbracht.

Den dritten Flughafen gibt es gar nicht mehr: Es ist der winzige Airport Grenada Pearls der Antillen-Insel Grenada (1982). Der heutige Flughafen ist nach dem Revolutionär und ehemaligen Ministerpräsidenten Maurice Bishop benannt.

“Sein Bau wurde von den USA allerdings als Zeichen interpretiert, dass Grenada damit zum militärischen Vorposten der Sowjetunion ausgebaut würde. Daher landeten im Oktober 1983 im Rahmen der Operation Urgent Fury Fallschirmspringer und brachten ihn unter ihre Kontrolle.” Der Flughafen diente den USA also zum Vorwand, um die linke Regierung von Grenada zu stürzen. Ich vergesse so etwas nicht – immerhin war ich Augenzeuge der Revolution in Grenada.

Flughafen Nummer vier liegt in Georgetown, der Hauptstadt Guyanas (1982). Wenn man sich das Gelände heute von oben anschaut, scheint sich nicht viel geändert zu haben. Ich war zwei Mal in Guyana und bin beide Male mit der Guyana Airways Corporation geflogen, die eine bewegte Geschichte hat: Guyana Airwyys Corporation“In the 1980s Guyana Airways Corporation’s domestic operations started to deteriorate for a number of reasons, not least among them the unrealistically low fares it was required to charge and the lack of access to foreign exchange for imported aircraft parts and other requirements. The private sector therefore began to fill the gap and by 1991 three major domestic charter operators had emerged. In the meantime, Guyana Airways Corporation’s domestic service continued to deteriorate and, by 1993, possessed only one Twin Otter DHC-6 to service the entire country”.

Haha. Das Luftwesen Guyanas machte schon damals keinen guten Eindurck auf mich. Der zweite Flughafen von unten ist der in Annai bzw. Mahdia in Zentral-Guyana. (Ja, ist schon gut, es handelt sich nicht um einen Flughafen, sondern um einen “Landeplatz”. So sah das auch aus.) Damals gab es noch keine Straße, die die Savanne an der Grenze zu Brasilien mit der Hauptstadt an der Küste verband. Das Hubschrauberwrack auf der Landebahn beruhigte die wenigen Fluggäste auch nicht gerade. Guyana ist ein echter Geheimtipp (ja, ich habe schon vor acht Jahren einmal darüber gebloggt). Ich hoffe, dass ich in meinem Leben noch einmal auf eine Entdeckungstour ins Landesinnere gehen kann.

Auch der letzte Flughafen ist nicht zu erraten – er gehört zur kleinen Insel San Andres (1979 fotografiert), die vor der Küste Nicaraguas liegt, aber erstaunlicherweise zu Kolumbien gehört. Ich kriege schon wieder Fernweh….

Bogotá, Kolumbien 1982

BogotaBogotaBogotaBogotaBogotaBogota

Straßenszenen in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá 1982