Why Girls Went So Crazy

vanillepuddibng

Die weinenen Frauen, die den Führer Nordkoreas umklammern, finde ich gar nicht komisch (via Nina Tabai). Ich versuche eher zu verstehen, warum das für uns so seltsam aussieht – weil wir es nicht gewohnt sind, dass Groupies von Popstars Uniformen tragen? (Andere Version)

Gehen wir die Sache rational und wissenschaftlich an. The Conversation schreibt:
Lots of tears and lots of screaming. But what can neuroscience tell us about what might have been happening in their brains? (..) Typically, we equate crying with sadness and fainting with illness. The truth is, our brains are actually pretty dumb, and any sudden, strong emotion – from happiness to relief to stress – can elicit these vulnerable physical reactions.

Nun gut, auf „pretty dumb“ wäre ich auch selbst gekommen. SCNR.

Acting via the hypothalamus, the sympathetic nervous system is designed to mobilise the body during times of stress. It’s why our heart rate quickens, why we sweat, why we feel ready to run. The parasympathetic nervous system, on the other hand, essentially calms us back down. The parasympathetic nervous system does something funny, too. Connected to our lacrimal glands (better known as tear ducts), activation of parasympathetic receptors by the neurotransmitter acetylcholine results in tear production. So for those fans relieved to finally see their Fab Four, tears were commonplace. („Viele kognitive Prozesse sind an Acetylcholin als Botenstoff gebunden.“)

Das „Wall Street Journal“ befasst sich („Inside the Brains of Bieber Fans“) ebenfalls mit dem Phänomen und résumiert: „Neuroscience Offers Explanation; a ‚Safe‘ Infatuation“. Also eine Art „geschütztes“ Ausflippen, um in pubertärem Alter die eigenen Grenzen zu erfahren. „It primarily affects preteen and teen girls“.

Hearing familiar, favorite music stimulates the release of dopamine, the neurotransmitter involved in pleasure and addiction, providing the same rush as eating chocolate or that winning does for a compulsive gambler

Nur dass es nicht Musik sein muss, sondern jedweder Reiz, der in der jeweiligen Kultur als Auslöser definiert worden ist, also zum Beispiel auch der Anblick eines „geliebten und größten anzunehmenden Führers“.

…adolescent girls are far more likely to become infatuated with pop stars, experts say, because they are awakening to romantic and sexual feelings that are both intoxicating and scary.

Well said. Intoxicating and scary. Ich vermute auch, dass die abgebildeten Frauen ziemlich jung sind und nicht viel Gelegenheit finden, „romantic and sexual feelings“ auszuleben.

Kommentare

8 Kommentare zu “Why Girls Went So Crazy”

  1. elvis am August 8th, 2014 10:07 am

    Mann Burks, Du hast vielleicht sexuelle Defizite. Alleine das

    Ich vermute auch, dass die abgebildeten Frauen ziemlich jung sind und nicht viel Gelegenheit finden, “romantic and sexual feelings” auszuleben.

    lässt tief blicken.

  2. Nina Tabai am August 8th, 2014 1:49 pm

    Auch die Anziehungskraft, das Charisma des Alphamannes spielt eine wichtige Rolle – bei Nordkorea handelt es sich für mich um eine charismatische Herrschaft im Weberschen Sinne, vermutlich noch extremer als im Dritten Reich (der Großvater des aktuellen Moppeldiktators wird weiterhin als Gott verehrt).

    Diese Anziehungskraft hat bei Frauen (und homosexuellen Männern) eine (unterbewusst) sexuelle Komponente. Nicht umsonst hatte Adolf Hitler auf diese Gruppen eine magnetische Wirkung. Josef und Magda Goebbels zum Beispiel, die ihm Beide bis zur Hörigkeit ergeben waren.

    Menschen mit adoleszenter, oder nie wirklich gereifter Sexualität, sind deshalb besonders anfällig für Manipulation durch dieses archaische Männlichkeitsverhalten. Dazu gehören junge Teeniemädchen ebenso, wie gelangweilte Hausfrauen, die Abends 50 Shades of Grey unter der Bettdecke lesen und von einem aufregenderen Leben träumen.

    In einer derart rigiden Gesellschaft wie der Nordkoreas können diese Begierden nicht auf natürliche Weise ausgelebt werden, daher sind die Auswirkungen dort auch viel drastischer. Es werden keine Teenieidole angehimmelt (was sich mit 18 von selbst erledigt), sondern ein brutaler Diktator. Insofern ist Deine Schlussbemerkung absolut korrekt: Kim Jong Un ist eine Projektionsfläche für diese Sehnsüchte, weil es sonst Keine gibt.

  3. Crazy Eddie am August 8th, 2014 4:02 pm

    Bei dem dritten Foto, davon darf man wohl ausgehen, hat es im Gegensatz zu den ersten beiden eine Regieanweisung gegeben, die nichts dem Zufall überlassen hat. Die Damen auf den ersten beiden Fotos lassen ihren Gefühlen freien Lauf. Die Soldatinnen auf dem dritten Foto lassen ihren Gefühlen nicht freien Lauf, sondern sind hilflos den Folgen ihrer Gehirnwäsche ausgesetzt.

    Männer, die nicht beizeiten unter die Haube kommen, werden mit zunehmendem Alter wunderlich – und wunderlich ist es allemal, wenn man aus diesen drei Fotos eine allgemeinen Schluß auf Frauen ziehen will. Nebenbei könnte man sogar in Frage stellen, ob jemand, der mit 50% der Bevölkerung ein generelles Verständnisproblem hat, qualifiziert genug ist, die Gesellschaft, in der lebt,zu beurteilen.

  4. Michael am August 8th, 2014 5:49 pm

    „Macht ist das ultimative Aphrodisiakum“ – Henry Kissinger, der wohl bekannteste Politkriminelle, hat es blatant auf den Punkt gebracht.

  5. ...der Trittbrettschreiber am August 8th, 2014 6:57 pm

    @Nina Tabai

    Booah ey – so einfach ist das?
    Sexualität? Adoleszens? Hitler? Magnet? Josef?

    Und ich grübel und grübel …

    woran erkennt man eine „ausgereifte“ Sexualität?

    PS Aber nich‘ gucken – ich kleb‘ meine Web-Cam zu.

  6. Nina Tabai am August 9th, 2014 3:37 pm

    Natürlich ist das nicht „so einfach“. Wenn Dir das Thema so wichtig ist, darfst Du darüber auch gerne einen dicken Schinken schreiben, so wie es Marcuse mit „Eros and Civilization“ gemacht hat.

    Nur ist Burks‘ Kommentarspalte ein wenig zu eng (no sexual pun intended) um hier ellenlange Essays reinzuhauen, ne?

    Ausgereifte Sexualität: Du verbringst mehr Zeit mit echten weiblichen Wesen, als auf youporn (Mann). Du verbringst mehr Zeit mit echten männlichen Wesen, als auf Zac Efron und Justin Bieber Fanforen (Frau). So, das ist schön plakativ. Und einfach.

  7. ...der Trittbrettschreiber am August 9th, 2014 8:11 pm

    @Nina Tabai

    was sind denn echte weibliche und männliche Wesen
    Nää,nää, was hat dieser Hobbit-Film da nur wieder angerichtet.

    PS Was hat denn Eros mit Zivilisation zu tun?

    …und Marcuse – der Bruder von dem Autor von „Das Märchen von der Sicherheit“?

    Za Efron – ein Vorort von Haifa?

    Okay..nichts für ungut. Danke für Deine Vorlagen, mich hier exponieren gedurft zu haben ;-)

  8. Fe am August 10th, 2014 2:12 pm

    @Nina: Wir lernen: Homosexuelle Menschen haben keine „ausgereifte Sexualität“.

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