Leserbrief c’t Security s. 38ff

Guten Tag,

Sätze wie „einen Virenschutz braucht jeder Windows-Anwender“ (S. 38) regen mich maßlos auf. Wie kann die c’t so etwas drucken? Ich habe noch nie ein Anti-Virenprogramm besessen und plane auch nicht, so etwas auf meinen Rechnern zu erlauben, zumal die Anbieter derartigen „Schlangenöls“ die Frechheit besitzen, mir penetrant bei der Installation zusätzlich Software unterjubeln wollen, z.B. die Datenkrake Google Chrome. Ist das seriöses Geschäftsgebaren?

Software schafft keine Sicherheit, sondern nur vernünftiges Verhalten. Das Problem sitzt immer vor dem Monitor und hat zwei Ohren.

Die Gegner sicherheitsbewussten Verhaltens sind ignorante Webdesigner, die Surfer um jeden Preis zwingen wollen, aktive Inhalte (etwa Javascript) zuzulassen. Sicheres Surfen unterbinden die Geschäftsmodelle fast aller Medien – und „sozialer“ Netzwerke sowieso -, die vom Verkauf der Nutzerdaten leben und nicht nur Myriaden von Cookies implementieren wollen. Mit das größte Problem ist die Unsitte, elektronische Postkarten (E-Mails) unverschlüsselt und ausschließlich in HTML verschicken zu wollen, weil es so chic aussieht und weil es alle machen. Phishing lässt grüßen.

Mit virenfreien Grüßen
Burkhard Schröder

Kommentare

5 Kommentare zu “Leserbrief c’t Security s. 38ff”

  1. Maurus am August 2nd, 2013 11:40 am

    Lieber Burks, eine sehr ähnliche Ignoranz zeigst Du selbst indem Du lang und breit die Verschlüsselung von Emails unter Windows beschreibst und dabei unterschlägst das ein (Staats)Trojaner in den darunter liegenden Schichten des OS sowohl vor der Verschlüsselung als auch nach der Entschlüsselung die Texte klar lesbar weiter geben kann. Dieser fehlende Hinweis ist so gravierend das Du Dich damit in meinen Augen auch als „Neuländer“ bezeichnen darfst.

  2. georgi am August 2nd, 2013 1:09 pm

    soweit dazu…

    …Virenschutzprogramme und Spamabwehrmaßnahmen funktionieren ja auch nicht mehr so gut, wenn man starke Kryptographie verwendet, wenn Virenschutzprogramme und Spamfilter überhaupt jemals zu irgendetwas nütze gewesen waren. Besonders, wenn diese Maßnahmen auf Mailservern umgesetzt wurden, kann man sich diese auch schenken. Also noch mehr Phishing und email-Viren dank Verschlüsselung. Toll! Und neue Datenschutzprobleme gibt es auch noch, dank dieser famosen Schlüsselserver, die genau anzeigen, wer auf der Welt wem vertraut, wer also zum Beispiel zum Dunstkreis der Grünen oder Piratenpartei oder irgendeinem dieser von der Todesstrafe bedrohten Whistleblower gehört. Ich kann von Glück reden, daß Julian Assanges Signatur nicht meinen public key ziert. Wäre um Haaresbreite passiert! Die Welt ist nämlich klein.

    Und dann: Software schafft keine Sicherheit! Sehr richtig! Software schafft Unsicherheit! Die eine Software mehr als die andere. Der phlegmatische Arsch vor dem Bildschirm mit den beiden Ohren ist besonders gefordert, sichere Software unsicherer Software vorzuziehen, und sich bei der Auswahl von Software nicht vom schlechten Leumund Googles verführen zu lassen. Microsoft ist nämlich nicht vertrauenswürdiger. Es ist nämlich eher unwichtig, ob der Internet Explorer oder das Google Chrome Deinen Rechner ausspioniert, oder irgendeine Webseite oder irgendeine kommerzielle Software vom Medienmarkt oder Computerbild, wobei der Internet Explorer das auch noch besser kann, weil er zum Windows dazugehört und durch nichts gestört werden kann. Und selbst, wenn Google oder Microsoft Dir nichts tun: Sie haben das WWW und die Rechentechnik kaputt gemacht. Du kannst mit deren Software nicht kaputte Features boykottieren. Deshalb kann man dem Anwender auch keine Verantwortung zuschieben. …, etwa so:

    Das Problem sitzt immer vor dem Monitor und hat zwei Ohren.

    Technik hat gefälligst durch bestimmungsgemäßen Gebrauch nicht den Nutzer zu gefährden. Die Verantwortung liegt bei kommerziellen Anbietern, nicht bei deren Kunden.

  3. admin am August 2nd, 2013 1:27 pm

    @Maurus: Solange du nicht erklärst, wie ein Trojaner zielgerichtet auf meinen Rechner kommt, ist das nur eine dumme Verschwörungstheorie. Den Teil cipav-exe-is-an-unknown-application-install-anyway.exe kannst du weglassen.

  4. ...der Trittbrettschreiber am August 2nd, 2013 2:26 pm

    „Technik hat gefälligst durch bestimmungsgemäßen Gebrauch nicht den Nutzer zu gefährden. Die Verantwortung liegt bei kommerziellen Anbietern, nicht bei deren Kunden.“

    Produkthaftung gibt es:
    http://ig.cs.tu-berlin.de/ma/rg/ap/LM/Gehring-LM-041997.pdf

  5. Zitat des tages | Schwerdtfegr (beta) am August 2nd, 2013 4:34 pm

    […] Burks’ Blog: “Leserbrief c’t Security s. 38ff” […]

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