E-Geld-Dienstleistungen: Nur Bares ist Wahres

Ein Datenschutz-Blog beschäftigt sich mit den Risiken des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Bargeld wird immer mehr zurückgedrängt – die Bürger können flächendeckend überwacht werden.

Diese Entwicklung erhält Dynamik durch eine Richtlinie der EU-Kommission, die ‚E-Geld-Dienstleistungen‘ den Weg ebnen soll. Sie sieht für Bürger der EU den flächendeckenden Einsatz von Zahlungskarten vor sowie den Einsatz von Mobiltelefonen als Speicher- und Zahlungsmedien für E-Geld. Gerade Banken dürften ein großes Interesse an dieser Entwicklung haben, da sie durch für die Geldbewegungen anfallenden Gebühren ein wesentlicher Profiteur sein dürften.

Lesenswert!

Kommentare

9 Kommentare zu “E-Geld-Dienstleistungen: Nur Bares ist Wahres”

  1. Nobs am Juni 20th, 2012 5:40 pm

    Ja, und im nächsten Schritt den Insassen den Geldkarten-Chip implantieren. Ich habe da mal ein Buch gelesen, daß sich mit dieser biblischen 666-Prophezeiung beschäftigt und u.a. behauptet, daß auf jedem Barcode dreimal die 6 steht, links, in der Mitte und rechts. Angeblich soll auch eine Firma namens Lucent Tec. maßgeblich in dieser Hinsicht engagiert sein.
    Klingt alles wie eine Räuberpistole, aber irgendwie ist es unheimlich real geworden.

  2. FDominicus am Juni 20th, 2012 5:49 pm

    Es ist ein weitere Grabstein für das bisschen Restfreiheit was wir noch „haben“. Nach ätzend kommt eutzend….

  3. Paula am Juni 20th, 2012 8:30 pm

    Wenn die Bargeldnutzung auch bei uns in Deutschland abgeschafft oder gravierend eingeschränkt wird, ist dies ein weiteres sicheres Zeichen für den endgültigen Übergang von einem freiheitlich, demokratischen Rechtstaat hin zu einem totalitären Überwachungs- und Repressionsstaat.

    Der Staat, die Banken, die unzähligen „outgesourcten“ Dienstleister (Auftragsdatenverarbeiter) und die jeweiligen Zahlungspartner (Händler, Geschäfte, etc.) werden unseren Geldstrom lückenlos und permanent aufzeichnen und überwachen.

    Wenn wir Medikamente kaufen, weil wir krank sind — der Staat, die Banken wissen es.
    Wenn wir unsere existentielle Nahrung im Supermarkt kaufen — der Staat, die Banken wissen, ob wir uns ungesund ernähren, ob wir Veganer sind.
    Wenn wir uns ein Busticket vom Freiheitsplatz zur Friedensallee kaufen — der Staat, die Banken wissen es.
    Egal was wir kaufen, bezahlen — der Staat, die Banken wissen es.
    Niemand wird aus diesem totalitären Kontrollsystem entkommen können. Es ist schließlich totalitär.

    Wir werden die Kontrolle über unser Geld verlieren.
    Niemand wird mehr das eigene Geld einfach am Geldautomaten vom Konto abheben können.
    Niemand wird mehr das eigene Geld in der Hand halten und im Portmonee den Überblick über seine Ausgaben behalten können.
    Die Menschen sollen konsumieren. Auch wenn sie es sich nicht leisten können.
    Kreditkarten, Dispo. Kredit ist der Schmierstoff unseres lieben Kapitalismus.
    Nicht wir sollen das Geld in der Tasche haben. Wir als gute Untertanen haben die Pflicht, der Wirtschaft und dem Staat zu gestatten, unser Geld bequem und einfach von unserem Konto abzubuchen.

    Der Staat und die Banken werden uns kontrollieren, wie früher unsere Eltern uns kontrolliert haben, als wir noch kleine Kinder waren und einmal in der Woche zwei Euro oder als Strafe auch kein Taschengeld bekamen.

    Unliebsame, weil „querulatorische“ kritische Bürger werden noch einfacher mundtot gemacht werden. Statt sie mit falschen Verdächtigungen zu verleumden und zu diskreditieren, wird man ihnen schlicht den Geldhahn zudrehen.
    „Konto aufgrund Regierungsverfügung gesperrt. Wir bitten um Ihr Verständnis. Ihre Hausbank.“

    Herzlich willkommen in dieser schönen neuen Welt!
    Aber wir haben ja alle nichts zu verbergen und deshalb nichts zu befürchten.
    Unsere Privatsphäre ist kein Menschenrecht. Noch nie gewesen.
    Wir schließen nicht unsere Haus- und Wohnungstüren ab.
    Auch unsere Toilettentüre bleibt offen. Wir haben ja nichts zu verbergen.
    Und Kleidung tragen wir schon lange nicht mehr. Kleidung ist sowas von Eighties. Gardinen sind ebenso ein Relikt vergangener Zeiten.

    Wer nichts zu befürchten hat, bestimmt die Regierung. Und die Regierung lügt nie, hat immer Recht, und will nur das beste für uns. Vertrauen sollen wir ihr. Wir haben allen Grund dazu.
    Schließlich misstraut uns die Regierung als Dank im Gegenzug.
    Wir stehen immer auf der richtigen, unverdächtigen Seite. Hoffentlich.

    Alles nur geträumt? Oder war Orwell’s „1984“ nur die Beta-Version und bald erscheint die Final-Version?

  4. ninjaturkey am Juni 21st, 2012 2:48 am

    @Paula: Die Vorstellungen des guten Herrn Orwell orientierte sich an den technischen Möglichkeiten seiner Zeit. Die heutigen Möglichkeiten mit Vorratsdatenspeicherung, digitalen Stromzählern, RFID-Chis, biometrischer Erfassung, Satellitenortung, usw. usf. hat er sich in seinen wildesten Träumen nicht ausmalen können. Um Kritiker auszuschalten muss man heute keine Folter mehr bemühen (obwohl seltsamer Weise zunehmend gern befürwortet und eingesetzt). Es reicht, Personalausweis oder Kreditkarte mit „fehlerhaften“ Daten auszustatten um den Deliquenten auf Trab zu halten. Eine „irrtümliche“ Hausdurchsuchung mit Beschlagnahme der für den Beruf notwendigen Hardware oder ein paar falsche IP-Nummern an Abmahnanwälte… Es ist so einfach geworden.

    Ich konnte meinen Laden in diesem Jahr schon fast dicht machen, weil es der Telekom nicht gelang, bei einem Umzug termingerecht das Telefon zu schalten, bzw. mir überhaupt eine Telefonnummer zuzuweisen. Das Maß an Schlamperei über Wochen und die Zeit die ich mit ständig wechselnden „Hotline“-Mitarbeitern verbracht habe (plus Beschwerden, Schriftverkehr etc.) sowie der Umstand, dass plötzlich Beträge für nie abgeschlossene Mobilfunk-Verträge abgebucht wurden (und werden), lässt auch ohne ausgewiesene Paranoia fast eine Absicht dahinter ahnen.

  5. totschka am Juni 21st, 2012 7:55 am

    Nun ja, wenn man mal den Anteil Panikmache beiseite lässt, könnte man diese Entwicklung möglicherweise etwas nüchterner betrachten.
    Erstens verbietet mir niemand, meinen Kontostand regelmäßig zu prüfen, unabhängig davon, wie groß oder klein heute der Anteil des bargeldlosen Zahlungsverkehrs schon ist. Das mache ich so und kann dabei nicht feststellen, dass „wir … die Kontrolle über unser Geld verlieren“ werden.
    Zweitens sollt ich den Apparat zwischen meinen Ohren schon gebrauchen dürfen, wenn ich eine Anschaffung tätige, ganz gleich, ob ich sie bar bezahle oder mit Plastik. Selbst Einkäufe im Supermarkt zahle ich mit EC-Karte. Warum soll ich vorher erst noch an den Automaten rennen, Bargeld rausziehen, um es an der Supermarktkasse wieder abzuliefern?

    Ich habe mal eine Zeit lang in Singapore gelebt. Für den ÖPNV gibts da die ez-Link-Karte, die am Automaten aufgeladen wird. Man steckt ’nen Schein rein, der Betrag wird auf der Karte gutgeschrieben. Tatsächlich easy. Neu war damals (2009), dass man die Karte mit seinem Girokonto verknüpfen konnte, um automatisch nach zu laden. Auch fein, aber das birgt Risiken, wenn ich z.B. die Karte verliere…
    Es lief um diese Zeit auch ein „Feldversuch“, bei dem verschiedene Ladenketten an dieses System angeschlossen wurden. Alles in allem eine bequeme Sache, wenn man nicht mehr überall Bargeld braucht. Und für größere Anschaffungen möchte ich heutzutage auch nicht unbedingt mit einem Sack voller Scheine in der Öffentlichkeit rumlaufen.

    Das eigentliche Problem übersehen die Empörten:

    Das Schreckensszenario, was hier entworfen wird, ist längst Realität. Payback-Karten, Kundenkarte hier, Kundenkarte dort, Facebook, Amazon, ebay – überall teilen die Leute freiwillig ihre Kaufgewohnheiten mit.
    Der Staat hat zwischendurch mit der Datenverknüpfung über die persönliche Steueridentifikationsnummer und den Zugriff auf unsere Kontenbewegungen längst alle Werkzeuge in der Hand, um all das umsetzen zu können, was als Schreckgespenst hier an die Wand gemalt wird.

  6. Paula am Juni 21st, 2012 9:02 am

    @totschka:

    Sehr wohl werden wir die Kontrolle über unser Geld verlieren, wenn Bargeld verboten und abgeschafft wird.

    Denn du kannst dein Geld nicht mehr in den Händen halten. Es ist endgültig zu einer virtuellen Zahlenkolonne auf deinem Kontoauszug mutiert.
    Vollständig unter „treuhänderischer“ Verwaltung der Bank deines Vertrauens.
    Ob da mal eine Null zu viel oder zu wenig steht, so ein Irrtum kann der Bank ja mal passieren.
    Und wenn dein Konto wegen subversiven Verhaltens von der Regierung gesperrt ist, kannst du dich auch nicht eine gewisse Zeit mit Bargeldvorräten über Wasser halten.
    Also bloß nicht den Staat und die Regierung kritisieren, sonst kannst du dir schon mal einen Schlafplatz unter der Brücke sichern.
    Ohne Geld kannst du heutzutage fast nichts machen.

    Wenn du mit Bargeld bezahlst, bleibst du anonym und weder Staat noch Unternehmen und deren Myriaden von externen Dienstleistern können dich tracken oder „aus Versehen“ deine Daten verlieren oder gecrackt werden.
    Das ist der entscheidene Vorteil von Bargeld.

    Und wer sagt, dass du permanent mit Geldsäcken rumlaufen sollst? Du hast z.B. immer einen 50er-Schein (und ein paar Münzen) für die täglichen Kleineinkäufe dabei und wenn du mal größere Einkäufe in Geschäften tätigen willst, holst du dir vorher entsprechend viel Bargeld und gehst/fährst (gerne auch im abgeschlossenen Auto) direkt zum jeweiligen Geschäft.
    Die Wahrscheinlichkeit, dabei trotzdem auf offener Straße am helligten Tag überfallen zu werden ist hierzulande (im Gegensatz zu brasilianischen Metropolen) recht gering.
    Da ist es wahrscheinlicher, dass du bei deinem Weg vom Auto überfahren wirst.
    Dagegen liegt die Wahrscheinlichtkeit, dass du beim bargeldlosen Bezahlen gespeichert und überwacht wirst, bei 100 Prozent.

    Wenn du Payback, Facebook, Amazon, ebay und Co. für deine Argumentation bemühst, das ist alles freiwillig.
    Das vergessen die Apologeten von Überwachungsstaat und -gesellschaft gerne.

    Wenn Bargeld verboten und abgeschafft wird, ist das nicht freiwillig und optional.
    Du hast keine Wahl, du wirst gezwungen. Sieht so Freiheit aus?

    Und nur weil heute viele andere Überwachungsmöglichkeiten alltäglich sind, sollen wir noch mehr Überwachung widerstandslos akzeptieren?

    Erich Fried hat einmal gesagt:
    „Solange der Untergang der Menschheit nicht zu 100 Prozent feststeht, lohnt es sich, dagegen zu arbeiten.“

    Wo ist dein Beitrag, totschka, damit es nicht schlimmer wird, sondern sogar besser?
    Resignation und Apathie der Bürger hilft nur der Regierung.

    PS: Wenn man Bargeld aus logistischen (hoher Aufwand für Bargeldversorgung) Gründen abschaffen und deshalb komplett auf bargeldlose, elektronische Zahlungsverfahren umstellen wollte, warum gibt es dann keine anonymen Geldkarten?

    Bargeld am Automaten auf anonyme Geldkarte laden, mit Geldkarte in Geschäften anonym einkaufen, keine personenbezogenen Daten gespeichert.
    Das wäre doch eine tolle Sache, oder?

    Warum wird das nicht eingeführt? Richtig, weil Staat und Unternehmen, also die organisierte Datenmafia, uns mit anonymen Geldkarten nicht überwachen könnten.
    Es geht also nicht um einen Komfortgewinn für die Bürger, sondern um einen Komfortgewinn der Datenmafia beim Datenfischen.

    „Am meisten bedroht wird die Freiheit von den glücklichen Sklaven.“

  7. totschka am Juni 21st, 2012 12:07 pm

    @Paula,

    erst einmal: mir geht keiner ab, wenn ich ’nen Geldschein in der Hand halte ;)

    Den Staat interessiert doch nicht, wo Du fuffzich Piepen für’n Lebensunterhalt ausgibst. Das bekommt er nebenbei aus dem Bewegungsprofil Deines Mobiltelefons heraus… :-P

    Für das Finanzamt existiert das Bankgeheimnis nicht, der Überwachungsstaat sieht auch, wenn Du einen größeren Betrag abhebst.

    Das Problem „Überwachungsstaat“ ausgerechnet an der diskutierten Abschaffung des Bargeldes festzumachen, vergleiche ich mit den Maschinenstürmern des 19. Jahrhunderts, die haben auch nicht die wahren Ursachen bekämpft.

    Ich bin trotzdem skeptisch, dass dieses „Verbot“ überhaupt kommt. Dann wären bestimmte Geschäfte in Gutverdiener- und Politikerkreisen plötzlich nicht mehr möglich, weil sie über die „Bücher“ gingen.
    Wie soll ich mir denn den Schäuble in Zukunft vorstellen? Dass er die Kreditkarte aus’m Koffer zückt? Nee…
    Letztens meinte einer (habs irgendwo im TV gesehen, weiß aber nicht mehr wo), dass die Gutverdiener gerne mal paar Mäuse zum Händler ihrs Vertrauens tragen und im Gegenzug dafür ’nen schicken Oldtimer nach Hause chauffieren. Solche Geschäfte würden überwiegend in bar abgewickelt. Qui bono?

    „Wo ist dein Beitrag, totschka, damit es nicht schlimmer wird, sondern sogar besser?
    Resignation und Apathie der Bürger hilft nur der Regierung.“

    Zugegeben, mein Beitrag ist bescheiden. Ich blogge ein wenig, schreibe hin und wieder zu politischen und gesellschaftlichen Themen. Und ich benutze privat ausschließlich freie Betriebssysteme und Software.
    Da gibt es sicher noch Spielraum.

  8. Paula am Juni 21st, 2012 5:24 pm

    @totschka:

    Ein Staat will potentiell alles über seine Untertanen wissen. Das ist systemimmanent.

    Je mehr der Staat über uns weiß, desto besser kann er uns kontrollieren. Auch das Wissen über Dinge, die zwar offiziell nicht verboten sind, aber gesellschaftlich verpönt, eignen sich bestens, um aufmüpfige, „querulatorische“ Bürger zu diskreditieren.
    Ein falscher Verdacht ist schnell generiert.
    Mit dem Handy zur falschen Zeit am falschen Ort? Zufällig in der Nähe eines Tatorts gewesen? Dank Totalüberwachung gehörst du dann zum Kreis der Verdächtigen mit dem Vollprogramm an Vorzugsbehandlung.
    Ekläre das mal deinem Arbeitgeber, deinen Nachbarn und deiner Familie, warum du ins Visier der Staatsmacht geraten bist.
    Wissen ist Macht.

    Und weshalb solltest du darauf vertrauen können, dass der Staat sich nicht für dich und deine alltäglichen Datenspuren interessiert?
    Vertrauen beruht auf Gegenseitigkeit.
    Warum solltest du also einem Staat vertrauen, der offensichtlich dir misstraut und dich deshalb grundlos, anlasslos und pauschal überwacht und damit unter Generalverdacht stellt.
    Dieser Staat hat mehrfach nachweislich mit Vorsatz seine Machtbefugnisse misbraucht.
    Solange du als unbescholtener Bürger deine Steuern zahlst und keine Verbrechen begehst, geht den Staat dein Privatleben nichts an.

    Zum Thema Mobiltelefon:
    Mobiltelefone sind noch nicht als gesetzlich vorgeschriebene persönlich Ortungswanzen immer und überall bei sich zu tragen.
    Es soll Leute geben, die kommen sehr gut ohne Handy klar. Handys kann man auch ausschalten oder zu Hause lassen.
    Handy sind freiwillig und optional.
    Ein Bargeldverbot wäre eine Zwangsmaßnahme, die auch datenschutzbewusste Menschen gegen ihren Willen zu gläsernen Untertanen machen würde.

    Zum Thema Finanzamt und Bargeldabhebungen:
    Das Finanzamt bzw. sonstige staatliche Behörden können nur solche Daten einsehen, die auch gespeichert sind. Nicht gespeicherte Daten sind im Umkehrschluss natürlich nirgendwo auffindbar.
    Wenn du also Geld von deinem Konto in bar abhebst und damit in Geschäften bar bezahlst, sehen deine Bank und der Staat um Größenordnungen weniger Daten als bei personifiziert registrierten elektronischen Zahlungen.
    Deine Zahlungspartner und deren Heerscharen an Auftragsdatenverarbeitern (z.B. easycash als Betreiber von Kartenzahlungssystemen) wissen bei Barzahlung nichts über dich.

    Zum Thema Korruption und Bestechung:
    Korruption funktioniert in den Kreisen von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Mafia heute schon ohne Bargeldkoffer.
    Ein Politiker (z.B. ein Bundesinnenminister) erhält die Zusicherung eines Unternehmens (z.B. eines Herstellers für RFID-Biometrie-Reisepässe), nach seiner Tätigkeit als Amts- und Mandatsträger bei diesem Unternehmen einen gut dotierten Aufsichtsratsposten zu erhalten.
    Oder ein Politiker erhält für „Beratungsleistungen“, die in einem ordentlichen Vertrag stehen, eine größere Geldsumme überwiesen.
    Diese Beratungsleistung hat es nie gegeben. Dafür gab es andere Gegenleistungen.

    Du siehst, nur weil Bargeld auch für „schlechte“ Dinge missbraucht werden kann, darf man nicht die Masse an unbescholtenen und unschuldigen Bürgern unterdrücken.

    Wenn es danach ginge, müssten Küchenmesser verboten werden, weil man damit töten kann.
    Auto wären verboten, weil man damit Leute überfahren kann.
    Ärzte würden wie Terroristen behandelt, weil wegen mangelnder Krankenhaushygiene und Behandlungsfehlern in Deutschland jährlich Zehntausende sterben.

    Du kannst erkennen, ob eine „Sicherheitsmaßnahme“ wirklich der persönlichen Sicherheit der Menschen dient, wenn du dir die das Risiko bzw. die tatsächlichen Todeszahlen anschaust.
    Stellst du fest, dass Aufwand für Überwachung und Kontrolle in keinem Verhältnis zum realen Todesrisiko steht, kannst du sicher sein, das solche Überwachung nur dem Schutz der Regierung dient, nicht aber dem Schutz der Menschen.

  9. totschka am Juni 21st, 2012 6:23 pm

    Unlängst wollte es der Zufall, dass ich in Österreich unterwegs war. Im Radio lief eine Diskussion zum gleichen Thema, bei der auch Hörer anrufen konnten. Mir schien, dass diese Diskussion wesentlich entspannter lief.

    Nichts desto trotz: die Zustände, die uns nach den Ankündigungen hier drohen, falls das Bargeld „verboten“ würde, sind längst eingetreten. Der gläserne Bankkunde ist Realität, sofern er Lohn-/Gehaltsempfänger ist oder gar staatliche Leistungen in Form von Arbeitslosengeld erhält.

    Anstatt über solche Sachen zu lamentieren, dass wir alle sterben, wenn man uns das Bargeld wegnimmt, sollten wir gegen die anlasslose Vorratsdatenspeicherung opponieren.

    Es stünde uns auch gut zu Gesicht, wenn es uns gelänge, einige Zusammenhänge und Erscheinungen in unserer Gesellschaft wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Es kann nicht sein, dass der Staat den Missbrauch staatlicher Leistungen – den ich hier nicht gutheißen will – schärfer verfolgt als die kriminellen Steuerhinterzieher, die ihr Schwarzgeld im Ausland bunkern.

    Wir haben zu viel zu tun, als dass wir Zeit für Scheindebatten über Bargeldabschaffungen hätten.

Schreibe einen Kommentar