Die Grünen und die Wertschöpfungskette

Junge Welt: “Die mehrheitlich im Staatsbesitz befindliche Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat in der vergangenen Woche rund 21 500 Wohnungen an die private ‘Patrizia Immobilien AG‘ verkauft- (…) Es ist die größte Wohnungsprivatisierung in der Geschichte Baden-Württembergs. Die ‘Patrizia’ hat ein Eigenkapital in Höhe von nicht einmal drei Prozent der Kaufsumme und kann die Übernahme nur mit Hilfe einer Investorengruppe aus Versicherungen, Banken und Pensionsfonds stemmen. Die wollen vor allem eins: Profit machen.”

“Die PATRIZIA ist eines der führenden vollstufigen Immobilien-Investmenthäuser und deckt die komplette Wertschöpfungskette ab”, heisst es auf der Website der Patrizia Immobilien AG. Was zum Teufel war noch mal eine Wertschöpfuingskette?

Guckst du hier:
Karl Marx schreibt im Kapital: “Wir wissen jedoch bereits, daß der Arbeitsprozeß über den Punkt hinaus fortdauert, wo ein bloßes Äquivalent für den Wert der Arbeitskraft reproduziert und dem Arbeitsgegenstand zugesetzt wäre. (…) Durch die Betätigung der Arbeitskraft wird also nicht nur ihr eigener Wert reproduziert, sondern ein überschüssiger Wert produziert. Dieser Mehrwert bildet den Überschuss des Produktenwerts über den Wert der verzehrten Produktbildner, d.h. der Produktionsmittel und der Arbeitskraft.”

Beides zusammen, der Wert der Arbeitskraft und der “überschüssige” Wert, der Mehrwert, bildet den Neuwert, auch Wertprodukt, oder, wie es heutzutage ausgedrückt wird, die Wertschöpfung.

IM Larve, revisited

Hier noch einmal mein Posting vom 21.06.2010:

Zum Thema “Bundespräsident Gauck” empfehle ich dieses aus der Wochenzeitung Freitag von vor zehn Jahren: “Charakterlump nannte man früher jemanden, der sich borniert, undankbar und selbstsüchtig gegen die wendet, die ihn einst förderten. Dabei hätte er allen Grund, zitternd zu schweigen; denn das Terpe-Dossier (siehe Freitag, 21.4.2000) ist für ihn voller Brisanz. Das hatte er mit Angstschweiß auf Stirn und Rücken bereits nach dem Abdruck der Akte in der “Welt” vom 23. April 1991 erkannt. Er musste befürchten, dass sich die Akte auch anderen erschloss. Doch West-Lesern blieb sie unzugänglich. (…) Stasi-Hauptmann Terpe war nach dem Gespräch davon überzeugt, Pastor Joachim Gauck bald als Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) in den Reihen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR zu haben. (…) Der Einsatz von Gauck als IM war von der Stasi innerhalb einer überschaubaren Frist vorgesehen. Eine Kleinigkeit kam dazwischen: die Wende.”

Dazu auch die Junge Welt vom 11.06.2010: “Der Inquisitor kandidiert” sowie noch einmal der Freitag vom 22.05.: “Joachim Gaucks totalitäre Aufklärung”. Auch die Zeit ist interessant: “Ex-Linke-Parteichef Lafontaine hat Vorwürfe gegen Joachim Gauck erhoben. Der Präsidentschaftskandidat soll in der DDR eine Vorzugsbehandlung der Stasi genossen haben.” Auf der Website seines Verlages über sein Buch “Winter im Sommer – Frühling im Herbst” kommt Gauck selbst zu Wort.

Update Meine Meinung gleicht der von SPAM: “11 Prozent der Deutschen fürchten, dass es keinen Unterschied macht, ob nun Christian Wulff Bundespräsident wird oder ein lesbisches Eichhörnchen. In Wahrheit ist das die Wahrheit, aber auch das macht keinen Unterschied.”

Gauck ist nur ein Übergangskandidat

“Experten vermuten, daß die Kanzlerin Gauck vor allem als Übergangskandidaten sieht. Sie verweisen darauf, daß Merkel ihm bereits ihr volles Vertrauen ausgesprochen hat. Üblicherweise muß ein Politiker zwei bis vier Wochen nach so einer Erklärung seinen Posten räumen.” (Quelle)

Gauck – ein gewünschtes Signal gegen ein Linksbündnis

Gauck

(Quelle)

Zur Erinnerung (08.06.2010,):
Beide Punkte – Nein zum Krieg, Ja zur sozialen Gerechtigkeit – markieren in der Linkspartei die Trennlinie zu Gauck. Im Gegensatz zu anderen herausragenden evangelischen Theologen habe Gauck nie gegen den Krieg in Afghanistan Stellung bezogen. Und nie ein Wort zur Frage der sozialen Gerechtigkeit von sich hören lassen, “höchstens üble Polemik gegen die Anti-Hartz-IV-Demos der Vergangenheit”, so ein Linker. Deswegen verschwimmen in den Augen der Partei die Unterschiede zwischen Wulff und Gauck: Beide seien “Vertreter des kalten Bürgertums.”

Guckst du auch hier (04.06.2010): “So sehr Gauck als Stachel ins bürgerliche Lager reichen soll, so sehr ist er ein gewünschtes Signal gegen ein Linksbündnis.”