Berlin 1969 – die Unterprima des PGU auf Studienfahrt

Berlin 69

Ein alter Schulfreund hat mir einen digitalisierten Film zukommen lassen, den ich gestern begeistert angesehen habe. Er wurde 1969 in Berlin gedreht (30.11.-6.12.1969, ca. eine Stunde, in Farbe und mit Ton) und zeigt Episoden einer Studienfahrt meiner damaligen Klasse des Pestalozzi-Gymnasiums Unna nach Berlin. Ich habe versucht, die Bilder mit Google Maps with Street View heutigen Orten zuzuordnen, soweit es möglich war. Orte, die damals genau so aussahen wie heute – wie etwa die Gedenkkirche Maria Regina Martyrium in Plötzensee, die wir damals auch besichtigten -, habe ich weggelassen.

Wir waren im St.-Michaels-Heim im Grunewald unweit des Halensees untergebracht. Die meisten Bilder wurden während einer Stadtrundfahrt gemacht: Das Märkische Viertel, die Mauer an der Bernauer Straße, der Alliierte Kontrollrat (die sowjetische Fahne ist noch verschwommen zu sehen), Kreuzberg rund um den Chamissoplatz, das die Stadtführerin als „das alte Berlin der Jahrhundertwende“ titulierte (und das abgerissen worden wäre, hätte die Hausbesetzerbewegung das nicht verhindert), der Potsdamer Platz (mit Volkspolizisten und Uhr), Brandenburger Tor, Reichstag, das Kriegsverbrechergefängnis Spandau (1987 abgerissen), der Berliner Funkturm und einige nächtliche Leuchtreklamen.

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Auf dem Bild über dem Brandenburger Tor bin ich übrigens zu sehen (rechts). Bei einigen Bildern bin ich mir nicht sicher; Bild Nr. 10 hätte ich der Kreuzberger Arndststrasse zugeordnet, die Balkone sehen aber anders aus. Spannend fand ich Bild Nummer 19, auf dem man den Turm des Spandauer Rathauses erkennt. Es ist mir leider nicht gelungen herauszufinden, von wo das aufgenommen worden ist.

Kommentare

2 Kommentare zu “Berlin 1969 – die Unterprima des PGU auf Studienfahrt”

  1. steven am Januar 12th, 2012 4:50 pm

    Bilder aus einer anderen Welt. Wahnsinn!

    Als 1981 in Berlin geborener kann ich nur staunen und träumen.
    Warum sehne ich mich so sehr nach diesem Berlin, dass kaputt und dreckig war obwohl ich es kaum kenne?

    Eine Kindheitserinnerung ist der Bahnhof Zoo. Ranzig, voller Stricher und Junkies… der komplette Bahnhof roch nach Pisse. Die Züge hatten Albtraumcharakter… dunkel, verraucht, heruntergekommen und ’ne Menge sehr merkwürdiger Gestalten. Ach…

    Warum gefällt das moderne, glatte, saubere nicht?
    Liegt es an den damit einhergehenden Regeln des Kapitals?
    Liegt es am verschwinden der Menschen und des Lebens von der Straße?

    Oder werde ich nur älter und sehne mich nach meiner Kindheit?
    :D

  2. Wilhelm Buschulte am Januar 12th, 2012 6:31 pm

    Hai Burkhard,
    freut mich, dir deine Heimat (und Vergangenheit) aus vorzeitlicher Perspektive näherbringen zu können. Ganz schön gruselig, die von dem Filmteam bevorzugte Mischung aus östlicher Gewaltandrohung, liebloser Architektur und westlicher/m sexuell befreiter Traumindustrie und Nobelleben! Alles wirkt irgendwie kalt.
    Dein Kampfgeist bleibe dir erhalten!
    Bis in 10 Jahren oder früher!
    Wilhelm

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