Die Wasserkocher

NitroEin Artikel (2,2 MB, pdf) von mir im Medienmagazin Nitro über Netzwerk Recherche:

„Mathew D. Rose, der den Berliner Bankenskandal fast im Alleingang aufdeckte, prägte den Lehrsatz, dass sich alle Probleme investigativer Recherche lösen ließen, wenn man nur zwei Fragen korrekt beantwortete: Wo kommt die ‚Kohle‘ her? Wo geht sie hin?

Was ist also das Problem beim Netzwerk Recherche? Genau das.

Falsch verstandene Kameraderie oder Korpsgeist gibt es auch in anderen Berufen; Journalisten jedoch wollen aufklären, Transparenz schaffen, Unrecht aufdecken. Dieser hehre Anspruch sollte vor allem auch für sie selbst gelten. Da liegt es jedoch im Argen. Der vereinsmeierische deutsche Journalismus ist – gelinde gesagt – ein Trauerspiel.“

Kommentare

3 Kommentare zu “Die Wasserkocher”

  1. hue am September 11th, 2011 10:28 am

    man muss ja nicht mit allem übereinstimmen. Aber ein lesenswerter Beitrag! Und nachdenklich macht er auch.

    nur ein technischer Hinweis: mit Ubuntu 10.04.3 LTS
    hatte ich auf meinem 0815 PC Mühe die Schrift zu lesen.

  2. Günter Bartsch am September 20th, 2011 12:12 pm

    Lieber Herr Schröder,

    ganz im Sinne einer sorgfältigen Recherche haben Sie uns, also dem Netzwerk Recherche, zu Ihrem Thema einige Fragen gestellt. Unsere Antworten darauf sollten wir den Lesern nicht vorenthalten, oder? Also:

    SIE SCHREIBEN in Ihrem Text:
    „Ob es diesen Freund aus Amerika wirklich gibt, darf getrost bezweifelt werden, und die beteiligten Großjournalisten fragten genau so wenig hartnäckig nach wie bei den unbekannt gebliebenen Spendern Helmut Kohls.“
    SIE FRAGTEN UNS DAZU:
    Frage 10: Laut http://www.netzwerkrecherche.de/files/rundgespraech-investigativer-journalismus-in-deutschland.pdf sagte Leyendecker am 31.03.2001:
    Leyendecker: „Ich habe die Möglichkeit, über einen befreundeten Journalisten aus Amerika eine Millionen für einen Preis zu bekommen. (?) Der amerikanische Journalist sagt, mache einfach einen hochdotierten Preis. Seiner Vorstellung nach soll es so sein, dass das dann erst mal zehn Jahre läuft und man dann jedes Jahr 100 000 Mark dazugibt.“
    Ist es richtig, dass niemand aus den „Vorständen“ von Netzwerk Recherche seit Januar 2001 den Namen erfahren hat? Ist es zutreffend, dass dieses Angebot des „befreundeten Journalisten“ nie existierte?
    WIR ANTWORTETEN:
    Natürlich gab dieses mündliche Angebot, also die Idee für einen solchen Preis. Zu einer Konkretisierung kam es nicht, u.a. weil der Kollege nicht genannt werden wollte, was Hans Leyendecker ja bereits damals im Podiumsgespräch als Problem benannt hatte.

    [Und weil es daher nie zu dieser Spende kam, ist der Vergleich mit Helmut Kohls Spendern falsch.]

    SIE SCHREIBEN:
    „Schon die Satzung von Netzwerk Recherche, die sogar auf der Website eingesehen werden kann, ist eine Lachnummer.“
    SIE FRAGTEN UNS DAZU:
    Frage 1: Laut Paragraf 8 der Satzung des Vereins besteht der Vorstand im Sinne des Paragraf 26 BGB aus dem 1. und 2. Vorsitzenden. „Sie vertreten den Verein gerichtlich und außergerichtlich. Jedes Vorstandsmitglied ist einzeln vertretungsberechtigt.“
    Ist es richtig, dass die auf der Website http://www.netzwerkrecherche.de/Verein/Vorstand/ genannten anderen Mitglieder, u.a. die Schatzmeisterin, keine Mitglieder des Vorstands im
    rechtlichen Sinne sind?
    WIR ANTWORTETEN:
    Ja, der erweiterte Vorstand erfüllt nur vereinsinterne Aufgaben – er vertritt bislang den Verein nicht nach außen, weder gerichtlich noch außergerichtlich. Der Vorstand hat in seiner Sitzung am 3. Juli beschlossen, Änderungen der Satzung auf den Weg zu bringen. Ziel davon soll u.a. sein, die Verantwortung im Vorstand auch in rechtlicher Hinsicht auf mehr Schultern zu verteilen.

    [Interessant finde ich übrigens den folgenden, doppelten Absatz, in dem Sie einmal schreiben, dass der Verein „rechtlich nach dem Führerprinzip funktionierte“ – und dann denselben Satz ohne „rechtlich“. Ist das ein Gedankengang? ;-]

    SIE SCHREIBEN:
    „Zehn Jahre lang fragte bei Netzwerk Recherche niemand nach, obwohl auf den Mitgliederversammlungen bis 2011 weder Bilanzen noch Wirtschaftspläne schriftlich vorgelegt wurden.“
    SIE FRAGTEN UNS DAZU:
    Frage 7: Bei welcher Mitgliederversammlung (ab 2005) wurden den
    Mitgliedern schriftliche Bilanzen sowie ein Wirtschaftsplan vorgelegt?
    WIR ANTWORTETEN:
    Bei der Mitgliederversammlung 2011. Vorher gab es keine schriftlichen Berichte. Der Vorstand hat am 3. Juli vereinbart, die Berichte künftig nach den Kriterien der Initiative Transparente Zivilgesellschaft zu veröffentlichen, siehe http://www.transparente-zivilgesellschaft.de

    [Im Übrigen hatten Sie als Mitglied von 2001 bis 2008 – http://www.burks.de/burksblog/2008/05/06/netzwerk-recherche-austritt – doch auch Gelegenheiten, auf den Mitgliederversammlungen danach zu fragen, oder?]

    Und bei der Gelegenheit hätte ich dann auch noch ein paar Fragen:
    – Sie schreiben von einem „Putsch“ gegen Thomas Leif. Was für ein Putsch soll das sein, wenn noch gar kein Nachfolger bereitsteht?
    – Sie schreiben: „Es wirft nur ein bezeichnendes Licht auf die bräsige Mentalität der deutschen Journaille und deren Motto: Niemand beschmutze das eigene Nest. Niemand wagte es, die so genannten Päpste des Investigativ-Journalismus mit kritischen Fragen zu behelligen.“ Ist Ihnen aufgefallen, dass der Vorstand nach Bekanntwerden der Abrechnungsfehler selbst die Mitglieder informiert hat? Und dass es seitdem unzählige kritische Berichte mit noch mehr kritischen Fragen gab?

    Mit besten Grüßen,
    Günter Bartsch, Netzwerk Recherche

  3. Schlammschlacht im Netzwerk Recherche : Burks' Blog am Oktober 10th, 2011 5:48 pm

    […] Vereinsmeierei vom Feinsten. Guckst du auch hier: “Die Wasserkocher”. Oktober 10, 2011 | abgelegt unter […]

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