Plutoniumkontamination beim japanischen Kernkraftwerk Fukushima I
Karlsruher Institut für Technologie: “Die beim Kernkraftwerk Fukushima I im Boden gefundene Konzentration von Pu239/240 (Pressemitteilung TEPCO vom 28.3.2011) liegt in der Größenordnung der Mengen, die über Fall-out aus den Kernwaffenversu-chen in den 1950er und 1960er Jahren weltweit beobachtet wurden. Aus dem Isotopenverhältnis Pu-238 zu Pu-239/240 kann aber klar gesehen werden, dass es sich nicht um Plutonium aus dem Fall-out handelt (hier müsste anteilig deutlich mehr Pu-239 gefunden werden), sondern dass es aus bestrahlten Kernbrennstäben stammt. Ein Austrag aus dem Reaktor könnte bei einer Druckentlastung des Reaktorkerns, die teilweise von Wasserstoffexplosionen begleitet waren, erfolgt sein. Wahrscheinlicher ist aber, dass es aus den zeitweise brennenden Brennstäben in den Abklingbecken stammt. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass die Hülle der Brennelemente beschädigt ist. Unwahrscheinlich ist, dass ein Austrag über den Wasserpfad erfolgte. In diesem Fall müssten hier neben Plutonium deutlich größere Konzentrationen von Jod und Cäsium in den untersuchten Proben gefunden werden. Über den Luftpfad werden zwar auch Jod und Cäsium ausgetragen, sie werden jedoch deutlich weiter transportiert und werden nicht so schnell niedergeschlagen wie Plutonium.” (mehr…]
Die BigBrotherAwards 2011
BigBrotherAwards 2011 – wenn man sich die Details ansieht, verschlägt es einem glatt die Sprache ob der Dreistigkeit einiger Firmen, Organisationen und Politiker.
Facebook: “Generationenübergreifende Datenerfassung auf freiwilliger Basis unter der Maske der Freundschaft? Ich habe Angst.” – Zensuskommission: “Mit dem Zensus 2011 werden riesige Mengen von Daten gesammelt, welche es erlauben, Personengruppen zu selektieren. Für die Sonderbehandlung der Juden im ’3. Reich’ war das die Grundlage für die spätere Vernichtung.”
Der DAU im Mittelpunkt – Sascha Steuer (CDU) fordert Internet-Zensur
Wenn es nicht so trautig wäre, könnte man das, was deutsche Politiker gemeinhin zum Thema IT oder Internet von sich geben, als perfekten Comedy-Ersatz nehmen. Ich muss oft einfach losprusten – über das Niveau des technischen “Sachverstands”. Die sinnfreien Sprechblasen stoßen – was besonders lustig ist – auf keinen Widerspruch. Es ist wie bei den Bürgern von Schilda, die alle gemeinsam einen Krebs wegen Sachbeschädigung verurteilten.
Im Berliner Senat ging es um Cyber-Mobbing aka Cyber-BullYing, insbesondere um isharegossop.com. “Der CDU-Schulexperte Sascha Steuer warf dem Senat und speziell Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) Inkompetenz im Umgang mit Internetmobbing vor.” Steuer hat vermutlich recht, denn heutige Politiker lernen das normale parteiinterne Mobbing zwar von der Pike auf, im Cybermobbing haben sie aber vermutlich noch Nachholbedarf.
“So habe Zöllner offenbar zunächst nicht gewusst, dass Internetseiten in Deutschland nicht zentral gesperrt werden können”. Da wirft jemand im Glashaus mit Steinen – was sagen denn die ParteigenossInnen der CDU dazu, insbesondere Censursula, die sich für “Websperren” einsetzen? Jetzt kommt es aber knüppeldick:
“Unerträglich sei obendrein, dass diese Seite heute noch auf Berliner Schulcomputern abzurufen sei, kritisierte Steuer.” Ach ja? Und wie will man das verhindern? Etwas mit “Jugenschutz”-Filten, die so leicht zu umgehen sind wie ein Verkehrschild für einen Fußgänger?
Da fordert jemand klammheimlich Zensur des Internet, ohne die Courage zu besitzen, das offen ausprechen. Das hatten wir schon im Jahre 2004: Damals forderte die CDU-Fraktion den Aufbau eines umfassenden Filterprogramms an Berliner Schulen – obwohl jeder IT-Experte ihnen demonstrieren könnte, dass diese Filter Unfug sind. Der einzige Grund, Internet-Filter an Schulrechnern zu installieren, wäre diese, dass die Schüler im Unterricht lernen, wie man Filter und Zensur umgeht – das wäre echte Medienkompetenz.
Und jetzt zu etwas ganz Anderem. Bei Heise finden wir ein schlagenden Argument, warum man immer den kleinsten gemeinsamen Intelligenzquotienten voraussetzen muss. Das Aussenministerium rüstet von Linux auf Apple um: Es gab “massive Kritik der Nutzer”. “Viele hätten darum gebeten, man möge “wieder auf das vertraute Windows-XP-Betriebssystem umstellen”. “Der Nutzer im Mittelpunkt”, verkündete [der Referatsleiter IT] in dem Schreiben gleich zweimal.”
Moment. Die DAUs müssen mit Linux arbeiten, wollen das “vertraute Windows-XP” zurück und kriegen jetzt den Datenkraken Apple? Das verstehe, wer will. Windows 7 ist dem DAU auch nicht so vertraut? Du meine Güte, was ist denn gegen Ubuntu zu sagen, das genau so einfach wie Apple ist, aber nichts kostet? Ich fass’ es nicht.
Und jetzt zu etwas ganz Anderem. (Ich muss ja irgendwie das Video da oben begründen.) Pornoanwalt: “Eine neue EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Kinderpornografie sieht nicht nur Internetsperren vor, sondern verpflichtet die 27 Mitgliedstaaten auch zur Kriminalisierung von Erotika mit Erwachsenen. Verboten wird nicht nur Pornografie, sondern jede Darstellung sexueller Vorgänge.”
Dann haben die Jugendschutzfilterwarte aber bald viel zu tun… Das Internet ist bekanntlich voll vom PrOn. You have no idea, Sascha Steuer.
Sarrazin kandidiert für Berliner FDP
Mir fällt grad kein Aprilscherz ein, aber der lustigste steht zweifellos im Tagesspiegel, und es wäre zu schön, um wahr zu sein: “Mit einem spektakulären Befreiungsschlag will die Berliner FDP aus dem Umfragetief herauskommen: Auf dem kommenden Landesparteitag soll Thilo Sarrazin als Spitzenkandidat für die Wahl im September nominiert werden.”















