Herrlich ehrlich, immer inkorrekt und ein Lichtblick
Spiegel offline am 29.02.2008: “Sarrazin zeigte in dem Interview Reue. Doch auf die Motivationsprobleme von Arbeitslosen angesprochen, sagte er dann: ‘Ehe jetzt einer im 20. Stock sitzt und den ganzen Tag fernsieht, bin ich schon fast erleichtert, wenn er ein bisschen schwarz arbeitet.’ Eine menschliche, nachvollziehbare Überlegung. Leider zu ehrlich für einen Politiker. (…) In einer an Charakteren armen Zeit ist der skurrile Sarrazin ein Lichtblick. Angesichts der die Politik dominierenden Teflonfiguren ist der knorrige Sozialdemokrat eine Erholung. (…)
Selbst der Berliner CDU-Oppositionsführer Friedbert Pflüger räumt ein, Sarrazin sei ‘in seiner verschrobenen Weise irgendwie nicht unsympathisch: ein Typ eben’. ‘Er hat einen schrägen, ziemlich englischen Humor’, meint der grüne Haushaltsexperte Oliver Schruoffeneger. ‘Außerdem sagt er einfach, was ihm gerade einfällt.’ (…)
Oft spricht Sarrazin auch nur Dinge aus, die alle anderen Politiker auch wissen, aber aus taktischen Erwägungen lieber verschweigen. (…) Das Aussprechen solcher unangenehmer Wahrheiten sichert ihm mittlerweile geradezu Kultstatus.”
Spiegel offline am 19.07.2004: “Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit könnte bald das letzte politische Schwergewicht seines rot-roten Senates verlieren. (…) Doch Sarrazin, den selbst wohlwollende Bekannte und Ex-Kollegen als ‘Autisten’ charakterisieren, wankt ganz erheblich. Schon sein Amt als Sparkommissar garantiert ihm automatisch Unbeliebtheit bei den über Jahrzehnte subventionsverwöhnten Hauptstädtern. Doch darüber hinaus hat Sarrazin anhaltenden Ärger mit der Berliner Justiz. Ende Februar eröffnete die Staatsanwaltschaft gegen den Finanzsenator ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue beim Bau des hoch subventionierten ‘Neuen Tempodrom‘.”















