Geldwäscherei und verdächtige Aktivitäten

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Sehr geehrter Kunde,

Als Teil unserer Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, eine dringende Mitteilung / E-Mail wurde Ihnen von unserem Konto Abteilung POST BANK DE geschickt, um Ihnen mitteilen, dass wir nicht auf Ihre Post Bank Account Details in unserer Datenbank aufgrund von Geldwäsche-Aktivitäten überprüft wurden gefunden auf Ihrem Konto. Deshalb hat sich unser Finanzinstitut (Post Bank De) eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Geldwäscherei und verdächtige Aktivitäten überwacht und sofort den Behörden zur Verfolgung resported

Aus Sicherheitsgründen haben wir vorübergehend gesperrt, bis Sie Ihr Konto wird unser sicheres Überprüfung abzuschließen.

Wie kann ich mein Post Bank-Konto zugreifen? Bitte folgen Sie den unten stehenden Link und aktualisieren Sie Ihre Kontodaten Genius Mittel zum Entsperren Ihres Genius Investing Konto für maximalen Schutz.
http://www.posbin-serve.co.cc/
Wir entschuldigen uns für die Ihnen entstandenen inconveninces haben könnte, dies ist Teil unserer Politik für unser Finanzinstitut und beachten Sie, dass unsere Bestätigungs-Prozess ist aus Sicherheitsgründen mit keinerlei Kosten.

Ich finde das gar nicht zum Lachen. Solche Phishing-Versuche würden nicht stattfinden, wenn nicht jemand darauf hereinfiele. Wie dumm muss man aber sein, um dann die Daten seines Postbank-Kontos einzugeben? Kann sich mal bitte jemand melden, der darauf hereingefallen ist und erklären, was er/sie dabei gedacht hat?

Übrigens steht im Quelltext der Phishing-Seite:
!– This site “www.posbin-serve.co.cc” is using the free URL redirection service at http://freedns.afraid.org/ –
!– The real (cloaked URL) site can be found directly at http://www.top-alldevs.co.cc/enspave/login.php –
!– Please report any abuse of this free service –
Interessante Details dazu sind auch nicht schwer zu ermitteln.

Keine Angst vor niemand

Aus der taz:
“1980 wurdest du angeklagt und verurteilt, weil du als Mitglied der Bewegung 2. Juni bei der Entführung des Berliner CDU-Vorsitzenden Peter Lorenz mitgemacht haben sollst. Nach den Plädoyers der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft, die 15 Jahre Haft für dich wollte, hast du erst dein Alibi offengelegt. Du hast zur Tatzeit in einer Fabrik in Essen unter falschem Namen gearbeitet und Klodeckel hergestellt. Hast dem Gericht damit ganz schön gezeigt, wie tendenziös es war. War doch so, oder?”
“War so.”

Fritz Teufel ist tot.

Zulus und Sorben

Aus dem aktuellen Spiegel (Print) über “Südafrikas WM-Star Siphiwe Tshabalala über den Stolz seiner Landsleute auf das Bafana-Team”:
“Spiegel: Wie viel der Landessprachen sprechen sie?
Tshabalala: Drei. Zulu, Englisch und Sotho. Dann spreche ich noch drei andere, aber nicht fließend, und Afrikaans kann ich einigermaßen verstehen. Wie viele Sprachen haben Sie?
Spiegel: In Deutschland haben wir eine.”

Das ist natürlich grober Unfug. Jörg Kramer und Cathrin Gilbert sollten sich mal mit dem Thema “nationale Minderheiten” in Deutschland beschäftgen – nur die, die vom Europarat als solche anerkannt wurden. Wir haben Sorben, Sinti und Roma, Friesen und Dänen. Diese dürfen ihre eigene Sprache sprechen, auch in den so genannten “Amtsstuben”, und dürfen eigene Schulen in ihrer Sprache haben.

Wir haben also fünf “offizielle” Sprachen in Deutschland.

Fragen an die Medien-Redakteure der Berliner Zeitung und der taz

Die Berliner Zeitung lässt sich von Gegnern des venezolanischen Präsidenten Chavez instrumentalisieren und publiziert einen Text, der schon am 28.05. fast identisch in der tazzu lesen war. Aus einer Journalisten-Mailingliste: “Der Medienredakteur der taz hatte danach mächtig zu tun, seine aufgebrachten Leser in den Blogs zu beruhigen. Da ging es selbst für taz-Verhältnisse derbe ab.” Die Kommentare der taz-LeserInnen sind lesenwerter als die Propaganda-Artikel der taz und der Berliner Zeitung von heute. Hier ein paar Zitate:

“Ein Fernsehsender mit Sitz in Miami, der sich mit den Putschisten gegen Chavez solidarisierte, der bekam Schwierigkeiten? Und eine Regierung, die eine mediale Vorherrschaft anstrebt? Es gibt ja sogar Länder, in denen Regierungssprecher zu Intendanten werden, wie beim BR. Man stelle sich vor, deutsche Regierungskontrolle über Rundfunkräte wäre Vorbild für Venezuela! Empörend.”

“Es wäre interessant zu wissen, was geschehen würde, wenn in Deutschland ein Rundfunksender dazu aufrufen würde, die Regierung zu stürzen oder z.B. unterstellen würde, dass die Regierung mit der ETA zusammen arbeitet.”

“In Deutschland verbietet die Regierung übrigens auch Fernsehsender: Den kurdischen Kanal “Roj TV” zum Beispiel, obwohl der nicht einmal gegen die deutsche Regierung sendet, sondern gegen die türkische.”

“Viele private Medien ihrerseits unterstützten 2002 offen die Putschisten, die Chávez für 48 Stunden aus seinem Amt entfernten. Auch RCTV.”

“Ich möchte mal sehen was hier passieren würde, wenn die privaten Fernsehsender offen einen Putsch unterstützen und während auf den Straßen die Panzer auffahren im TV 24 Stunden am Tag Rosamunde Pilcher zeigen würden. Wenn das schief ginge – so wie in Venezuela – wären Pro7 und Konsorten aber ganz schnell dicht und die Verantwortlichen hinter Gittern. Und das zurecht.”

Bundesliga 2010/2011

“Katrin Müller-Hohenstein kündigt ihren Vertrag mit Weihenstephan, verspricht, zukünftig keine Werbung mehr zu machen und ändert ihren Namen in Katrin Müller-Milch. ” (SPAM)

Die Akteure und deren Methoden

Recherchegruppe-Blog: “Aus einer E-Mail an die Mitglieder des DJV Berlin – der Inhalt ist auch von öffentlichem Interesse, insbesondere auch für alle Mitglieder des DJV und anderer Journalisten-Gewerkschaften.” [mehr...]

Wo kommt die Kohle her und wo geht sie hin?

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Welt Offline (keine Links, grottendämliches HTML): “Der von der Europäischen Union beschlossene Euro-Rettungsschirm ist ein grober Verstoß sowohl gegen das deutsche Grundgesetz als auch gegen EU-Recht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Centrums für Europäische Politik (CEP).” (Bei der CEP funktioniert noch nicht mal der Link zu deren eigenen Pressemappe – Generation Internet-Ausdrucker eben.)

Wenn Welt Offline einen journalistischen Anspruch hätte, dann würden sie uns ein wenig mehr über die Hintergründe des CEP verraten. Ich denke immer an den wichtigsten Satz, den ich in meiner journalistischen Karriere jemals gehört habe. Er stammt vom Kollegen Mathew D. Rose, der mir sagte: “Bei einer Geschichte muss man nur zwei Fragen stellen und beantworten, um alles hinreichend erklären zu können: ‘Wo kommt die Kohle her und wo geht sie hin?’” Die Welt stellt die Frage beim CEP noch nicht einmal.

Das Deutschlandradio hat ein Interview mit Thiemo-Marcell Jeck geführt, dem Autor des Gutachtens (könnte man verlinken, Welt Offline!). Die Badische Zeitung ist etwas seriöser: “Einige von Deutschlands wichtigsten Think Tanks haben ihre Wurzeln in Freiburg, seit vier Jahren auch das Centrum für Europäische Politik (CEP). Acht Wissenschaftler versuchen von hier aus, Einfluss auf die europäische Gesetzgebung zu nehmen. Der Jüngste von ihnen ist der Jurist Thiemo-Marcell Jeck (31).”

“BZ: Sie sind ein marktwirtschaftlich ausgerichtetes Institut. Wo sehen Sie in Ihrer Arbeit die Abgrenzung zum Lobbyismus?
Jeck: Wir sind nicht von fremden Interessen gesteuert und keinem Rechenschaft schuldig. Wir vertreten unsere eigenen Ansichten und machen das transparent. Auch wenn wir eine klare marktwirtschaftliche Ausrichtung haben, sind wir von keiner Partei oder Interessengruppe abhängig.”

Ich frage in Bezug auf das CEP noch einmal: Wer bezahlt dieses Institut? Wo kommt die Kohle her?

Ich weiß, wo ich im Herbst anrufen werde

Annalist zitiert Focus offline: “Analog zum Aussteigerprogramm für Rechtsextreme plant das Bundesinnenministerium nach FOCUS-Informationen ein Angebot für Aktivisten aus der linken Szene”. “Die Hotline für Linksradikale wird im Herbst freigeschaltet.”

Tut mir leid. Dazu fällt mir jetzt gar nichts mehr ein. Wie verblödet muss man eigentlich sein – nein: nicht, um so etwas anzubieten, sondern wie verblödet muss man sein, um darüber unkritisch zu berichten und sich von der Agitprop unseres Inlandsgeheimdienstes einspannen und instrumentalisieren zu lassen? Die Schlapphüte brauchen niemanden beim Focus zu kaufen, die machen das alle freiwillig.

Vor zwölf Jahren schrieb Telepolis: “Und Focus-Chefredakteur Helmut Markwort verteidigte seine Mitarbeiter im ARD-Kulturreport damit, daß Journalisten nie zur Quelle für Nachrichtendienste werden, aber wohl Quellen aus den Diensten verwenden dürfen. (…) Nicht nur Konkurrenzdruck, sondern der hierzulande verbreitete Gesinnungsjournalismus haben den Nachrichtendiensten einen fruchtbaren Boden bereitet.” Das sollten die sich bei Focus Offline mal auf der Zunge zergehen lassen.

Hotlines für “Aussteiger” sind kontraproduktiv.Ich habe darüber meherer Bücher geschrieben. Vor acht Jahren interviewte mich die taz:

“Aussteigerprogramme suggerieren, dass es Randgruppen gibt, die nach dem Schema innen/außen funktionieren. Die da drinnen, wir hier draußen. Und die Programme suggerieren auch, dass es schwierig sei, aus diesen Gruppen auszusteigen. Das bestreite ich. (…) Jugendliche Mitläufer steigen oft aus, indem sie sich ins Privatleben zurückziehen. Ihre Meinung ändert sich nur marginal. Aber wie kann etwa Exit die politische Überzeugung von Neonazis ändern? Solange kein politisches Konzept vorliegt, betreuen sie die Leute wie bei der klassischen akzeptierenden Sozialarbeit. Das ist unpolitisch, und es gibt weder klare Konzepte, noch sind die Mitarbeiter qualifiziert. (…) Weder das Programm noch den Verfassungsschutz nehme ich ernst. Fakten, die die angeblichen Erfolge der Aussteigerprogramme des VS belegen, hat noch niemand gesehen. Man nennt eine dubiose Zahl von 170 Leuten, mit denen man prima telefoniert habe. Telefonieren kann ich auch. Der Verfassungsschutz ist in der Szene kein Ansprechpartner. Wer sich bei der Behörde meldet, weiß nicht, ob das nicht am nächsten Tag jeder zweite V-Mann weitererzählt. (…) Außerdem suggerieren die Programme der Bevölkerung, die Neonazis seien das Problem. In Wahrheit sind sie nur ein Symptom. Warum fordert man nicht, wenn man gegen Antisemitismus vorgehen will, ein Aussteigerprogramm für Möllemann? Das Geld, das Aussteigerprogramme verbrauchen, sollte man besser in Projekte stecken, die gezielt und politisch gegen rassistische Vorurteile angehen. Das meiste Geld geht doch in die Außendarstellung. Man will einen Markt bedienen, auf dem man mit der sinnfreien Zeichenfolge ‘gegen rechts’ Geld verdienen kann.”

Das gilt auch für den Verfassungsschutz. Ceterum censeo: ersatzlos abwickeln.

Philosophischer Nachtrag zur gestrigen Mitgliederversammlung des DJV Berlin

“Dass man seine Gegner mit gedruckten Gründen überzeugen kann, habe ich schon seit dem Jahr 1764 nicht mehr geglaubt. Ich habe auch deswegen die Feder gar nicht angesetzt, sondern bloß um sie zu ärgern, und denen von unserer Seite Mut und Stärke zu geben und den andern zu erkennen zu geben, dass sie uns nicht überzeugt haben.” (Georg Christoph Lichtenberg)

“Es gibt manche Leute, die nicht eher hören können, bis man ihnen die Ohren abschneidet.” (Georg Christoph Lichtenberg)

“Journalisten sollten gefürchtet, nicht geliebt werden.” (Roger Boyes, The Times, London)

Don’t Cry Argentina

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Auf dem Recherchegruppe-Blog habe ich etwas zur heutigen Mitgliederversammlung geschrieben: “Aufgeschoben ist nicht aufgehoben”.

Hauen und Stechen und Verunglimpfen im DJV, revisited

DJV Berlin

Es wird lustig werden auf der morgigen Mitgliederversammlung des DJV Berlin. Dort soll über eine Fusion mit dem ehemaligen Berliner “Konkurrenzverband” JVBB abgestimmt werden, ein Ansinnen, gegen das niemand etwas haben könnte, dessen Intelligenzquotient die Zimmertemperatur übersteigt, zumal es viele vergebliche und Comedy-ähnliche Anläufe gab, diese zu bewerkstelligen.

Ich hatte meine schusssichere Weste, die Vereinsmeierei betreffend, seit dem 16. Juli 2004 eingemottet. Das war ein Fehler. Übrigens wies der Vorstand des DJV Berlin darauf hin: “Die Schatzmeisterin wurde durch ihr Handeln in den vergangenen Wochen, in dem sie einseitig Positionen gegen den Verbandszweck, die Fusion, das Votum vergangener Mitgliederversammlungen und alle übrigen Vorstandsmitglieder einnahm, mit einem Misstrauensvotum des Vorstands einschließlich Rücktrittsforderung konfrontiert.”

Manche Leute haben ganz interessante Motive, gegen die Fusion zu sein. Aber das wird sicher morgen bekannt werden. Der Unterhaltungswert wird hoch sein.

Nur zur Erinnung muss ich hier noch mal wiedergeben, dass der Vorstand des JVBB, auch bekannte als “Verein Berliner Journalisten”, 2006 über mich glaubte verbreiten zu müssen: “In der von Herrn Schröder bekannten und für seine vermeintlich journalistische Tätigkeit typische Mischung aus (wenigen) Tatsachen, (vielen) Halbwahrheiten und (vor allem) Unwahrheiten wird dabei zum einen der VBJ verunglimpft. Das für sich wäre angesichts des Autors und seiner zweifelhafaten Reputation nicht weiter erwähnenswert.”

Die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser von burks.de und des Recherchegruppe-Blogs kann man nur bedauern, dass sie sich von so einem Bösewicht hinter’s Licht führen lassen.

Vuvuzela in DOOM

(via Giesbert Damaschke)

Zeitungsmarkt in Berlin

Zeitungsmarkt Berlin

Interessante Analyse von meedia.de über den Holzmedien-Markt in Berlin: “Boulevardblatt B.Z. führt den Markt mit werktäglich verkauften 150.889 Exemplaren weiterhin relativ klar an. (…) Auf den Rängen 4 und 5 folgen Der Tagesspiegel mit 111.217 Verkäufen, sowie der Berliner Kurier mit 85.378. Der Tagesspiegel verlor im Vergleich zu 2008 nur 6,3% und kommt der Berliner Morgenpost damit gefährlich nahe. Bei gleichbleibender Tendenz dürfte Der Tagesspiegel in der nächsten Verbreitungsanalyse in zwei Jahren den dritten Platz erobert haben. Der Berliner Kurier ist unter den fünf Berliner Blättern hingegen der größte prozentuale Verlierer,… (…) So werden in der Hauptstadt insgesamt nur etwa 760.000 Zeitungen pro Werktag abgesetzt. Auf den ersten Blick ist das zwar durchaus eine stolze Zahl, doch auf die Einwohnerzahl von 3,398 Mio. umgerechnet werden pro 100 Einwohner nur 22 Zeitungen verkauft. Für einen solch umkämpften Markt eine geringe Zahl.”

Die Arroganz des Wissens

Christian Wulff beklagt im Deutschlandfunk, dass er wegen des Internets keinen Wissensvorsprung mehr habe vor dem Rest der Welt.

“Früher war es so, da erfuhren sie nachmittags, dass morgen irgendwas in der Zeitung steht. Da konnten Sie schon richtig stellen, da konnten Sie schon gegenarbeiten. Heute erfahren Sie, dass etwas im Internet steht und Millionen anderer haben gleichen Zugriff auf die gleiche Information. Man hat damit keinen Vorlauf mehr, um Dinge richtigzustellen.”

Dirk Gehlen schreibt: “Nicht nur im Stil sagt dieser Satz einiges über den neuen Präsidenten, auch inhaltlich ist diese Aussage bemerkenswert. Wulff findet es also schwer, gelassen zu bleiben, wenn eine Information ihm nicht vorab zugespielt wird.”

Wenger Schweizer Offiziersmesser Giant Messer, mit Schatulle

Unbedingte Kaufempfehlung für das Wenger Schweizer Offiziersmesser Giant Messer, mit Schatulle! Beeilen, bevor bei Amazon dieser Filter eingebaut wird!

Ein zufriedener Kunde schreibt: “Wirklich ein fantastisches und handliches Allzweckgerät. Was mich nur ein bisschen stört, ist die Tatsache, daß grundlegende Alltagsfunktionen doch teilweise etwas schwer zu erreichen, bzw. zu bedienen sind. So ist z.B. der integrierte Teilchenbeschleuniger nur dann korrekt in Betrieb zu nehmen, wenn die Nagelfeile und der Korkenzieher in einem Winkel von exakt 107,2 Grad ausgeklappt sind. Nervig ist auch das unangenehme Summen, das der Schutzschild-Generator von sich gibt, wenn der Schild von Luft-Boden-Rakten getroffen wird. Außerdem ist die Notfall-Rettungskapsel mit einer Kapazität von 6 Personen eindeutig unterdimensoniert und kann nur dann abgesprengt werden, wenn das Messer sich in waagerechter Lage befindet. Hier sollte der Hersteller eindeutig nachbessern. Wer aber mit diesen kleinen Einschränkungen leben kann, der bekommt ein Multitool an die Hand, welches man schon nach kurzer Zeit im Alltagsgebrauch nicht mehr missen möchte. Mein persönlicher Favourit ist jedenfalls neben der sauber integrierten Schlafcouch ganz eindeutig die Antigrav-Funktion, mit der sich Lasten bis 300 Tonnen in einem Meter Höhe frei schwebend spielend leicht transportieren lassen, eine unerlässliche Funktion für jeden Familieneinkauf.”

Medialer Charaktermangel

Lesebefehl: Interview mit Tom Schimmeck über “Macht und Ohnmacht der Medien” in Telepolis, Teil 1: “Worunter wir gerade in den Chefetagen am meisten leiden, ist Charaktermangel” und den zweiten Teil “Recherche wird bestraft”, der alsbald erscheinen wird.

“Verdummung ist nicht immer nur ein Kollateralschaden des kommerziellen Kalküls.” Sehr schöner Satz.

Abscheuliche Freitagsblogger

Zeig Mal

Ich habe mich auf der Website des Freitag umgesehen. Das ist die Wochenzeitung mit Ost-Wurzeln, die Jakob Augstein gehört. Beim Freitag kann man sich als Blogger registrieren und dann unter deren Logo gleich loslegen. Man hofft wohl auf eine Art Schwarmverhalten, wofür der Deutsche ohnehin empfänglich ist.

Das gewohnt linkfreie Holzmedium FAZ hat sich darüber ironisch geäußert: “Auch über Politik wird beim ‘Freitag’ diskutiert. Sogar versprengte Liberale schreiben mit”. Man riecht den Willen der bezahlten FAZ-Schreiberlinge, ein Schild aufstellen zu wollen: “Ab hier Qualitätsjournalsismus – wir werden schließlich dafür bezahlt!”

Dumm für den Freitag, dass ich “Allgemeine Geschäftbedingungen” lese. Im Kleingedruckten finden man oft die wahren Absichten, die sich hinter dem einlullenden Werbe-Gefasel verbergen. Der Deutsche kann seinen Hang zur unkontrollierten Zensur natürlich nicht ablegen, auch wenn er ein “versprenger Liberaler” ist oder gar ein nicht versprenger Linker. Was lesen wir also beim Freitag? “3.2 Insbesondere verpflichtet sich der Nutzer, keine Inhalte zu verfassen oder zu verbreiten, die rassistisch, beleidigend, obszön, vulgär, sexuell orientiert, abscheulich oder bedrohlich sind oder sonst gegen ein Gesetz verstoßen würden.”

“Sexuell orientiert, abscheulich oder bedrohlich”. Aha. No sex please, we are Ossis and Protestants? Abscheulich hat etwas mit “Scheu” zu tun und kann auch “verwerflich” bedeuten. Da haben wir wieder den deutschen Tugendwächter und Jugenschutzblockwart, der überall mit zusammengekniffenen Lippen lauert, wo es etwas zu melden, denunzieren, durchführen und verbieten gäbe, der aber beim Freitag vermutlich genau so wenig Honorar bekommt wie die Blogger. Bedrohlich? Ein Journalist, der keine Artikel schreibt, die für irgendwelche Schelme oder Bösewichter bedrohlich sind, hat seinen Beruf verfehlt.

Ich habe mich natürlich sofort auf die Suche nach etwas sexuell Orientiertem, Abscheulichen und Bedrohlichem gemacht. Der obige Screenshot zeigt die antiquarische Ausgabe des Aufklärungsbuches “Zeig mal”, das 1974 erschienen ist. Bei Wikipedia heisst es: “In dem Buch wird durch anschauliche Bilder die neugierige erwachende kindliche Sexualität gezeigt. Als Begleittexte dienen die Kommentare der fotografierten Kinder. Das Buch erlangte bei seinem Erscheinen hohe Anerkennung, wurde mehrfach von den Art Directors Clubs Deutschlands und der USA ausgezeichnet und unter anderem von Pro Familia und Organen der evangelischen Kirche empfohlen. Bis 1995 erschienen mehrere zum Teil erweiterte Auflagen, von 1988 an unter dem Titel Zeig mal mehr! Das Buch wurde in sieben Sprachen übersetzt und weltweit in nahezu einer Million Exemplaren verkauft.”

Nach der geistig-moralisichen Wende Helmut Kohl sah das plötzlich anders aus: “Nachdem 1996 die Junge Union Wuppertal und das Jugendamt Frankfurt am Main voneinander unabhängig erneute Indizierungsanträge gestellt hatten und die Zeit in einem Artikel Will McBride der Förderung von Kindersexualität bezichtigte, ließ der Autor selbst sein Werk vom Markt nehmen.” O tempora o mores!

Heute würden Zensursula und Konsorten gleich von Kinderpornografie reden. Und wer über den Fall bloggt, darf das keineswegs beim Freitag tun, denn das Thema ist “sexuell orientiert, abscheulich und bedrohlich” – weil man für Aufklärung heute schnell in den Knast kommen kann.

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