Das Netz muss nicht sicherer werden

Wieso eigentlich muss “das Netz” sicherer werden? Immer wenn ahnunglose Politikschwätzer wie zum Beispiel die “Junge Union” Sprechblasen absondern, in denen Komparative mit “Internet” kombiniert werden, wendet man sich mit Grauen ab. Das “Netz” ist sicher, wenn die Benutzer sich nicht wie die letzten Trottel verhalten. Basta.

“Zu häufig hätten einzelne Unionspolitiker in der Vergangenheit die Risiken statt der enormen Chancen, die das Netz für die freiheitliche Gesellschaft berge, in den Vordergrund gestellt. Daher sei ein “Paradigmenwechsel” nötig, um CDU und CSU wieder in ‘deutsche Internetparteien’ umzumodeln.”

Dieser Satz ließ mich doch kräftig schmunzeln. Risiken? Ach was. Es handelt sich um die im Ausland schon berühmt gewordene German Internet Angst, also eine moraltheologisch unterfütterte Hysterie, das Böse lauerte überall und dem müsse mit Exorzismen und Regenzauber (“SPIEGEL ONLINE ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten”) begegnet werden.

Sehr hübsch ist auch das “wieder”. Waren CDUCSU jemals “Internet-Parteien“? Har har. Die anderen sind ja auch nicht besser. “In’s Internet bin ich glaub ich ein Mal oder zwei Mal gegangen bisher.” (Ströbele im Jahr 2007, im Jahr 41 nach Erfindung des Internet und im Jahr 17 nach Erfindung des World Wide Web).

Es kann nur eine “Internet-Partei” in Deutschland geben. Noch Fragen?