Was ist das?

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Was ist das hier und auf was spielt das an? Noch schwerer: Auf welches Buch bezieht sich das Dargestellte? Da kommt ihr nie drauf. Ich müsste einen Preis aussetzen, um die wohlwollenden Leserinnen und Leser zu motivieren. Wer die richtige Boolesche Algebra Googles kennt, ist klar im Vorteil. Ich habe mit dem Gedanken gespielt, meine (erwachsenen) Schüler in dem gerade laufenden Seminar über Internet-Recherche mit diesem Rätsel als Klausuraufgabe zu quälen. Aber das lasse ich lieber sein – ich fürchte, sie würden mit Monitoren nach mir werfen.

Meinungsmache

Via Hal ein interessantes Thema: “Totschweigen als Methode zur Verschleierung der Meinungsmache”. Das hört sich zwar nach einer Verschwörungstheorie an, bezieht sich aber auf ein medienkritisches Buch Albrecht Müllers: “Meinungsmache. Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen.”

“…weil ich in einem Kapitel, dem Kapitel 21 ‘Das Verschwinden der Medien als kritische Instanz’ ausführlich auf 60 Seiten beschreibe, hatte ich erwartet, dass dieses Buch wie übrigens auch die NachDenkSeiten auf den Widerstand der Hauptmedien treffen wird. Ich hätte mit Verrissen der betroffenen Medien gerechnet, aber nicht mit dem totalen Totschweigen.”

Totschweigen? Das stimmt nicht, vgl. das Interview von Spiegel Offline oder die Rezension von SR2: “Wenn alle führenden Medien ungefähr das Gleiche verbreiten, dann kann es sich einfach um die Wahrheit handeln. Es kann aber auch das Ergebnis gezielter Propaganda und Meinungsmache sein. Abweichende Meinungen können Verschwörungstheorien sein oder berechtigte Hinweise auf ein Vertuschen von unangenehmen Tatsachen.” Auch die Attitude “keiner liebt mich” kann also Meinungsmache sein.

Der Autor war Redenschreiber des Bundeswirtschaftsministers Karl Schiller in den Jahren 1968 und 1969, Verantwortlicher für Willy Brandts Wahlkampf und Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt bei Brandt und Schmidt.

Moralapostel

Das Wort zum Sonntag kommt von sueddeutsche.de: “In einer vom Fachmagazin Psychological Science (Online-Ausgabe) veröffentlichten Studie zeigen Nina Mazar und Chen-Bo Zhong von der Universität Toronto, dass Probanden, die zuvor Bio-Produkte gekauft hatten, Mitmenschen anschließend schlechter behandelten, als es die Kunden konventioneller Lebensmittel taten. Die kanadischen Forscher erklären in der Studie ein generelles Muster menschlichen Verhaltens. Wer moralisch handelt und sich zum Wohle anderer verhält, leitet daraus häufig das Recht ab, gegen Normen zu verstoßen.”

Warum Süddeutsche Offline zwar “Online Ausgabe” schreibt, aber keinen Link setzt, kann man nur aus der internetausdruckenden Mentalität der Offliner in der Redaktion erklären. Liebe Kollegen, wenn man vor der verschlossenen Tür einer “Online-Ausgabe” steht wie in diesem Fall, heisst das nicht, dass es die gesuchte Studie dann nicht gibt!

Zwar gibt es auch in Kanada Internet-Ausdrucker in die Medien wie Ottawa Citizen (“Green shoppers more likely to cheat”) oder canada.com oder The Star ( mit einem Foto der beiden Wissenschaftler), in Blogs jedoch wie Fiat Lux: “The Ethics of Environmentalists” (University Stanford) findet man alle nötigen Links. Man sollte also nur die Überschriften und die Teaser der Holzmedien zur Kenntnis nehmen, der Rest steht dann in Blogs.

Das Ergebnis der Studie ist nicht weiter überraschend für Zyniker. Es erklärt Charity-Veranstaltungen, Spendenaufrufe, die gewöhnliche Heuchelei der Verehrer höherer Wesen, ja, das Helfen, wenn es öffentlich ist, insgesamt..

Der Mensch an sich handelt ausschließlich für den eigenen Vorteil. Moralisch wird er, wenn er langfristig an den eigenen Vorteil denkt. Das Motiv bleibt gleich. Man hüte sich also vor Moralaposteln – die haben oft niedrige Motive.

Nachtrag: Die Studie erklärt auch die Motive einiger Pädagogen. Jetzt muss ich zur Erholung und um den Ekel loszuwerden erst einmal das hier hören. “We Dont Need No Education” bekommt einen ganz neuen aktuellen Sinn. Schützt die Kinder vor den “Erziehern”!