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	<title>Kommentare zu: Rheinische Post veröffentlicht &#8220;Bombenbauanleitung&#8221;</title>
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	<description>An Investigative Tool for Politics &#124; Science &#124; Media &#124; Internet  [Start: March 2003]</description>
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		<title>Von: Ein_Chemiker</title>
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		<dc:creator>Ein_Chemiker</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2008 22:02:34 +0000</pubDate>
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		<description>Diese Spreng-Aktionen bei Pikrinsäureflaschen an Schulen usw. sind auch so ein bemerkenswertes Phänomen. 
Pikrinsäure ist auch in trockenem Zustand ein vollkommen sicher zu handhabender Stoff.  Trockene Pikrinsäure ist ungefähr so sicher zu handhaben wie die Explosivstoffe in handelsüblichen Feuerwerkskörpern. Gegen Reibung ist Pikrinsäure unempfindlich, gegen Schlag mittelmässig empfindlich und beim Erhitzen besteht kaum eine Gefahr. Die meisten Chemiker mussten sogar noch in Praktika Schmelzpunkte organischer Pikrate bestimmen. Die Flaschen könnten problemlos noch 300 Jahre so herumstehen, ohne dass etwas passiert und erlaubt wäre das in diesen Mengen ebenso. Feucht besteht schon überhaupt keine Gefahr, abgesehen davon, dass es sich um einen entzündbaren Feststoff handelt.

Trotzdem wurden auf einmal -ca. 2 Wochen, nachdem laut dpa/AP-Meldung in deutschen Tageszeitungen die Machthaber in China während der Olympiade als Terrorprävention Chemikalien an Schulen beschlagnahmen liessen- auf einmal zuerst in Berlin, dann in NRW und zum Teil in Bayern alle Pikrinsäureflaschen ohne irgendeinen Grund gesprengt.

Von der Polizei und den Behörden vorgeschobene Begründung: Angeblich sei trockene Pikrinsäure mega-gefährlich, würde schon bei der leisesten Erschütterung detonieren oder beim Aufschrauben des Deckels in die Luft fliegen. Gestützt wurde die passende Begleit-Berichterstattung in den Medien mit einem Verweis auf fehlerhafte Behauptungen in einer Internet-Enzyklopädie, wo jeder irgendeinen Unsinn reineditieren darf und wo z.B. ein Unfall mit einer Schiffsladung Artilleriegranaten aufgrund eines Brandes an Bord im ersten Weltkrieg dem Mit-Transport von Pikrinsäure in die Schuhe geschoben wird.

Jetzt frage ich mich: Ist hier mal wieder Unwissenheit und die Nutzung fehlerhafter Informationen aus dem Internet Schuld an dem übertriebenen Verhalten, über das Fachleute nur noch den Kopf schütteln können, oder ist das mal wieder eine neue Schnapsidee, wie man naturwissenschaftliche Tätigkeiten in Deutschland als einzigem Land der Erde sicherheitshalber noch mehr stören will?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Spreng-Aktionen bei Pikrinsäureflaschen an Schulen usw. sind auch so ein bemerkenswertes Phänomen.<br />
Pikrinsäure ist auch in trockenem Zustand ein vollkommen sicher zu handhabender Stoff.  Trockene Pikrinsäure ist ungefähr so sicher zu handhaben wie die Explosivstoffe in handelsüblichen Feuerwerkskörpern. Gegen Reibung ist Pikrinsäure unempfindlich, gegen Schlag mittelmässig empfindlich und beim Erhitzen besteht kaum eine Gefahr. Die meisten Chemiker mussten sogar noch in Praktika Schmelzpunkte organischer Pikrate bestimmen. Die Flaschen könnten problemlos noch 300 Jahre so herumstehen, ohne dass etwas passiert und erlaubt wäre das in diesen Mengen ebenso. Feucht besteht schon überhaupt keine Gefahr, abgesehen davon, dass es sich um einen entzündbaren Feststoff handelt.</p>
<p>Trotzdem wurden auf einmal -ca. 2 Wochen, nachdem laut dpa/AP-Meldung in deutschen Tageszeitungen die Machthaber in China während der Olympiade als Terrorprävention Chemikalien an Schulen beschlagnahmen liessen- auf einmal zuerst in Berlin, dann in NRW und zum Teil in Bayern alle Pikrinsäureflaschen ohne irgendeinen Grund gesprengt.</p>
<p>Von der Polizei und den Behörden vorgeschobene Begründung: Angeblich sei trockene Pikrinsäure mega-gefährlich, würde schon bei der leisesten Erschütterung detonieren oder beim Aufschrauben des Deckels in die Luft fliegen. Gestützt wurde die passende Begleit-Berichterstattung in den Medien mit einem Verweis auf fehlerhafte Behauptungen in einer Internet-Enzyklopädie, wo jeder irgendeinen Unsinn reineditieren darf und wo z.B. ein Unfall mit einer Schiffsladung Artilleriegranaten aufgrund eines Brandes an Bord im ersten Weltkrieg dem Mit-Transport von Pikrinsäure in die Schuhe geschoben wird.</p>
<p>Jetzt frage ich mich: Ist hier mal wieder Unwissenheit und die Nutzung fehlerhafter Informationen aus dem Internet Schuld an dem übertriebenen Verhalten, über das Fachleute nur noch den Kopf schütteln können, oder ist das mal wieder eine neue Schnapsidee, wie man naturwissenschaftliche Tätigkeiten in Deutschland als einzigem Land der Erde sicherheitshalber noch mehr stören will?</p>
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