Ein Wort zur einheimischen Fleisch-Kleinbourgeoisie

WurstritterYeni Ay discount

Ab sofort boykottiere ich die Fleischerei Blutwurstritter am Karl-Marx-Platz (Foto links), auch wenn die preisgekrönt und berlinweit bekannt sein mag. Typisch deutsches Personal – der Kunde ist ein lästiger Bittsteller. Offenbar haben die Service nicht nötig. Um 17.45 Uhr beginnt man die Waren wegzuräumen; man bekommt dann schon nichts mehr, wenn man zehn Minuten vor Ladenschluss das Geschäft betritt. In einem weiteren Fall räumte die Verkäuferin seelenruhig minutenlang im Schaufenster herum, ohne ein Wort zu sagen, obwohl eine Kundin und ich an der Theke warteten. “Einen Moment, sie werden gleich bedient” hätte genügt. War aber nicht so. Meiner Gattin wurde verkündet, man führe keinen “hausgemachten Parmaschinken”. Kein Wunder, man ist ja auch nicht in Parma, sondern in Neukölln. Nein, mir reichts. Und dann noch die griesgrämigen Mienen. Es gibt eine hervorragende und wesentlich preiswertere Alternative – der türkische Yeni-Ay-Discount (Foto rechts) fast direkt gegenüber, Karl-Marx-Platz Ecke -Straße. Dort findet man die sauberste Fleischtheke, die man sich vorstellen kann. Und man wird freundlich behandelt.

Kommentare

4 Kommentare zu “Ein Wort zur einheimischen Fleisch-Kleinbourgeoisie”

  1. baerchenbrueck am August 4th, 2008 11:18 pm

    Was Wunder. Für mich ist Berlin (ich habe dort bis letztes Jahr fast 7 Jahre verbracht) eine Stadt, die praktisch alle Metzgereien platt machte, warum auch immer. Oft sind Klasse-5-Wurstbuden draus geworden, noch häufiger wurde schlicht zu gemacht.
    Vielleicht ein Beispiel erfolgreicher Ghettopolitik des Senates ? Versuche doch mal da eine Realbescheibung des wahren Zustandes. Ich denke nämlich, dass jetzt das Personal dort nur auf Zuruf eingestellt, denkbar ungebildet zum Thema auftreten muss. Oder woher soll eine Kellerarchivmaus mit Kleinkind und weggelaufenem Männe den Unterschied zwischen Schinken kennen ?
    Ein Spiegelbild Berliner Kultur scheint es ja zu sein. Oder habe ich knapp 7 Jahre geträumt ??

    Bärchen

  2. gha am August 5th, 2008 4:37 am

    Ich stelle mir die Frage: Es gibt etliche Menschen, denen es völlig wurscht ist ob sie Arbeit haben oder nicht, die mit gleichen Emotionen und “Begeisterung” Raab&Co gucken und fast völlig leblos durch`s Leben gehen – ob da nicht auch die Schule etwas verändern kann indem mehr und besser gelehrt wird?!

    Ob man nun sagt “Ich komme sofort” oder ob jemand einem die Tür aufhält obwohl der-/diejenige an der Tür 3 Sekunden warten müßte bzw., das trifft auf Deinen Fall eher zu: Man guckt sich erst gar nicht um und geht seinen eigenen Weg…

    Wie sagte Roman Herzog noch: Es Muß ein Ruck durch`s Land gehen – vermutlich ohne RTL II&Co.

  3. PrinzRomanDeLaGoogle am August 27th, 2009 9:15 pm

    Ich wohne fast genau über der Fleischerei und habe auch ein mal dort etwas gekauft – es war Leberwurst, die nicht wirklich geschmeckt hat, zudem erwähnt. Auch mir ist die Unfreundlichkeit der öhm typisch deutschen Verkäuferinnen aufgefallen. Da geh ich auch lieber zum Türken gegenüber. ;-) Außerdem stinkt es aus ihrer Lüftung erbärmlich nach Tod, das steigt auch hin und wieder im Hof hoch, in mein Küchenfenster….blöh.

    Sag mal, kann man bei deinem Blog mitmachen? :-)

  4. admin am August 28th, 2009 2:05 pm

    machst du doch schon…

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