Michael Konken | Blogs

Veranstaltung des DJV am 10.01.2008: „Journalistische Blogs brauchen Qualität“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Anlass für diese Veranstaltung waren einige Passagen der Rede Michael Konkens, des Bundesvorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), anlässlich des DJV-Verbandstags, 5. bis 7. November 2007 in Saarbrücken:

„Der Onlinebereich ist aber auch ein Bereich, den wir verstärkt unter qualitativen Kriterien werten müssen. Nicht jeder, der sich dort als Journalist bezeichnet, hat etwas damit gemeinsam. Uns steht es gut zu Gesicht, wenn wir Richtlinien finden, um Müll von Qualität zu trennen und dies den Internetkonsumenten deutlich machen. Das Internet ist eine Plattform auch für Schmierfinken ganz besonderer Art. Schmierfinken, die sich als Journalisten bezeichnen, die aber Persönlichkeitsrechte verletzen, sich nicht an unsere Postulate wie Wahrhaftigkeit, Objektivität, Vollständigkeit halten. Sie treiben ihr mieses Geschäft mit Veröffentlichungen, gegen die wir oft rechtlich nicht vorgehen können, die aber nicht selten ihre Voyeure finden. Blogs sind meines Erachtens nur in ganz wenigen Ausnahmefällen journalistische Erzeugnisse. Sie sind eher der Tummelplatz für Menschen, die zu feige sind, ihre Meinung frei und unter ihrem Namen zu veröffentlichen.“

Zahlreiche Blogs haben diese Passagen zitiert und kritisiert. Hier einige Hintergrundinformationen:

Die Rede Konkens richtete sich nicht allgemein gegen Blogger, sondern war klassische „Innenpolitik“ vor einer Delegiertenversammlung: Konken wollte wiedergewählt werden. Die Anwesenden wussten, worauf Konken anspielte: Auf die Internet-Publikation „Der Stadl“ (www.stadl.biz) und auf das einzige DJV-kritische Blog www.recherchegruppe.tk (Burkhard Schröder). Auf recherchegruppe.tk sind seit drei Jahren zahlreiche Skandale und andere DJV-Interna publiziert worden, die unter anderem zur Abwahl des Berliner Landesvorsitzenden des DJV geführt haben. „Der Stadl“, der keinen journalistischen Anspruch erhebt, sondern anonym erscheint, wird mit dem Brandenburger DJV-Vorsitzenden Hans Werner Conen in Verbindung in Verbindung gebracht, der sich mit dem Bundesverband einen erbitterten juristischen Krieg liefert.“ [mehr… (pdf)]

Kommentare

4 Kommentare zu “Michael Konken | Blogs”

  1. mucksy am Januar 10th, 2008 1:23 pm

    Es soll eine „quantitative Entrümplung“ [nicht des Online-Angebots im WWW, sondern der Mitlgiederliste des Verbandes?] stattfinden, „qualitativ ausdünnen“ ist die Maxime, damit Internetkonsumenten (meinte der mich?) dann nur noch das lesen, was den Ansprüchen von Konken und Konsorten entgegen kommt? – Die Spinnen, die Römer!

  2. Anarchie, ja bitte! : Burks’ Blog am Januar 11th, 2008 12:43 am

    […] Den Titel haben sie so oft verändert, dass der ursprüngliche Anlass, Michael Konkens Blogger-Beschimpfungen, gar nicht mehr zu erkennen war. Auf dem Podium saßen (ja, man kann Links setzen!): Thomas Knüwer […]

  3. medienlese.com » Blog Archiv » Sieben Thesen zum Journalismus am Januar 11th, 2008 12:11 pm

    […] teilte die Blogger in drei Kategorien ein, die ich auf der Stelle wieder vergessen habe. Ein Herr Michael Konken vom DJV ritt auf seiner bekannten Rosinante, der angeblichen Anonymität im Netz, herum, erwähnte als […]

  4. mucksy am Januar 11th, 2008 1:23 pm

    Ich habe mir die Aufzeichnung angeschaut.

    Die Leute haben permanent aneinander vorbei geredet. Nicht mal das Thema war klar. Es ging dem einen um Blogs, dem anderen um Kommentare, dem nächsten um Foren, es ging um Zensur (die nicht so genannt wurde), um Anonymität … Jeder (!) quatschte nur seinen Kram herunter. Am schlimmsten Frau May von N24, die zu verstehen gab, dass sie ihren Blog als eine Art Oberstufenseminar für Möchtegern-Journalisten veranstaltet, in dem sie ihre Kinderchen an fürsorgender Hand führt.

    Dabei war zweierlei von Anfang an klar, weil schlicht ein Faktum.
    1.
    Die bereits bestehenden Standards beanspruchen Geltung für jede Form von Journalismus, ob online oder nicht, und es bedarf insofern keiner neuen Standards.
    2.
    Ob man mit journalistischer Arbeit Geld verdient, wird dadurch entschieden, ob jemand bereit ist, für die Arbeit Geld auszugeben.

    Erst im Anschluss daran fängt die Diskussion zur recht jungen Form des Online-Anbietens an:
    – Was ist das vermutete bzw. hier und da behauptete andere an WWW-Angeboten?
    – Schafft man es bzgl. journalistischer WWW-Angebote, die Standards zu wahren (bzw. in Kraft zu setzen; die etablierten Angebote haben ihre oft vergebliche Mühe damit)?
    – Wie bringt man Geldgeber (Konsumenten wie auch Verlage) dazu, journalistische Leistung zu bezahlen, die als Online-Angebot erbracht wird?
    Und last but not least auch:
    – Wie kann zeitgemäßer Journalismus die Möglichkeiten des online-Anbietens für sein Anliegen nutzen?
    – Was muss die Ausbildung für JournalistInnen beinhalten im Zeitalter des Web 2.0?

    Mit den Veröffentlichungsaktivitäten von Privatleuten hat diese Diskussion insofern zu tun, als sich in ihnen eine (wirtschaftlich und strukturell) Ernst zu nehmende Konkurrenz aufzutun beginnt.

    Und mit den Funktionären hat sie offenbar so gut wie nichts zu tun, an ihnen geht sie vorbei.

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